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Schiffsmodell.net

Bleibomben-Verkleidung


uncle_tom

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Hallo zusammen

 

schon vor langer Zeit wurde ich vom Dulcibella-Virus befallen, hier im Forum aber bin ich neu.

Für meine ersten beiden Dulcis habe ich mir damals 2 Bleibomben bei Mario gekauft.

 

Beim letzten Hochseesegeln habe ich mit Arno über meine verkleideten Bleibomben diskutiert und Arno hat mich gebeten, meine kleine Anleitung zur Herstellung dieser "Verkleidung" hier zu veröffentlichen. Da ich sicher nicht der Einzige bin, der nicht gerne an Blei rumspachtelt und schleift, komme ich diesem Wunsch gerne nach.

 

 

"Tiefziehen" von ABS als Halbschalen für die Kiel-Bleibombe der Dulcibella

 

 

 

Material:

  • Sperrholz-Reststück ca. 25x10 cm (oder anderes Holz) für die Schablone
  • ABS-Platte 1 mm ca. 8x20 cm, 2 Stück nötig
  • 2. Brettchen als Unterlage für die Erwärmung im Backofen
  • Muttis Ofenhandschuhe zum Herausnehmen aus dem Backofen

Vorgehen

 

Die halbe Bleibombe von Mario habe ich auf ein Stück Abfallholz gelegt und rund um die Bombe mit ungefähr 1mm Abstand eine Linie gezogen. Dieses Holz nicht zu klein wählen, damit man beim Formen des ABS rundherum gut drücken kann (das Holz auf dem Foto war etwas knapp bemessen und ist nach der 2. Schale gebrochen).

Anschliessend wird mit der Laubsäge, möglichst auf der Linie, die Form ausgesägt und mit der Feile die Innenkante der Schablone nachbearbeitet bis diese rund um die Bleibombe etwa 1.5mm Luft hat. Hier kommt es nicht so sehr auf das genaue Mass an, viel wichtiger ist der schön geschwungene Verlauf der Form der mit der Bleibombe übereinstimmt.

Der herausgesägte Innenteil wird nun mit der Feile so bearbeitet, dass seine Form genau bündig mit der Bleibombenhälfte ist. Dies gibt den "Sockel" (auf dem Bild unter der Bleibombe), welcher bei der ABS-Schale den geraden Rand zum Schneiden ergibt.

 

Bleibombe_1.jpg

Edited by Arno Hagen
Bild ergänzt
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Anschliessend habe ich den Backofen auf 180°C vorgewärmt. Bei dünnerem ABS reichen ev. auch schon 160°C, hier muss etwas gepröbelt werden.

Auf das 2. Brettchen den Innenteil und die Bleibombenhälfte legen und das ganze auf das Blech im heissen Ofen aufwärmen. Wird das Blei nicht vorgewärmt, kühlt die ABS-Platte beim Auflegen sofort aus und kann nicht verformt werden.

Nach ein paar Minuten die ABS-Platte etwa mittig auf die Bleibombenhälfte legen und warten bis das ABS weich wird und sich leicht nach unten über die Bombe biegt.

 

Jetzt wird es Zeit sich Muttis Ofenhandschuhe anzuziehen.

Dies ist sehr WICHTIG, denn nun geht es sehr heiss zu und ohne Handschuhe kann es zu schlimmen Verbrennungen kommen.

 

Nun kann das Ganze bequem mit dem 2. Brettchen aus dem Ofen genommen werden. Dann wird sofort die Schablone von oben über die heisse ABS-Platte bis auf das untere Brettchen gedrückt und kurze Zeit so festgehalten.

 

Bleibombe_2.jpg

 

Sobald das ganze Paket sich auf etwa 80°C abgekühlt hat, bleibt die ABS-Schale in ihrer neuen Form stabil und kann abgenommen werden.

 

Bleibombe_3.jpg

 

Das Brettchen mit dem Innenteil der Schablone und der Bleibombenhälfte wird im Ofen wieder für die Herstellung der 2. Halbschale erwärmt, das ABS aufgelegt und ebenfalls abgeformt.

Edited by Arno Hagen
Bilder ergänzt
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Die beiden Halbschalen und vor allem auch die Bleibombenhälfte gut auskühlen lassen.

 

Dann werden die Hälften der Bleibomben probehalber in die ABS-Schalen gelegt und auf der Innenseite der Schale der Rand angezeichnet. Der überschüssige Rand der ABS-Halbschalen wird mit dem Bastelmesser oder einen kurzen Schere entfernt.

 

Bleibombe_4.jpg

 

Sind die Bleibombenhälften mit dem Kiel verklebt und verschraubt, können die ABS-Schalen noch genau an den Kiel angepasst und ebenfalls verklebt werden.

Um eine bessere Klebekraft zu erreichen ist es empfehlenswert, die Bleibombe leicht anzuschleifen (Oxidschicht aufrauen).

Zum Schluss folgt noch das Verschleifen der ganzen ABS-Form und das Spachteln der Unebenheiten die sich beim Tiefziehen mit der Holzschablone ergeben haben.

 

Nun wünsche ich Euch allen viel Spass beim Nachbau.

 

Beste Grüsse aus der Schweiz

Thomas

Edited by Arno Hagen
Bild ergänzt
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Hallo,

ich habe mir gerade eine Tiefziehkiste gebaut und möchte auch gerne die Bleibombe meiner Dulcibella verkleiden "mein erstes Schiff nach 40J"

 

Ich hatte im Internet nach ABS gesucht und wurde zugeschütet mit Informationen. Da ich mir immer noch nicht sicher bin benötige ich eine Bestelladresse und den Markennamen des Materials

 

Gruss Günter

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Danke für die Info,

aber..

 

Ist Polystyrol = ABS

Ich finde im Angebot von Fa. Bender nähmlich kein ABS

 

Ps

Muss noch viel lernen

Gruss Günter

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Hallo Günter,

 

Polystyrol = Polystyrol

ABS = Acryl-Nitril-Butadien

Es sind zwei unterschiedliche Kunststoffe. In den Weiten des Internet, z.b. www.modulor.de lassen sich die unterschiedlichen Eigenschaften und Verwendungszwecke recherchieren.

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Hallo Günter

 

meine ABS-Platten (Acrylnitril-Butadien-Styrol, wie Jürgen schon schreibt) habe ich beim lokalen Modellbauhändler hier in der Schweiz gekauft.

Bezugsquellen bei dir in der Nähe findest du aber sicher einige über Google.

 

Als Alternative gibt es auch noch PET-G, das ist ein thermoplastisches Copolyester. Dieses findest du unter dem Markennamen "Vivak". Das Material ist transparent und verformt sich schon bei einer tieferen Temperatur als ABS.

Habe ich z.B. für gebogene Scheiben schon verwendet. Gibt sehr gute Resultate schon mit der "Einfach-Tiefzieh-Methode" und traumhafte Resultate mit einer guten Tiefzieh.Box.

 

Die Low-Cost-Variante wäre natürlich PET aus einer dickwandigen PET-Flasche.

 

Du siehst also, der Wege und Materialien gibt es viele. Einfach probieren :that:

 

Beste Grüsse aus der Schweiz

Thomas

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  • 3 months later...

Hallo zusammen !

 

Ich habe es einmal mit der PET-Flaschenvariante versucht und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden:

post-6439-1419862081,0388_thumb.jpg

Bleibombe bzw. Urform in PET-Flasche verkeilt (1,5l-Fantaflasche). Hier für zwei verschiedene Größen. Für die jeweils Zweite Verkleidungshälfte musste dann eine weitere Flasche dran glauben.

 

post-6439-1419862081,1165_thumb.jpg

Rundherum mit Heißluftpistole eingeheizt bis das Ganze so aussieht

 

post-6439-1419862081,1847_thumb.jpg

Verkleidungshälften (noch unbeschnitten). Ich bin mal gespannt, wie gut sich die Hälften zusammenkleben lassen

 

post-6439-1419862081,2559_thumb.jpg

Mein ganzes Sammelsurium. Kosten: 50Cent Pfand.

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Moin Martin!

 

Super Lösung! :that:

 

Vor Allem bei dem Preis-/Leistungsverhältnis:

 

...Kosten: 50Cent Pfand.

 

 

Ich bin mal gespannt, wie gut sich die Hälften zusammenkleben lassen...

 

Da bin ich auch mal gespannt und wie es sich lackieren lässt und das ganze dann hält.

 

Halte uns auf dem Laufenden! :popcorn:

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Guest Aurigarius

PET-Flaschen lassen sich sehr gut mit Lexanfarbe aus dem RC-Car Bereich lackieren (z.B. Tamiya PS-Farbe) Am besten von innen, wie das bei RC-Karosserien auch gemacht wird.

 

Kleben könnte schwierig werden. Ich würde jetzt mal spontan an UHU Allplast denken. Aber wenn Du da was gutes gefunden hast, bin ich gespannt davon zu hören.

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Hallo zusammen

 

da bei meinen Bleibomben die Oberflächen damals nicht so fein waren wie die eine auf dem Bild von Martin, habe ich für meine Schalen ABS in 1mm Stärke genommen.

Nach dem Abformen zeigte sich die rauhe Struktur der Bleibombe auch bei dieser Materialstärke noch.

Je dünner man das Material wählt, desto genauer nimmt es die Struktur des abzuformenden Rohlings an.

Für ein "glattes" Resultat, muss also schon die Oberfläche des Rohlings sehr fein und glatt sein.

 

Ein weiterer Vorteil von ABS ist, es lässt sich viel einfacher aufkleben, allenfalls spachteln und dann feinschleifen und zum Schluss lackieren.

Ich wollte es einfach vermeiden direkt am Blei rumzuschleifen. Und meine so verkleideten Bleibomben sind a....-glatt geworden.

 

Sehr gute Erfahrung habe ich auch mit dem weiter oben aufgeführten PET-G (Vivak) gemacht.

Es lässt sich nach anrauhen der Oberfläche mit Sekundenkleber (CA) gut kleben. Bewährt hat sich bei mir ein Kleber der auch für Styro geeignet ist, da dieser weniger ausblüht. Ebenso kann man Vivak gut lackieren.

Aus diesem Material habe ich einem Rumpf eines Heli gebaut und auch nach einigen Abstürzen ist noch keine Verklebung gerissen (es gab immer einen Riss daneben).

 

Bei reinem PET aus Flaschen habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass es sich sehr schwer kleben lässt. Da aber die Verkleidung einer Bleibombe nur eine Hülle ist, die keiner Zug-Belastung unterliegt, sollte eine Verklebung mit einem 2K-Epoxydkleber, wie z.B. Araldit, gut halten.

 

Bin gespannt auf die Erfahrungen von Martin.

 

Beste Grüsse aus der Schweiz

Thomas

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