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Baubericht VLCC Mundaca 1:250


Guest Gurge

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Am Mittwoch habe ich den Plan bekommen. Heute war ich im Copyshop, um ihn von 1:200 auf 1:250 zu verkleinern.

Dann gings noch schnell in den Baumarkt, ein Hellingbrett besorgen.

Nun geht es ans Herauszeichnen der Spanten. Bei einem Tanker sind aufgrund der Form die Hälfte der Spanten ja identisch :).

 

Gebaut werden soll in Spantbauweise kieloben; mit Sperrholz/Balsa beplankt und dann mindestens eine Lage GFK darüber.

 

An Funktionen habe ich bis jetzt neben der obligatorischen Beleuchtung auch überlegt, Tanks zu integrieren, die selbstsändig gefüllt und geleert werden können. Dazu müsste ich dann innen auch laminieren, damit das alles schön dicht ist. Weiterhin im Bug einen Querstrahler. Den hat der Tanker im Original nicht, aber zugunsten der Manövrierfähigkeit möchte ich einen haben (Ich kenne noch keinen der in der Nachbarschaft wohnt und einen Schubser fährt ;) ).

Für Kettenkästen/Ankerwinden ist vorne auch genug Platz.

Der Plan zeigt insgesamt 10 Löschmonitore auf dem Deck, aber bei dem Maßstab wird das denke ich mal ne ziemliche Fummelei, die Funktionstücktig auszuführen. Aber um diese Details kümmer ich mich vermutlich nächsten Winter...

 

Nun ist erst mal der Rumpf an der Reihe.

Ich bin selbst mal gespannt wie schnell ich vorankomme. In knapp 2 Wochen beginnt das Semester wieder und im Frühjahr schreibe ich eine Vertiefungsprüfung. Aber so ein paar Stündchen in Ehren....

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Nachtrag:

Bei der Mundaca handelt es sich um einen Öltanker. "VLCC" steht für Very Lage Crude Carrier was soviel wie Supertanker bedeutet.

Das Vorbild wurde soweit ich rausfinden konnte unter dem Namen "Tochal" im Juni 1977 in Spanien vom Stapel gelassen und fuhr unter Iranischer Flagge; wurde 1984 in "Mundaca" umbenannt. 1994 wurde der Tanker abgewrackt; er hatte in einem Sturm vor der Südspitze Afrikas seinen Wulst-Bug verloren.

Edited by Gurge
Formatierung
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  • 2 weeks later...

Nun hat sich ein wenig getan. Die Spanten sind herausgezeichnet und abzüglich 3mm Plankenstärke auf Karton übertragen. Danach habe ich sie ausgeschnitten und auf 8mm Buchensperrholz angezeichnet und grob ausgesägt, für die Feinarbeit fehlt eine Schleifmaschine, die sollte mitte dieser Woche da sein.

Zur Erhöhung der Stabilität habe ich mir überlegt, 3 Leisten in die Spanten einzuarbeiten, und zwar eine im Kiel und jeweils links und rechts eine etwas unterhalb der KWL. 10x10mm Leisten müssten da doch ausreichend sein?

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Die Lieferung der Tellerschleifmaschine ist erst morgen zu erwarten, daher habe ich mal begonnen ein paar Maße von den Aufbauten herauszuzeichnen. Dabei habe ich festgestellt, dass im Plan die verschiedenen Ansichten nicht unbedingt konsistent sind. Z.B. sind die Kamine von oben und hinten gesehen ca. 3mm unterschiedlich breit. Da ist dann wohl etwas Freestyle angesagt.

Von meinem Robbe S-130 habe ich noch die ganzen Abfallteile aus ABS, die dürften für die Kamine und das, ich nenns jetzt mal "Lüfterhaus" hinter der Brücke reichen.

 

So nebenher habe ich mich mal gefragt, was für ein Querstrahler für diese Modellgröße angemessen ist, bzw. was ihr da für Erfahrungen habt. Ich mag hier nicht gerade 100 Euro für so ein Messing-Exemplar ausgeben, aber drehen sollte sich das Schiff schon. Schön wäre auch noch, wenn der Strahler nicht all zu Laut ist, also kein kreischendes "whhhiiiiiii" von sich gibt wie eine billige Zahnradpumpe.

Also was ist eurer Meinung nach hier am sinnvollsten?

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Beim Spachteln des Lüfterhäuschens und der Kamine habe ich vermutlich recht alten SK30 von Graupner verwendet. Damals bei meinem S-130 hat er sich noch nicht leicht grünlich verfärbt als er angefangen hat abzubinden :mrgreen:. Die Tube mit dem Härter ist mir bei dem Versuch etwas herauszudrücken in den Fingern zerbröselt, aber weder der Härter noch die Füllmasse waren ausgetrocknet. Da sich alles doch recht gut verarbeiten lies habe ich den Versuch am Kamin gewagt. Über Nacht ist die Masse fast trocken geworden. Mal abwarten, vielleicht trocknet sie ja noch komplett.

 

Gerade eben habe ich meine Tellerschleifmaschine abgeholt, damit habe ich jetzt neben dem Proxxon Dremel, einer Decoupiersäge und einer Laubsäge eigentlich alles beisammen was man so braucht (finde ich, neben ein paar Feilen und einer Metallsäge).

Sogleich habe ich damit angefangen die Spanten vollends auf Maß zu schleifen. Das flutscht richtig, macht echt Spass.

 

So noch 5 Postings von mir, dann gibt es Bilder.

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So, nun geht das mit dem Bilder anhängen. Dann leg ich mal los.

 

Am Anfang stand natürlich das Spanten sägen. Davor habe ich mir für jeden Spant eine Schablone gebastelt.

 

1. Dünnes Papier auf den Spantriss legen, KWL und MS anzeichnen, dann den Spant durchzeichnen.

2. Die geplante Plankenstärke vom Spant nach innen abtragen.

3. Das Blatt auf Karton kleben

4. mit Teppichmesser ausschneiden. Fertig ist die Schablone.

 

Danach mit der Schablone den Spant auf Sperrholz übertragen, mit der Stichsäge grob aussägen.

Die Feinsägerei habe ich mit einer Dekupiersäge gemacht. Der "Innenraum" wurde mit der Laubsäge herausgesägt.

Nach einer mehrstündigen Säge-Orgie blieb neben den fast fertigen Spanten auch ein recht beachtlicher Haufen Kleinholz übrig.

Die Erfahrung hat gezeigt dass sich solche kleinen Holzstückchen doch recht oft noch verwenden lassen.

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So, 2 Stunden zwischen den Vorlesungen an der Uni --> Baubericht schreiben :mrgreen:

 

Die Spanten müssen nun noch auf Maß geschliffen werden. Dazu habe ich mir einen Spant aus dem Teil des Schiffes, an dem sich der Querschnitt recht lange nicht ändert, genommen und ihn zum Muster auserkoren. Sprich, bei diesem Spant habe ich die Füße so geschliffen, dass er 100% eben steht, die Breite und die Höhe stimmt.

An diesen Spant habe ich alle anderen angepasst. Dabei bin ich so verfahren:

1. KWL und MS auch an den Innenkanten anzeichnen.

2. Füße so schleifen, dass die Markierungen der KWL übereinstimmen

3. das ebene Stück des Spants am Rumpfboden mit dem Muster Bündig machen.

4. Breite anpassen. Danach die runden Konturen schleifen, dabei mit Spantriss vergleichen solange bis es passt.

Dabei hat sich herausgestellt, dass die Tellerschleifmaschine bei konkaven Formen nicht sehr hilfreich ist, hier muss dann eben die gute alte handgetriebene Feile her.

 

Nun habe ich mir im Baumarkt eine 10x10mm Leiste besorgt, um die Spanten auf dem Hellingbrett zu befestigen. Die Leistenstücke sind auf das Hellingbrett geklebt, die Spanten sind an diese Leisten angeschraubt, damit sich der Rumpf nachher problemlos vom Brett entfernen lässt.

Um die Löcher für die Schrauben in die Leisten und die Spantfüße zu bohren habe ich mir auf dem Tisch der Ständerbohrmaschine einen Anschlag befestigt, um sicherzustellen, dass die Höhe nachher auch stimmt.

 

Jetzt habe ich die Spanten an die Leisten geschraubt und die Linie Mitte Schiff vom Spant auf die Leiste herunter übertragen. So ist es einfacher, den Spant auszurichten.

Danach habe ich alle Spanten an den Leisten auf das Brett geklebt. Mit einem rechten Winkel habe ich gewährleistet, dass auch alle Spanten senkrecht stehen bleiben.

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Langsam aber sicher geht es voran:

Die Beplankung an den geraden Flächen mit 3 mm Sperrholz ist fertig. Am Heck Habe ich mit 2mm Balsaleisten die erste Lage fast fertig. Ich werde hier 2 Lagen zu je 2 mm Balsa draufmachen, hier muss ohnehin geschliffen werden, und bei Balsa ist der eine Millimeter gleich weg.

Die von dem hier vielgelobten Herrn Eichhardt verwendeten Kiefernleisten ließen sich um die teils engen Radien nur mit nicht vertretbarem Kraftaufwand biegen, deshalb habe ich davon abgesehen.

 

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Die Tankernase sieht gerade recht grauenvoll aus, hier habe ich gerade erst die Balsaklötzchen angeklebt, die später in Form geschliffen werden. Davon gibts Fotos, wenn man wieder erkennen kann was das eigentlich sein soll.

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Und wieder etwas weiter: Nach einem regelrechten Stecknadel-Massaker ist das Heck vollständig mit 2x2mm Balsaleisten beplankt. Lediglich im Bereich des Wellenaustritts ist der Rumpf noch etwas eckig, aber hier wird gespachtelt wenn die Welle drin ist.

Motor/Welle/Schraube werden diese oder nächste Woche bestellt.

 

Jetzt wartet die nächste Stecknadel-Action am Bug.

 

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  • 2 weeks later...

Diese Woche gings am Bug etwas voran. Die Tankernase wurde zurechtgeschliffen. Zur Bearbeitung der Balsateile eignet sich ein Proxxon mit einer Messingdrahtbürste hervorragend. Im Gegensatz zu vielen anderen Schiffen ist diese Nase hier spitz zulaufend und nicht wie oft gesehen vorne stumpf. Recht markant auf jeden Fall.

Die Balsaplanken sind zur hälfte dran; hier komme ich nicht so schnell vorwärts wie ich gerne würde. Denn oft muss ich die Stecknadeln zur Fixierung so stecken dass ich keine zweite Leiste mehr anbringen kann. Dann muss ich immer warten bis der Kleber getrocknet ist bevor's weiter geht.

 

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Inzwischen habe ich den Antriebsstrang bestellt, einen 45mm A-Typ Propeller, eine Welle mit Kupplung und den Bühler Star Max II. Dürfte nächste Woche ankommen.

 

Würdet ihr die Welle vor oder nach dem Laminieren des Rumpfes einbauen? So rein nach Gefühl würde ich den Rumpf erst von der Helling lösen wenn er laminiert ist, damit sich ganz sicher nichts mehr verzieht.

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  • 3 weeks later...

Die Weihnachtsbäckerei hat die Arbeiten auf der Werft merklich ausgebremst, auch das Vorhaben, meine kleine Küche zu renovieren und im Flur eine neue Decke einzuziehen sind dem Baufortschritt momentan nicht gerade zuträglich, aber nun ist es soweit:

 

Die letzte Planke ist geklebt.

 

Bilder folgen nach dem Spachteln und Schleifen.

Ich habe mich nun doch dazu entschieden, das Stevenrohr erst nach dem Laminieren einzukleben, weil ich nicht von innen an die Einbaustelle sehe, solange der Rumpf auf der Helling fest ist. Und ich würde schon gerne sehen um wieviel ich das Rohr kürzer machen muss und nicht nur schätzen.

Weiterhin kam ich auf die Idee, das Ruder aus einem Stück Messing zu fertigen, das hier noch rumfährt. Ganz klassisch, mit Säge und Feile. Davor muss ich mir aber noch ein paar detailliertere Gedanken machen. So viel für den Moment.

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Viel hat sich nicht getan. Während die Spachtelmasse am Bug trocknet habe ich den Volksregler-Bausatz zusammengelötet. Hat Spass gemacht, auch wenn ich mir für sowas vielleicht mal ne Lötstation zulegen sollte. Aber damit sich die lohnt mach ich sowas viel zu selten...

Getestet wird morgen.

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  • 2 months later...

Nun ist gespachtelt und geschliffen. Am Heck wo das Stevenrohr eingebaut wird, werde ich nachträglich laminieren; die Welle baut sich einfacher ein, wenn man Zugang von innen hat.

 

Den Bug werde ich nach dem Laminieren vielleicht nochmals mit Spachtel nacharbeiten müssen, da ich nicht weiß wie genau die GF-Matten den scharfen Kanten folgen können.

 

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Ganz nett noch der Größenvergleich mit dem S-130 in 1:40, es würde ganz in den mittleren Rumpfteil passen, obwohl der Tanker in einem mehr als 6 mal kleineren Maßstab gebaut wird. Auch wenn ich so einen Brocken noch nie aus der Nähe gesehen habe werden die Originalabmessungen so langsam greifbar ;)

 

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Das weitere Vorgehen stelle ich mir so vor:

-laminieren (vllt sogar 2 Lagen)

-Von der Helling nehmen, Stevenrohr und Bugstrahler einbauen

-Übergänge spachteln, schleifen laminieren. Und dann mal schauen :)

 

Hier darf gelacht und gemeckert werden.

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So, wieder ein Stück weiter.

Gestern kam ein Freund zu Besuch, der sich mit laminieren auskennt und mich tatkräftig unterstützt hat. Ohne ihn hätte am Ende sicher nicht das doch recht ansehnliche Ergebnis gestanden.

Verwendet haben wir 2 Lagen 0/90-Gewebe und insgesammt ca. 400g Harz+Härter.

Aber seht selbst.

 

 

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Am Heck habe ich eine Stelle freigelassen bzw. muss wieder ein Stück Gewebe aufgeschnitten werden, um die Welle einzubauen. Hier muss ohnehin noch ordentlich gespachtelt werden.

 

 

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An der spitzen Bugkontur habe ich die Gewebestücke einfach überstehen lassen und mit Wäscheklammern zusammengehalten. Nach dem vollständigen aushärten des Harzes wird der Überstand abgeschnitten und der Bug nochmal in Form gebracht.

 

 

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Der Heckspiegel wurde nicht gleich mit laminiert. Man hätte das Gewebe zu oft einschneiden müssen, um Falten zu verhindern. Nach dem Abschneiden der Überstände wird hier noch gesondert eine oder 2 Lagen aufgebracht.

Aus dieser Perspektive auch ganz gut zu sehen: Das überflüssige Harz läuft an den Seiten nach unten und bildet keine Nasen und Läufer, weil es quasi im Gewebe sickert. Es bildet so auch keine Topfen an der Rumpfkante, sondern tränkt einfach das überflüssige Gewebe.

 

 

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  • 2 months later...
Guest Gurge

So liebe Freunde des Sägens, Klebens und in-der-Werkstatt-was-wurschdelns, an einem recht schwülen Nachmittag habe ich mich nach langer Abstinenz in den doch recht kühlen Keller verkrochen ;)

 

Dort wartete die recht verwaiste Werft auf mich, wo der laminierte Rumpf der Mundaca ca. 3 Monate Zeit hatte auszuhärten.

 

Als erstes wollte ich das Loch für das Stevenrohr bohren. Also im Plan geschaut, Schablone gemacht und angezeichnet. Gebohrt war das 8mm-Loch dank eines selbstzentrierenden Holzbohrers auch recht flott.

 

Dann habe ich die an der Rumpfkante überstehenden Glasfaserstücke mit einem Teppichmesser und einer Laubsäge grob entfernt. So konnte ich an die Schrauben gelangen, welche die Spantfüße an den Querleisten auf dem Baubrett festhalten. An 2 Füßchen ist offensichtlich beim Laminieren Harz nach unten gelaufen und hat so das Füßchen mit der Querleiste und dem Baubrett recht fest verbunden. Also wurden die beiden Betroffenen kurzerhand mit der Laubsäge abgesägt. Nun konnte ich den Rumpf das erste mal von der Helling heben und von der anderen Seite betrachten.

 

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Man sieht wo die beiden Füßchen fehlen ;)

Erstaunt hat mich auch das Gewicht, ich war überrascht wie leicht und steif der Rumpf doch geworden ist. 2,3kg sagt die Küchenwaage.

 

Dann fiel mir das Heck ins Auge:

 

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Es war schön schräg. Leider in die falsche Richtung, wie ein Blick in den Bauplan zeigte. Anstatt eines wuchtigen Tankerhecks habe ich dem Mädel einen eleganten Heckspiegel wie man ihn bei Segelyachten oft findet, verpasst. So was blödes aber auch. Da werde ich wohl mit einem Balsastück für die richtige Form sorgen müssen. Einmal nicht aufgepasst, argh. Zum Glück ist da noch nicht laminiert.

 

Probeweise habe ich mal die Welle hineingeschoben, um zu sehen ob das Loch auch gerade gebohrt wurde und alles soweit passt:

 

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Schaut recht gut aus, auch wenn zum vollenden der Form ordentlich Spachtelmasse gebraucht werden wird.

 

Auch noch ein kleines Sorgenkind ist der Bug, hier hätten sich die GFK-Laagen eigentlich miteinander verbinden sollen.

 

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Haben sie aber nicht, vermutlich aufgrund zu sparsamem Einsatz von Wäscheklammern, um sie beim Aushärten zusammen zu halten. Ich werde wohl das Harz an der Kante irgendwie weichklopfen müssen und dann nochmals mit Epoxi ran und hoffen dass sich das Gewebe vollends an die Rumpfkontur legt. Und dann mal wieder Spachteln.

 

Innen passt alles soweit, lediglich der Spant wo der Motor hinkommt muss etwas verdünnt werden, damit dieser mit der Welle fluchtet. Im Original hat die Welle knappe 2° Gefälle nach achtern, bei mir wird es etwas mehr werden.

 

Das wars soweit von heute.

 

 

Kommentare, Tipps und Tricks willkommen!

 

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  • 1 month later...
Guest Gurge

Die Dicke braucht schließlich auch ein standesgemäßes Ruder. Ein fertiges einbauen wollte ich nicht, und es gibt ohnehin nichts passendes in den mir bekannten Läden. Also habe ich mir ein Stück Messing (20x10x2,5 cm) in der Bucht geholt und losgelegt.

 

Verwendetes Werkzeug: Eisensäge, 2 Feilen (eine zum schruppen, eine zum schlichten, nennt man doch so, oder? :)), ein günstiges Nadelfeilenset aus dem Modellbauladen, eine Bohrmaschine mit passendem Ständer, kleiner Schraubstock, Gewindeschneideisen/Bohrersatz aus dem Baumarkt. Eine Tellerschleifmaschine und Schleifpapier verschiedener Körnungen. Da v.a. beim Sägen scharfe Kanten entstehen sind Handschuhe zu empfehlen.

 

Als erstes habe ich die Umrisse des Ruders aus dem Plan herausgezeichnet und mit einem alten, stumpfen Teppichmesser auf dem Messingstück angerissen und dann mit der Eisensäge grob ausgesägt. Für die etwas feinere Form habe ich die Tellerschleifmaschine verwendet, für die Stellen an die man mit dieser nicht hinkommt ganz klassich die Feile.

 

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So weit so gut. Nun war das ganze jedoch noch um einiges zu dick. Das Mesingstück war 2,5cm stark, laut Plan ist das Ruder aber an der dicksten Stelle ca. 1 cm. Das abschleifen mit der Schleifmaschine hätte hier wohl Ewigkeiten gedauert, also habe ich mit der Bohrmaschine in engen Abständen Löcher gebohrt, um die Schleiferei abzukürzen. Die Feinarbeit und das herunterschleifen bis die Löcher nicht mehr zu sehen waren geschah dann mit der Tellerschleife. Dabei hab ich mehrmals einen Krampf in den Fingern bekommen vom andrücken des Werkstücks an die Scheibe. Das Ergebnis war dann aber ganz ansehnlich.

 

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Die Aufhängung fürs Ruder wurde im gleichen Verfahren hergestellt.

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Guest Gurge

Das Ruder habe ich nun in seine endgültige Form geschliffen. Nach einer längeren Schleifaktion und mehreren Kühlphasen (das Werkstück wird ganz schön warm wenn man es eine Weile an die Schleifscheibe drückt!) sowie Fingerkrämpfen hats dann aber doch ganz passabel ausgesehen.

 

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Hier eine kleine Impression vom Arbeitsplatz. Es gab auch ein kleines Opfer während der Arbeiten, eine Nadelfeile hat vor meiner Feilwütigkeit kapituliert.

Daneben sieht man das Setup zum Bohren der Löcher für die Aufhängung. Es war etwas heikel, ich war mir nicht sicher ob mir der Bohrer verlaufen würde bei den Verhältnissen von Durchmesser zu Bohrtiefe, aber am Ende scheint es doch geklappt zu haben.

 

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Nun mussten noch die Gewinde geschnitten werden. Von oben, wo das Ruder dann später angelenkt wird, kam ein M3 Gewinde rein. Von unten habe ich ein 3mm Loch durchgebohrt und die ersten 1,5 bis 2 cm ein M4 Gewinde reingeschnitten. Von unten möchte ich später eine Messingschraube verwenden, an der vorne das Gewinde abgedreht ist und somit wie ein Bolzen aussieht. Über das Versenken des Schraubenkopfs muss ich mir noch Gedanken machen, so arg viel Platz um das Loch aufzuweiten ist aufgrund der Dicke des Ruders nicht.

Anbei ein Eindruck des Ruders mit Aufängung und "Testschrauben" in der Nähe seiner künftigen Umgebung ;)

 

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Die Oberfläche des Ruders wurde mit 400er nass und von Hand geschliffen, um die Spuren der Schleifmaschine zu entfernen. Ich hoffe mal das ist nicht zu fein um später Farbe aufzutragen.

Auf der Oberseite der Aufhängung fürs Ruder, also dort wo die Welle zum Servo geht, möchte ich ein Röhrchen auflöten, das im Schiffsinneren über die Wasseroberfläche ragt, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.

 

 

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  • 1 year later...
Guest Gurge

Nun hat sich schon seit einiger Zeit nichts mehr getan hier, daher hat es mich mal wieder in den Bastelkeller gezogen.

 

Das Vorbild meines Modelles hat kein Bugstrahlruder, dennnoch kommt ins Modell eines rein. Zum einen weil ich denke dass sich der Kahn so vor allem in Ufernähe besser handeln lässt, und zum anderen weil ich einfach ein Schiff mit Bugstrahler haben will :mrgreen:.

 

Also wurde aussen die Mitte des Strahlrohres angezeichnet und ein kleines Loch gebohrt. Dieses Loch wurde mit einem Fräser am Proxxon so lange erweitert, bis man das Rohr von innen durchschieben konnte.

Das Resultat von innen und aussen gesehen:

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An der Stelle, wo der Bugstrahler eingebaut wird, ist der Rumpf zu breit für die von Raboesch "ab Werk" vorgesehehnen Rohre. Deswegen hab ich gleich ein Paar Ersatzrohrstücke mitbestellt, um auf einer Seite "anbauen" zu können. Dazu habe ich die Enden der Rohre plan geschliffen und direkt mit Ruderer Kleber aufeinander geklebt. Nach dem Festwerden des Klebers wird nochmal eine Schicht draufkommen, damit das auch ganz sicher dicht ist.

Der verlängerte Bugstrahler:

 

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Passprobe von Innen:

 

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Es wäre auch möglich gewesen, den Bugstrahler noch etwas weiter vorne einzubauen, dann hätte ich mir die Verlängerung eventuel sparen können. Aber vielleicht komme ich ja mal auf die Idee irgendwas mit funktionsfähigen Ankerketten zu machen, und dann wäre genau dort ein wenig Platz sehr angenehm.

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Guest Gurge

Um mir eine Dichtung am Ruderkoker sparen zu können, wurde auf die Halterung des Ruders ein Röhrchen aufgelötet, welches im Schiff bis über die Wasserlinie reicht. Damit wird das Eindringen von Wasser wenigstens recht erchschwert.

Damit das Röhrchen besser hält, wurde es nicht auf die plane Fläche gelötet, sondern das Loch für den Ruderschaft mit dem Durchmesser des Röhrchens etwa 4 mm tief aufgebohrt.

Durch den recht großen Wärmeabfluss im Messingteil waren 2 Lötkolben notwendig, um die entsprechende Temperatur zu erreichen.

Was aussieht wie moderne Kunst, habe ich als Hilfe zum Positionieren beim Einbau gedacht. Die 3 Kupferdrähte lassen sich so zurecht biegen, dass der Ruderhalter auch ohne Kleb bereits so im Rumpf hängt, wie er später auch reingehört. Dadurch spare ich mir eine Vorrichtung zum Fixieren während der Kleber trocknet, und etwas mehr Stabilität bringt das ganze auch mit sich, wenn die Drähte komplett in Epoxy vergossen sind.

 

Die beiden Bilder zeigen das Ergebnis der Löterei und eine Passprobe im Rumpf.

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Guest Gurge

Nun gings an die Anlenkung. Dazu die Metallsäge gezückt und aus einer Messingplatte ein Ruderärmchen (oder wie man das auch immer nennen mag) herausgetrennt und die entsprechenden Löcher gebohrt. Erst wolle ich es auf dem Ruderschaft durch Festklemmen zwischen zwei Muttern befestigen, aber diese "Verbindung" war mir zu unsicher. Also in das Ärmchen ein kleineres Loch gebohrt und ein zu der Gewindestange passendes Gewinde geschnitten und dann noch mit 2 Muttern gekontert. Zusammen mit Loctite sollte das halten. Zumindest die Kräfte die vom Ruderservo ausgehen.

 

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Für die Befestigung des Ruders von unten wurde eine Gewindestange am vorderen Ende "abgedreht" (Bohrmaschine und Feile drangehalten) und auf Länge gebracht. Damit's auch schraubbar wird, mit der Metallsäge einen Schlitz reingesägt. Der Schaubenzieher passt.

 

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Damit wäre das Thema "Ruder" bis auf den Einbau und Lackieren durch. Und das ohne CNC-Fräse. :mrgreen::bolt:

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Guest Gurge

Nun sitzt die Welle da wo sie hingehört und auch das Ruder ist eingeklebt. Sieht schon ziemlich echt aus und gefällt mir irgendwie richtig. Dank den Drähten als Hilfe zum Ausrichten beschränkte sich das einkleben des Ruders auf einmal ausrichten, etwas an dem einen oder anderen Draht rumbiegen und dann einfach von innen mit Epoxy vergießen. Ich hab dazu keine aufwendigen Halterungen gebraucht wie man sie ab und zu in der Literatur findet.

Der Rumpf im Bereich der Welle sieht recht zerfressen aus, das liegt zum einen an meiner Faulheit, mich beim Laminieren des Rumpfes um die richtige Form in dem Bereich zu kümmern und zum anderen an meiner Übermotiviertheit, als es darum ging eine Fläche zu schaffen, an der man den Bohrer ansetzen kann um den Wellentunnel zu bohren.

Also werden da wohl ein paar Balsa-Stücke und jede Menge Spachtel zum Einsatz kommen.

 

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Nebenbei hab ich mich dazu entschieden, das Ruder nun doch doppelt anzulenken. Also kurz noch ein zweiseitiges Ruderhorn gebastelt, oder wie man das auch immer nennt.

Heute Mittag hab ich den Rumpf innen mit Laminierharz ausgepinselt, um das Holz unempfindlicher gegen eventuell eindringendes Wasser zu machen. Nun ruht der Betrieb über Nacht erst mal.

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