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10,6 m Strand-Motorrettungsboot - KR C 309 'Ulrich Steffens'


titanicmax

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Kurz nach dem tollen Usertreffen sind Pläne für zwei sehr schöne, aber zugleich auch selten anzutreffende Motorrettungsboote bei mir eingetroffen.
Eines ist jetzt weit genug fortgeschritten, um gezeigt zu werden:

 

KR C 309 Ulrich Steffens

Typ: 10,6 m Strand-Motorrettungsboot

Länge: 10,6 m

Breite: 2,9 m

Gewicht: 6,5 Tonnen

Geschwindigkeit: 8 kn - 14,8 km/h

Besatzung: verm. 4-6 Mann

 

In den 30er Jahren begann die DGzRS ein umfassendes Neubauprogramm zur Modernisierung ihrer Flotte.
Neben großen Einheiten zum Einsatz an Häfen und Flussmündungen wurden auch kleinere Boote für Flachwassergebiete konzipiert (Typ KR C).
Unter anderem auch eine Klasse von 10,6 m Strand-Motorrettungsbooten mit Mahagoni-Rumpf. Die Boote waren halbgedeckt mit Aufbauten aus Stahlblech. Besatzung und Gerettete wurden lediglich durch Persennings geschützt.
Angetrieben wurden die Boote von einem 6-Zylinder Viertakt-Dieselmotor mit 75 PS, der ihm eine Geschwindigkeit von 8 kn und eine Reichweite von ca. 250 Seemeilen verlieh. Der Vormann steuerte wie in alten Zeiten noch mit der Ruderpinne.

Zwischen August 1939 und April 1942 erhielt die Fr. Lürssen Werft in Bremen-Vegesack die Bauaufträge für insgesamt 14 dieser Boote.
Ab 1944 wurde mit dem Bau begonnen, fertiggestellt wurden letztlich nur sieben Einheiten. Die Ulrich Steffens - das dritte Boote dieses Namens - kann heute noch in Neuharlingersiel besichtigt werden.

 

Modell 1:20

Länge: 53,0 cm

Breite: 14,5 cm

Gewicht: 0,8 kg

 

Der Rumpf ist auf Spant gebaut (6 mm Birkensperrholz), mit 2 mm Abachi-Leisten beplankt und aus GFK abgeformt.
Für die Form habe ich 4 Lagen 300 g/m² Glasfasermatte verwendet, beim Rumpf waren es vier Lagen 49 g/m² Gewebe.

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Et voila: nicht mal zwei Monate nach der Kiellegung hat sich der Rumpf aus der Form gelöst.
Mit nur 177 g ist es der bis dato leichteste Rumpf des Laminators. Er kann es also doch 8-)

 

Zitat

 

 

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Ahoy, Freunde der klassischen Rettungsboote!
Es gibt neues von der Werft.

 

Das Deck ist drauf. Für mich bei jedem Boot der subjektiv schwierigste Arbeitsschritt. Davor hab ich mehr Respekt, als vor dem Laminieren und Abformen :oops:
Der Rumpf darf sich dabei nicht verziehen und die Öffnungen müssen exakt sitzen. Jeder Schnitzer hier macht sich später unangenehm bemerkbar.

Zuerst habe ich den Rumpf wieder in die Form gesteckt und mit dem Cuttermesser zugeschnitten.
Dabei ist mir ein toller - und nach so vielen Projekten längst überfälliger - Gedanke gekommen: die Form könnte man doch als Hilfsmittel fürs Deck nutzen :keineIdee:
Als Decksauflage habe ich innen mit Sekundenkleber eine 2 mm Abachileiste als Decksauflage eingeklebt. Dafür habe ich mit Schraubzwingen am breiten Rand der Form ein kleines Stück MDF befestigt und die Decksauflage daran ausgerichtet. Für das Deck selbst habe ich mir erst mal ein paar Plankopien auf A3 gemacht - an dieser Stelle herzlichen Dank an @Doppelpoller der mir den Plan zur Verfügung gestellt  hat :that: - und auf 1 mm Polystyrol übertragen. Nach dem Zuschneiden des Decks waren die Öffnungen an der Reihe. Die Steffens hat vorn und achtern ein Cockpit und dazwischen den Maschinenraum. Der dient mir als Zugangsöffnung zur Technik.
Zwischen den Öffnungen habe ich 4 mm breite Stege stehen lassen und von unten mit 4 x 4 mm Abachileisten verstärkt. Zum Schluss noch mit ein paar Tropfen Sekundenklebstoff das Deck auf die Auflage geklebt und die Form gelöst:

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Plicht bzw. Cockpit vorne ist auch schon eingebaut. und das eigentlich dünne Deck dadurch gut ausgesteift. Und mit den Figuren an Deck wird erst mal richtig deutlich, wie klein diese Boote doch waren.

Das wär's auch schon gewesen.

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Ahoy, Freunde der klassischen Rettungsboote!
Es gibt neues von der Werft.

Bevor Scheuerleisten, Schlingerkiele und Kühltaschen befestigt werden, muss die Sichtbeplankung drauf. Furnier und ich werden keine Freunde, irgendwo bekomme ich immer ungewollt Leim hin.
Als großer Freund der britischen Rettungsflotte hab ich die bekannten Bauberichte in den englischsprachigen Foren regelrecht verschlungen. Die alten Boote der RNLI haben Holzaufbauten und den britischen Baukästen scheint selbstklebende Vinylfolie in Holzoptik beizuliegen. Die gibt's günstig im Handel und ich hab mich mal darauf eingelassen und die Methode an einem alten Urmodell getestet. Das Ergebnis war ausgesprochen zufriedenstellend - also weiter mit der Steffens.

Ein Stahllineal, ein scharfes Messer und ein gutes Hörbuch - ne knappe Stunde später waren mehrere dutzend Streifen geschnitten und aufgeklebt.

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"Brennen muss Salem" von Stephen King. Eine gute Geschichte und von Jürgen Kluckert meisterhaft gelesen (dem jüngeren Publikum bekannt als Betreiber eines Buletten-Etablissements im pazifischen Ozean).
Passt auch irgendwie, nachdem das Jahr für mich nicht so rund läuft und sich irgendwie alles anfühlt wie ein Alptraum von Stephen King.
Zirkuspersonal in der Kanalisation ist mir zwar noch nicht aufgefallen - aber bis Jahresende kommt das sicher auch noch   :bolt:

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Was jetzt folgt, sind mehrere Schichten verdünnter Bootslack - die ersten beiden sind schon drauf:

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Der Plan ist jetzt wieder im Seenotretter-Shop erhältlich
 

 

Das wär's auch schon gewesen.

Edited by titanicmax
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Ahoy, Freunde der klassischen Rettungsboote!
Es gibt neues von der Werft.

Wie alle Rettungsboote wurde auch die Steffens im Laufe ihrer Dienstzeit mehrmals umlackiert und umgebaut. Zu Beginn war der Aufbau noch komplett weiß und auch das grüne Deck kam erst später.
Der Optik wegen habe ich mich für den Bauzustand von 1968 mit noch unlackiertem Deck und orangem Aufbau entschieden.

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Kutterregatta 1968 - Quelle: sielbild.de

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1960 - Quelle: sielbild.de

 

Das Deck ist ebenfalls mit Dekofolie beplankt. Die Scheuerleiste ist ein 5 mm Halbrundstab aus Polystyrol und mit Sekundenklebstoff befestigt. Eine Leiste habe ich geschafft, dann ist mir natürlich der Klebstoff ausgegangen...

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Die Kante zwischen Scheuerleiste und Deck wird noch verspachtelt und dann ein Schandeck aufgeklebt (für die Landratten: umlaufende Randplanke).

Das wär's auch schon gewesen.

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Ahoy, Freunde der klassischen Rettungsboote!
Es gibt neues von der Werft.

Aus einem Reststück vom Rumpfbau (6 mm Birkensperrholz) ist das hintere Kielstück entstanden:

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Muss jetzt noch gründlich mit Bootslack versiegelt und gespachtelt werden.

Das Ruderblatt besteht aus zwei aneinander geklebten 2 mm Polystyrol-Platten und ein paar Klemmschiebern aus der Restekiste.
Ein Klemmschieber ist 90° nach Steuerbord versetzt und wird später über einen Bowdenzug mit dem Ruderservo verbunden.
Natürlich nicht so filigran und schön wie mit geätzten Ruderscharnieren, aber robust und funktionell. Die beiden Lager am Rumpf werden noch mit Endfest 300 verstärkt.
Nicht dass das Ruder bei der ersten Grundsee stiften geht... :pfeif:

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Das wär's auch schon gewesen.

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Es gibt neues von der Werft.

Ruderlager & Kielstück sind mit Endfest 300 verstärkt und die Schlingerkiele aus Polystyrol-Profilen angeklebt:

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Kühltaschen folgen morgen. Da die Boote für Strand- und Wattgebiete konzipiert waren, wurde auf konventionelle Kühlwassereintritte verzichtet.
Diese könnten durch Sediment verstopfen und ohne Antrieb ist das beste Rettungsboot nur ein Spielball der Elemente.

Zeit für eine erste Stellprobe der Technik:

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Sieht soweit ganz gut aus. Genug Platz die notwendige Technik und manuelle Schalter für die Beleuchtung.
Für die Positionslichter und den Maschinenraum braucht es kein Multiswitch-Modul.

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Zum Vergleich ein britisches 36ft Liverpool - das Pendant zu den deutschen Strandrettungsbooten.
Mittschiffs etwas fülliger und ein paar Gramm mehr mögliche Zuladung, aber ein sehr tief liegendes Deck. Die Motoren haben zu Rumpf und Deck nur 1 mm Luft...

Das wär's auch schon gewesen.

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Ahoy, Freunde der klassischen Rettungsboote!
Es gibt neues von der Werft.

 

Gibt Tage, da läuft es wirklich gar nicht. Neben beruflichen Sorgen schlägt (mal wieder) die Melancholie zu.
Also ab in den Schuppen, um irgendwie auf andere Gedanken zu kommen.

Die Ruderanlage ist drin und das Beste - sie funktioniert.

Ein Mini-Servo wirkt über einen 0,8 mm Stahldraht in einem passenden Kunststoffrohr auf das Ruderblatt.
Hat mich ein paar Versuche gekostet und ein unnötiges Loch im Rumpf gekostet. Aber nichts, was man nicht wieder hinbekommen könnte.

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Das Ruder selbst mit seinen - zugegebenermaßen etwas klobigen - blauen Scharnieren wird durch ein ansprechenderes Exemplar ersetzt.

Statt Stephen King und zu viel Cola gab's dieses Mal das Beste, was die geliebte Insel zu bieten hat - in musikalischer und auch kulinarischer Hinsicht.
Eine Dose mit leckeren Pralinen und ein paar Glas altes Feuerwasser. Nicht ganz so alt wie die ehrwürdige Monarchin, aber dem Anlass angemessen.
Auf die Königin und lang lebe der König  :sauf:

Das wär's auch schon gewesen.

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  • 2 weeks later...

Ahoy, Freunde der klassischen Rettungsboote!
Es gibt neues von der Werft.

 

Der Antrieb ist drin. Ein Igarashi (2738-048-GFC-3) von Conrad mit  16.000 Umdrehungen. Den hatte ich für ein das Liverpool in 1:20 besorgt (bei Interesse mache ich dafür auch nen Baubericht auf). Größe und Gewicht sind quasi identisch, da sollte der Motor eigentlich auch passen :weisnicht: Gesagt - getan. Motorstecker angelötet, die kleine Bürste an die Motorhalterung geschraubt und das Testbecken gefüllt. Bei 1/3 Fahrt ist die Kleine gemütlich unterwegs, legt man die Hebel auf den Tisch:

 

Besser über- als untermotorisiert. Und trotz der leichten Bauweise stabil :D
Auf das große, direkt angeströmte Ruder spricht sie sehr gut an. Alles in allem ein rundum erfolgreicher Test.
Nachdem die Technik funktioniert, können jetzt das achtere Cockpit und der Aufbau angepackt werden.

Das wär's auch schon gewesen.

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  • 3 months later...
titanicmax

Ahoy, Freunde der klassischen Rettungsboote!
Es gibt neues von der Werft.

Ein schon längst überfälliges Update. Die Seitenwände aus PS sind dran und die kleine durfte zu ihrer ersten Probefahrt aufbrechen.

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Fahrverhalten ist angenehm und die Geschwindigkeit passt. Der ruckelige Fahrstil rührt daher, dass sich der Vormann noch an die neue Anlage gewöhnen muss.
Beim letzten UT hat sich der Gedanke an eine 2,4 G Anlage eingenistet und während sieben Stunden heimfahrt festgefressen. Wieder zuhause bin ich bei Berlinski fündig geworden.

Die Carson Reflex Stick Multi Pro LCD war im Angebot und wurde direkt geordert. Mit 14 Kanälen für meine Bedürfnisse ausreichend und bei dem Preis ein guter Einstieg in 2,4 G.
Einziger Wehrmutstropfen ist die fehlende Rastfunktion bei den Knüppeln.
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Das wär's auch schon gewesen.

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