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Kunstharz Lackspray - wann nach Lackieren darf man "wassern"?


bastianh92

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bastianh92

Guten Abend,

ich habe schon etwas die Foren und die Google Suche bemüht, aber eine konkrete Antwort habe ich noch nicht finden können.

Generell ist es bei "meinen" Kunstharz Lacksprays so (a) dupli color all season b) 123lack KH Spray c) Tamiya TS31     Messingklötze und als Untergrund Epoxy Grundierung), dass die nach einigen Stunden "trocken" sind i.S. von sie kleben nicht mehr.

Nach 24 Stunden habe ich mal einen Kratztest gemacht. Und naja ... Lack futsch. (OK, weil Teststücke)

Google sagt, dass durchaus einige Tage bis Wochen vergehen können bis die Lackschicht völlig durchgehärtet ist.

Stellt sich mir die Frage: Wann darf man denn das lackierte Boot das erste Mal mit Wasser in Kontakt bringen? Gibt es da bei Kunstharzlacks eine grobe Daumenregel? 1 Woche? 2 Wochen? Besser 4 Wochen?

 

Danke u. viele Grüße

Bastian

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Mir ist unklar, was beim Kratztest passiert ist:

  • Fingernagelspuren (*) im Lack bis runter auf die Grundierung? Hier hilft vorneweg dünner lackieren, bzw. weiter "durchhärten" lassen, wobei 1K-Lack niemals so hart wird wie z.B. originale Autolacke oder auch gemäß Hörensagen 2K-Klarlacke aus der Dose (habe ich noch nicht benutzt). Moderate Wärme von 40-50° beschleunigt das enorm, bei Messing kein Thema, bei ABS oder Polystyrol, selbst bei ungetempertem GFK  mit Vorsicht zu genießen (nachmessen, was der Backofen so treibt!!!). Wobei im Falle lackierter Kunststoffe auch deren Weichmacher evtl. noch durch den Lack müssen :nixweiss39:.
  • Grundierung auch durchgekratzt? Mehr Zeit vergehen lassen zwischen Grundierung und Lack sollte helfen (Thema Weichmacher vs. Schichtdicke).
  • Grundierung samt Lack ab? Hier hilft nur eine rauere (und fettfreie) Untergrundvorbereitung. Seit ich so eine kleine Sandstrahlkabine (neben dem Schneidplotterchen einer der besten Low-Cost-Invests ever) habe, ist das die Vorbereitung meiner Wahl ... ansonsten penibel Anschleifen, gerne im Kreuzschliff, gerne nicht zu fein (280'er) 

Ins Wasser kann das Schiff auch jetzt schon, die Farbe ist ja nicht wasserlöslich :mrgreen:.

Es wird halt nicht sonderlich "grifffest" sein. Daher besteht die Gefahr, dass sich Schmutz anlagert, den man nicht mehr wegbekommt, bzw. die Putzaktion mattiert die Farbe. Erst wenn die Farbe auch an der sensiblen Haut der Fingerknöchel überhaupt gar nicht mehr klebt, besteht aus meiner Sicht kein Risiko mehr. Wie lange das dauert :nixweiss39:

(*) Meine robbe Flughafenfeuerwehr konnte ich monatelang nur mit Stoffhandschuhen anfassen, weil es sonst (polizeilich verwertbare :muahaha:) Fingerabdrücke gab. Nach inzwischen >10 Jahren ist das auch "ohne" OK :respektmeinlieber:

 

Edited by MiSt
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JojoElbe

Moin Bastian,

ich verwende ja fast ausschließlich Molotow Premium. Allerdings mit Duplicolor Spritzspachtel oder Grundierung. Da das Molotow Nitro Zeugs den Spritzspachtel  wieder weich macht dauert 'druckfest' auch etwas länger, staubtrocken ist es nach Minuten (Nitro).  Je nach Temperatur dann ein paar Tage bis es ganz durchgetrocknet ist, drucktechnisch. Kontrollieren kann ich das mit der Nase, wenns nicht mehr auffällig riecht, dann ist es 'druckfest'. Durchgetrocknet weiss ich echt nicht. Grundierung geht dabei natürlich wieder schneller als Spritzspachtel und kleine Teile lassen sich auch leichter im Bad mal auf die Heizung legen im Winter.

Ich hatte mal mein TYNE auf der Slipway, nach 3 Tagen Sonnenwetter auf der Terrasse, fühlte sich trocken an und roch auch fast nicht mehr. Auf der Slipway ging gar nix mehr, das Boot stand, auf Teflon. War offensichtlich noch nicht durchgetrocknet. Aber gut genug zum Fahren und Anfanssen.

Lange Rede kurzer SInn, es kommt auf viele Parameter an. Anzahl der Schichten Farbe (dicke der Schichten), wie verträgt sich Grundierung und Lack, Temperatur, ggf. Luftfeuchtigkeit und Luftaustausch -- wenn es wichtig ist, lieber ein bisschen länger trocknen lassen.

Gegen den Dreck in den Gewässern hilft langfristig eine Schicht Klarlack (matt, seidenmatt oder glänzend je nach gusto), wenn man da etwas hartnäckiges hat schädigt man nur den Klarlack und 'kratzt' nicht in der Farbe rum.

J

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Steinbeisser

Ich verwende fast ausschließlich DupliColor Kunstharzlacke, nach meiner Erfahrung brauchen die so 2-4 Wochen bis die richtig hart sind. Dann halten die aber wirklich gut. Und ich verwende nie Grundierung oder Spritzspachtel. Das hält auch so, nur mit etwas Geduld.

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bastianh92
Posted (edited)

Danke euch dreien. Das beantwortet im Grune meine Frage(n) und gibt mir ein gutes Gefühl zum weiteren Vorgehen :) 

vor 11 Stunden schrieb MiSt:

Mir ist unklar, was beim Kratztest passiert ist:

  • Mit Fingernagel den Lack runtergekratz bis auf Grundierung. Grundierung unversehrt.
  • Mit der Hartmetallspitze des Meßschiebers ebenso

Jetzt - nach ~48h sieht es nochmal deutlich besser aus. Mit Fingernagel fast gar nicht mehr möglich zu kratzen. Mit Stahl, klar. Aber das ist ja ok.

vor 11 Stunden schrieb MiSt:

t sonderlich "grifffest" sein. Daher besteht die Gefahr, dass sich Schmutz anl

Ja - das war so ungefähr meine Befürchtung. :weisnicht:

Also Geduld (die ich ja habe) und Klarlack (Thema hatten wir schon) drüber und alles sollte gut sein.

 

Jürgen hatte mir den Tipp mit dem Grundieren für die Messingteile gegeben. Ich habe sogar mit P120 angeschliffen.

 

Positiv ist auf jeden Fall, dass sich bisher alles miteinander zu vertragen scheint.

1) Presto Grundierung bei allen als Untergrund

2) dupli color Signalweiß

3) Tamiya TS31 Leuchtorange (gerade das macht sich mit einem weißen Decklack drunter sehr gut - wobei man der Farbdarstellung auf dem Bildschirm nichts glauben darf. das Zeug ist tatsächlich knallorange)

4) Braunrot (oder rotbraun?) von 123lack.de

 

IMG_7780.jpg.e5ad0a762e15133182cdc40d2ef0d3f7.jpg

Edited by bastianh92
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Hallo,

diese ganzen an der Luft trocknenden Lacke brauchen den Sauerstoff fürs Aushärten. Die erste Hürde ist genommen, wenn das Lösemittel verdunstet ist (Faustregel: Je mehr Gestank, desto schneller, s. Nitro), dann sind sie mehr oder weniger grifffest und nehmen keinen Dreck aus der Umgebung mehr auf. Aber je nach Schichtdicke dauert es eben, bis der Sauerstoff auch in die Tiefen vorgedrungen ist und für die Aushärtung gesorgt hat.

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Steinbeisser

Ich bin zwar kein Chemiker, aber brauchen Kunstharzlacke nicht die Luftfeuchtigkeit zum Aushärten?

Wobei das natürlich für das Ergebnis hier egal ist. Zumindest wird Duplicolor Enamell, oder jetzt All Season, auf Dauer extrem Kratzfest!

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vor 27 Minuten schrieb Steinbeisser:

...Kunstharzlacke nicht die Luftfeuchtigkeit...

Kunstharzlack ist ein Sammelbegriff, den kannst du für alle Lacke anwenden, da sie in der Regel auf synthetisierten Bindemitteln basieren (im Unterschied zu den aus in der Natur vorkommenden Substanzen produzierten Lacken, z. B. Schelllack).  Besser wäre eine Unterscheidung in lufttrocknende und 1 oder 2 Komponenten-Lacke. Bei den 1 Komponentenlacken kommt dann häufig die Feuchtigkeit der Luft (= Wasser) als Initiator der Vernetzung ins Spiel. Nach den weiter oben beschriebenen Verhalten bin ich von einem lufttrocknenden Lack ausgegangen; der nutzt mit Hilfe eine Cobalt-Katalysators den Luftsauerstoff für seine Vernetzung, wobei zum Teil auch der Sauerstoff in die Polymerkette eingebaut wird.

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