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Bullseye "BULLY"


uwe.kreckel

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uwe.kreckel
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Nein, das wird kein 2. Baubericht des Bullseye von Aeronaut

Obwohl meine BULLY genau aus diesem Baukasten entstanden ist.

Aber Detlev (Steinbeisser) hat hier im Forum ja bereits einen tollen Bericht geschrieben - damit ist bereits (fast) Alles über den Bau dieses Modells gesagt - wenn auch nicht von mir...

;)  ;)

 

Meine BULLY segelt bereits seit einiger Zeit und macht mir dabei immer noch sehr viel Spaß!

Auch die Beschäftigung mit dem Modell ist immer noch nicht langweilig, obwohl der Bau des Baukastens bereits abgeschlossen ist. So haben bei mir so nach und nach ein paar Veränderungen ihren Weg auf das Modell gefunden - und am Ende sogar ein anderes Rigg - ich kann BULLY jetzt, je nach Lust und Laune, mit der Baukastenbesegelung oder mit einem Gaffelrigg fahren. Beide Besegelungen gibt es bei den großen Vorbildern und sind im www in großer Anzahl zu finden.

Und genau über die Veränderungen, die meine BULLY über sich ergehen lassen musste, möchte ich hier schreiben - damit bringe ich hoffentlich ein paar weitere Anregungen und Ideen ins Spiel, die Detlevs Baubericht ein wenig ergänzen.

Aber der Reihe nach:

Am Anfang stand das Ergebnis aus dem Baukasten: Ein toll segelndes Modell, dessen Reiz in dem großen offenen Cockpit liegt.

Segeln (5).jpg

Segeln (47).JPG

Segeln speed (7).jpg

Segeln speed (13).JPG

Segeln (45).JPG

Edited by uwe.kreckel
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uwe.kreckel
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Besonders viel Spaß macht es mir, mit dem Modell in Ufernähe vorbeizusegeln und zu sehen, wie der Skipper seine Arbeit verrichtet.

Dabei fällt einem dann irgendwann auf, dass die rein aus dem Baukasten entstandene BULLY irgendwie noch ein wenig "unvollständig" wirkt und an manchen Stellen auch Vereinfachungen im Baukasten zu finden sind, die zwar perfekt und supereinfach funktionieren - aber eben nicht so aussehen wie an einem richtigen Boot.

Klar; wenn das Modell in voller Fahrt vorbeirauscht, bemerkt man das nicht- aber bei wenig Wind steigt das Verlangen nach mehr Details - und so haben mir der Seesack und der Rettungsring einfach nicht mehr genügt.

 

Segeln speed (5).jpg

Segeln (43).JPG

 

 

 

Edited by uwe.kreckel
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uwe.kreckel
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Am Mast gab es ein paar einfache Änderungen in der Befestiung von Wanten und Vorstag.

Die Bauteile sind für die Wanten simple Alublechstreifen und für den Vorstag ein Bauteil das aus einem schräg abgeschnittenen Alu-Rohr entstanden ist.

Der Umlenkblock ist ein massives Holzteil, das für die Durchführung der Leine durchbohrt ist und das für die Befestigung mit einer kleinen Schrauböse versehen ist.

Der Rest ist Farbe (Eding Stifte); die Bilder zeigen sicher besser als ich es beschreiben kann, wie einfach die Teile entstanden sind, aber die Aufwertung am Modell ist schon deutlich.

An die Schäkel habe ich mich nicht herangetraut - das sind Kaufteile...

Beschläge am Mast montiert (8).jpg

Beschläge am Mast im Bau (1).jpg

Beschläge am Mast im Bau (5).jpg

Edited by uwe.kreckel
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uwe.kreckel
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Beim zunächst zufriedenen Betrachten meines Ergenisses, fiel mir dann auf:

Das Segel könnte am Original so nie gesetzt werden: die mit Mühe erstellten und an der alten Stelle plazierten Beschläge, wären beim Hochziehen des Segels immer im Weg. :ohno:

 

Da musste ich also noch mal ran...

 

 

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uwe.kreckel
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Aber wie sollte das "Problem" gelöst werden?

Die einfachste Option war sicher, die Wanten ein Stück weiter oben am Mast zu befestigen. Damit wäre es an einem Original möglich, das Segel auch mit der sich um den Mast windenden Leine nach oben zu ziehen. Der Bereich oberhalb des Befestigungspunktes für den Vorstag (das ist das Stahlseil, an dem das Vorsegel hängt) bliebe dann einfach frei...

Aber warum einfach, wenn es auch komplizierter geht...

Also habe ich recherchiert, wie das denn bei anderen Booten dieser Größe so umgesetzt wird. Dabei habe ich ganz bewußt nicht nur nach Fotos von Bullseye-Vorbildern gesucht. Herreshoff Bullseye gibt es nun seit über 80 Jahren. Sie werden von ihren Eignern geliebt und gepflegt - aber auch hart in Regatten gesegelt. Dabei geht sicher hin und wieder etwas zu bruch und wird in einer werft (weit weg von der "Entstehungs-Werft") dann so wieder hergestellt, wie das dort eben üblich ist.

Deshalb waren mir alle Lösungen willkommen, die an kleineren Vorbildern umgesetzt werden und wurden.

Ganz oft bin ich dann auf die Möglichkeit gestoßen den Mast mit einer Keep zu versehen. Um so einen Schlitz an der Hinterseite des Mastes in der ganzen Länge einzubringen und das auch noch mit einem Hinterschnitt, in dem eine Leine oder Rutscher laufen und gehalten werden, das hätte einen Neubau des Mastes bedeutet.

Wer das trotzdem umsetzen möchte findet hier (https://www.holzpirat.org/tag/holzmast) sehr hilfreiche Bilder (siehe unten)...

Andere Werften (z.Bsp.: www.farner-stierlin-werft.ch ) setzten so eine Keep aus Holz auch nachträglich hinten an den Mast an. damit ist er nicht mehr rund, sondern oval. Auch das wollte mir nicht gefallen...

 

Holzmast1-Holzpirat-CIMG47059.jpg

Krummer-Mast_20201018_111905735.jpg

12.jpg

Edited by uwe.kreckel
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uwe.kreckel
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Am Ende habe ich mich entschieden eine gelochte "Metallschiene" hinten auf den Mast zu setzen, an der das Großsegel mit Rutsch-Elementen nach oben gezogen werden könnte.

Das soll dann etwa so aussehen wie auf dem Bild (Bild von www.sonnensegel-pina.de) - auch wenn das kein Segelboot-Mast ist.

Optisch ist das aber gleich - und alle Bilder die ich von Booten mit so einer Schiene habe, kann ich hier leider nicht einstellen, da ich die zugehörige Quelle im Internet nicht mehr weiß oder finde...

sonnensegel-holzmasten-eiche-hoehenverstellbar-100mm-entf.jpg

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uwe.kreckel
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Meine Schiene ist aus Kunststoff - Ein Profil, das ich im Baumarkt gefunden habe.

Eigentlich soll es "Stolperfallen" vermeiden an Stellen an denen 2 Bodenbeläge aufeinandertreffen.

Wenn man von diesem Profil alles überflüssige Material wegsägt (rechts das Baumarkt-Profil, links der verwendete "Rest") und es mit ein paar (viiieeelen) Bohrungen versieht, kommt es der Vorbild-Schiene schon recht nah...

Damit die Löcher immer im gleichen Abstand sind habe ich aus einem Alu-4-kant-Rohr eine Lehre gebaut - und sie leider nicht fotografiert. :?

Aber im Prinzip hat ein kurzes Stück von dem 4-kant-Rohr einfach 2 Bohrungen im Abstand, wie sie später an der Mastschiene sein sollen. Das 1. Loch ist das "Bohrloch" , durch das die Löcher gebohrt werden. Nach dem Bohren wird das Kunststoff-Profil im Rohr weiter geschoben, bis das gerade gebohrte Loch im 2. Loch sichtbar wird. Dort mit einem kurzen Stück Draht fixiert, kann jetzt ein weiteres Loch durch das Bohrloch gebohrt werden. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die ganze Schiene perforiert ist, mit vielen Löchern , die alle den gleichen Abstand haben...

Mastschiene (1) Rohmaterial.jpg

Mastschiene (2) mit Löchern versehen.jpg

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uwe.kreckel
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Im fertigen Zustand ist diese Schiene dann noch messing-farben lackiert und kann am Mast montiert werden.

Ich nehme hier mal das Ergebnis vorweg, beschreibe aber gleich noch wie das weitere Vorgehen war, bis die Schiene am Mast saß und das Segel angeschlagen werden konnte.

 

 

V1 Segeln (7).JPG

V1 Segeln (3).JPG

 

 

 

Edited by uwe.kreckel
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uwe.kreckel
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Damit die frisch "gelochte" Schiene aus Kunststoff am Mast sitzen konnte musste sie leider noch einmal überarbeitet werden.

Das Doppel-T-Profil war zu hoch - die Schiene stand wie ein aufgesetzter Fremdkörper hinten über. So also nicht.

Also habe ich an der Schiene die geplante Auflagefläche abgesägt und in den Mast eine Nut gefräst so dass die jetzt als T-Profil ausgeführte Schiene dort eingesetzt werden konnte.

Liest sich easy: ... in den Mast eine Nut gefräst...

War aber etwas aufwändiger:

An einem Rundstab als Probestück habe ich versucht die Nut "einzudremeln". Ergebnis war ein sich leich schraubenförmig um den Mast schlängelnde Einkerbung.

Ohne Anzeichnung war ich da irgendwie "vom Weg abgekommen"

Also habe ich auf BULLYs Mast erst mal eine Linie gezeichnet, die den Verlauf der Nut markiert. Trotzdem war die fertige Nut über die gesamte Länge des Mastes am Ende leicht wellig.

Da aber noch nicht die fertige Breite erreicht war, konnte das ausgeglichen werden: mit einem Sägeblatt habe ich nachgearbeitet. Das Sägeblatt einer großen Bügelsäge war dabei steif genug um die Nut zu begradigen.

Die letzte Nacharbeit erfolgte dann mit einer dünnen Feile. Die "Qualitätskontrolle" der Nut habe ich immer wieder mit einem Teilstück der Schiene durchgeführt, das ich nicht verwenden wollte, weil die Bohrungen hier nicht in einer Reihe saßen...

 

 

20220517_175957.jpg

20220517_180107.jpg

20220517_180035.jpg

20220517_180149.jpg

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uwe.kreckel
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Und die Umlenkrolle im Masttopp?

die besteht aus einem Stück Rundholz, das von eienm Alurohrabschnitt ummantelt ist, dem ich mit der Feile eine Hohlkehle verpasst habe...

 

 

Mast Umlenkrolle (1) Rohmaterial.jpg

Mast Umlenkrolle (2) Bearbeitung.jpg

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uwe.kreckel
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Die Rutscher, die an der Schiene nach oben oder unten laufen können und an denen das Segel befestigt ist sind aus Alurohr-Stücken.

Das Alu-Rohr habe ich mit einer Zange leicht oval gedrückt und dann mit der Dremel-Trennscheibe geschlitzt, damit er auch auf der Schiene verschoben werden konnte.

2 Bohrungen in jedem Rutscher sorgen für die Möglichkeit das Segel anzuknoten.

15 solche Teile habe ich gemacht, die 11 besten, die auch am leichtesten verschiebbar auf der Schiene laufen sind jetzt verbaut...

Mastschiene (6) fertig montiert.JPG

 

 

 

 

Edited by uwe.kreckel
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uwe.kreckel
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Einen neuen Baumbeschlag habe ich auch gebaut.

Nötig wäre das nicht gewesen - die beiden ineinander verschlungenen Schraubösen funktionieren perfekt.

Und wer die Optik nicht mag, der kann im Aeronaut-Beschlagteile-Programm - oder bei einem anderen Anbieter -  sicher auch was passendes und schöneres finden.

Aber wie weiter oben schon geschireben: warum einfach, wenn es auch komplizierter geht.

Aus Holzresten und verschiedenen Alu-Profilen , ein paar kleinen Schrauben und einer Stecknadel (von der ich nur den Kopf nutze) entstand dann der Baumbeschlag.

 

05 Baumbeschlag Rohmaterial.jpg

06 Baumbeschlag Einzelteile.jpg

07 Baumbeschlag vor Montage und Lack.jpg

09 Baumbeschlag nach Umbau.jpg

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uwe.kreckel
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Meine nächste Baustelle an der BULLY war der Traveller im Cockpit.

Wenn ich das Boot im Original hätte, würde mich dieses auf dem kleinen Boot, mit seinem eh schon begrenzten Platz, quer durch meinen "Bewegungsraum" laufende Etwas sicher sehr stören.

Also keimte die Idee: Das muss da weg.

Bei meiner BULLY ist der Cockpitboden entnehmbar. Ich kann das Gewicht für einen leichteren Transport des Modells komplett herausnehmen - oder am See den Windverhältnissen leicht anpassen: mehr Gewicht bei stärkerem Wind, weniger Gewicht bei wenig Wind.

Um das zu ermöglichen habe ich eine 1-mm-Alu-Platte unter den Abachi-Boden geklebt. Damit ist der Boden nun ein 2-Komponenten-Bauteil und verzieht sich, je nach Temperatur: im 20°-Bastelkeller ist er topfeben aber bei 30° am See wölbt er sich - blöderweise vorn und hinten nach oben...

Wer jetzt denkt: " da hätte man vorher drauf kommen können" - der hat recht. Aber an manche Phänomene aus der Physik erinnert man sich erst, wenn sie real auftreten...

Meine Lösung: Vorbiegen (Gaaaanz vorsichtig !!) so dass sich der Boden in Cockpitmitte nach oben wölbt. Und dann die Mitte mit einer Schraube wieder nach unten drücken.

Funktioniert - aber was hat das mit dem Traveller zu tun?

Na ja: erstens ist der Traveller beim Verschrauben des Bodens im Weg und zweitens kann die Verschraubung ja mit einer Ringöse erfolgen, an der dann auch die Schot des Großsegels wieder einen End- und Befestigungspunkt findet.

Damit wurde die Idee zum Beschluß für meine BULLY: der Traveller kommt weg.

Aber was ist dann mit den in die Sitzbänke gelaserten Linien, die ihn so schön einrahmen? Klar, die müssen auch weg.

Ein Freund, der das Modell gerade baut, hat deshalb die Sitzbänke aus Abachifurnier neu gebaut und die Linien mit dünnem Permanent-Marker neu aufgezeichnet.

 

IMG-20230505-WA0006.jpg

Edited by uwe.kreckel
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uwe.kreckel
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Aber Ihr kennt das ja inzwischen: warum einfach...

Deshalb babe bei den Sitzbänken auf einer Seite nur den jetzt falschen Plankenverlauf weggeschliffen und ein neues Stück Abachi eingeklebt. Da man diese ausgebesserte Stelle sieht, ist sie mit einem Stück Tauwerk kaschiert.

auf der anderen Seite habe ich 2 Sitzkissen mit doppelseitigem Klebeband aufgeklebt, die zufälligerweise genau auf dem fehlerhaften Plankenverlauf liegen. Die Kissen sind aus Schaum-Plattenmaterial, das ich mit Stoff beklebt habe, der von PIT's Pullover noch übrig war. Ein paar Holzperlen geben dem Kissen ein wenig Kontur. Die Perlen werden mit Schnur, die durch den Schaum geht in Position gehalten und die Schnur ist mit Spannung auf der Rückseite mit Sekundenkleber verklebt.

Das ging schnell - und war fast schon zu einfach für mein "Motto"

:D  :D  ;)

 

 

03 Fockschot & Grossschot.JPG

 

 

 

Edited by uwe.kreckel
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  • 2 weeks later...
uwe.kreckel
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In den Kommentaren kam die Bitte auf, die Sache mit dem entnehmbaren Boden noch mal genauer zu zeigen.

Das mache ich doch gerne:

Und da Bilder oft mehr sagen als viele Worte, kommt erst mal eine Bilderserie:

- Ausgangsposition - der Mast ist entfernt, alles Andere ist noch an Ort und Stelle

- Soll der Boden raus, dann muss Pit seinen Platz räumen. Er nimmt gleich die zentrale Schraube in der Cockpitbodenmitte mit.

- Die nur lose in ihrer Halterung liegenden Ruder und die mit Magneten gehaltenen Türen kommen raus

- der Boden kann angehoben und herausgenommen werden - der Zugang nach innen ist frei

20230521_185912.jpg

20230521_190023.jpg

20230521_190101.jpg

20230521_190153.jpg

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uwe.kreckel
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Jetzt noch einmal eine Detail-Aufnahme von der Zentralschraube und dem Holzklotz, durch den hindurchgeschraubt wird.

Und der Blick auf die Gegenseite. Hier ist eine zur Schrauböse passende Mutter in die Unterkonstruktion des Baukasten-Cockpit-Bodens eingelassen. Und damit diese eingeklebte Mutter sich nicht von der daranhängendne Schot herausreißen läßt, wird sie von einer ebenfalls eingelassenen Abdeckplatte gehalten, die mit 4 Schrauben fixiert ist. Der Baukasten sieht für die Befestigung des Travellers nur 2 Schrauben vor - also sollte es halten, auch bei stärkerem Wind...

Wer jetzt eine Dichtung sucht, den muss ich enttäuschen. Derzeit ist noch keine umlaufende Dichtung verbaut, aber sie ist geplant, um auch bei stärkerem Wind gefahrlos segeln zu können. Bis danin muss etwas fix-o-gum genügen...

20230521_193513.jpg

20230521_190242.jpg

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uwe.kreckel
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Bleibt noch die Frage offen, warum Gewindestücke in den gegossenen Gewichten sind.

Das hat 2 Gründe: bei stärkerem Wind soll hier zusätzliches Gewicht in Form von Walzblei-Platten verschraubt werden und ansonsten erleichtern / ermöglichen sie einfach die Entnahme der Gewichte.

Um die Gewichte gießen zu können wurde der Kielbereich der Rumpfschale zunächst mit Frischhaltefolie ausgekleidet und dann mit Gips ausgegossen. Das ergibt Formen, die wiederum in einen Kasten gesetzt werden, wo sie mit Gips ummantelt werden.

Nach Entnahme der Formen, bleibt das Negativ, das mit Blei ausgegossen wird.

Diese Arbeiten hat ein befreundeter Modellbaukollege erledigt, der das Modell gerade baut. Den so in seiner Werkstatt entstandenen ersten Abguss, haben wir probeweise in meine Bully gesetzt und das Modell dann in der Badewanne ausgetrimmt: so lange an den beiden Gewichten überflüssiges Material wegsägen und -schleifen. bis die gewünschte Wasserlinie erreicht ist. Dann hat der Kollege die Gewichte wieder mitgenommen, gewogen und dann in mit dem Zielgewicht erneut gegossen.

Ein paar Tage später hat er mir 3 Satz gebracht: 1 für BULLY, 1 für CORDULA (deren Baubreicht findet Ihr hier  https://www.schiffsmodell.net/index.php?/forums/topic/18226-cordula-eine-herreshoff-125/#comment-229488   und die Herreshoff hat ja den gleichen Rumpf) und einen für einen Bullseye-Rumpf, der noch im Keller liegt und ein ganz anderes Boot werden möchte...

 

 

Edited by uwe.kreckel
  • Like 3
uwe.kreckel
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Wie oben schon erwähnt, sind die Türen im Cockpit nur mit Magneten gehalten.

Damit das funtioniert, ist die Tür bereits in der "Erst-Version" hinten mit Leisten aufgedoppelt. So ist sie nicht so platt, wie die Baukasten-Version.

 

Tür Vergleich 2 vorn abnehmbar.jpg

Tür Vergleich 2 vorn alt.JPG

uwe.kreckel
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Aber das hat mir nicht genügt. Ich wollte andere Türen mit eingebauten Lamellen. Also habe ich auf ein Stück Papier die Umrisse der Baukasten-Türen übertragen, und dann in diesen Umrissen in gleicher Größe neue Türen gebaut. Alles aus Restholz des Baukastens.

Die Bilder zeigen zwar nur die vorderen Türen - aber klar: hinten ging es genau so...

Türen im Bau (2).jpg

Türen im Bau (1).jpg

uwe.kreckel
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und wenn die neue Tür dann mit den Magneten  gehalten am Platz sitzt, dann sieht das so aus:

Klar: bringt keinerlei seglerischen Vorteil - aber der Holzwurm in mir ist glücklich... und PIT betrachtet die neuen Türen auch ganz zufrieden...

Die Scharniere sind übrigens Bestandteil des Baukastens. Ich habe sie jeweils zur Hälfte verwendet und ein Stück Messingdraht als angedeutete Drehachse angeklebt.

Ich dachte zwar, ich könnte die jeweils 2. Hälfte der Ätzteile auch noch verwenden - aber beim durchschneiden sind die abgeschnittenen Hälften jeweils irgendwo durch die Werkstatt geflogen und - verschwunden...

Tür vorn (5).JPG

P1100962.JPG

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uwe.kreckel
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Jetzt habe ich nur noch ein nicht segelrelevantes Detail, das ich Euch kurz "vorstellen" möchte:

Die Lippen am Bug.

Die kann man eigentlich nicht als fertige Beschlagteile kaufen, denn sie werden ganz speziell für diesem Schiffstyp gefertigt. Diese Lippen schmiegen sich seitlich an das Holzteil des Bugs, das über das Deck hinaussteht an.

Aus einem Stück Holzrest des Baukastens habe ich soche eine Lippe mit Schlüsselfeilen herausgefeilt. Die Vorgehensweise ist so, wie Michelangelo das schon für seine Marmorstatuen beschrieben hat:

Die Lippe ist eigentlich schon in dem Holzstück drin, man muss nur das überflüssige Material drumherum entfernen...

;)  ;)

Für die erste Seite war das auch erstaunlich einfach. Die weitaus größere Herausforderung für mich war dann, die Seite gegenüber einigermaßen symmetrisch anzufertigen...

 

 

Lippe (2).jpg

Lippe (4).jpg

Lippe (5).jpg

uwe.kreckel
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Dann nur noch lackieren, damit es dem Bronzeteil der Originale etwas ähnlicher wird...

Lippe (6).JPG

Lippe (8).JPG

uwe.kreckel
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Ich habe an dieser Stelle aufgehört mit zusätzlichen oder veränderten Bauteilen um den Originalen ein wenig näher zu kommen.

Aber man kann das noch deutlich weiter treiben.

Die Bullseye basiert auf der Herreshoff 12 1/2. Im Prinzip ist sie eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Herreshoff-Schiffes, das entwickelt wurde um auch bei mehr Wellengang noch gut segeln zu können. Der um das Cockpit laufende Süllrand wurde weiter nach innen verlegt, die Sitzbänke bekamen eine geschlossene "Rückenlehne", die Sitzbänke wurden begradigt und das vordere Schott wurde nach achtern versetzt.

Trotzdem blieb dabei der Charakter des offenen Bootes erhalten, das jetzt aber auch bei härteren Bedingungen noch segeln konnte ohne Gefahr zu laufen, zu sinken.

Denn in das Cockpit eines Bullseye passt nicht mehr genug Wasser, um das Boot untergehen zu lassen - ein Umstand, der auch für uns Modellbauer nicht unerheblich ist.

Im Gegensatz zu den erwähnten Abweichungen haben die Herreshoff 12 1/2 und die Bullseye aber viel gemeinsam - und das ist nicht nur der Rumpf, sondern auch viele weitere Teile.

So kann jeder der seine Bullseye weiter detaillieren möchte, sicher noch jede Menge weitere Anregungen finden, um sein individuelles Modell zu schaffen.

Suchbegriffe wie "HERRESHOFF 12 1/2" oder "DOUGHDISH" fördern hier im www einiges zu Tage: neben unendlich vielen Bildern auch einen Beschlagteilekatalog für diesen Schiffstyp und ein Rigging tutorial - Video...

uwe.kreckel
Posted (edited)

Die vielen Bilder im Netz zeigen aber auch: es gab 3 von Herreshoff entwickelte Riggs für das Boot

- das weitgehend unbekannte aber sehr effektive Spreizgaffelrigg

- das moderne hochgetakelte Rigg, wie es der Bullseye-Baukasten beinhaltet

- und das ursprüngliche und am weitesten verbreitete Gaffelrigg.

Letzteres ist auch in dem oben erwähnten rigging tutorial Video zu sehen.

Wer dieses Rigg nachbauen möchte braucht einen Segelplan - und am einfachsten bekommt man den über das Bild auf der fogenden website:

https://sailboatdata.com/storage/images/sailboat/drawing/herreshoff_12.5_drawing.jpg

oder in etwas größer...

https://www.classicboat.co.uk/wp-content/uploads/H12.5-drawing.jpg

 

 

 

 

herreshoff_12.5_drawing.jpg

H12.5-drawing.jpg

Edited by uwe.kreckel
uwe.kreckel
Posted (edited)

Da ja die Maße des Rumpfes einfach abzumessen sind, kann man auch die notwendige Vergrößerung des Plans leicht ausrechnen und danach die Segel schneidern...

 

Fehlt nur noch ein Gefühl dafür, wie der Masttop ausgesehen hat, dann kann es eigenlich losgehen, mit dem Bau des Gaffelrigg.

Eine wahre Fundgrube für Detailbilder sind oft die Verkaufsplattformen, wo immer wieder Herreshoff 12 1/2 er oder Bullseye angeboten werden.

Dort sind die Bilder aber oft nicht lange eingestellt - also lieber auf den Rechner ziehen zum immer wieder anschauen.

 

hier ein Beispiel:

https://vessel.iyba.pro/yacht-for-sale/40000027/?id=80215&vessel=2786096

das zeigt folgendes Bild - und vile weitere tolle Detailaufnahmen - unter anderem: den Masttop...:

 

 

 

2786096_b248542a_10.jpg

 

2786096_c7f90237_1.jpg

Edited by uwe.kreckel

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