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...immer dieser Ärger...


Ralph Cornell

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Ralph Cornell

... mit dem Querstrahlruder! Neulich am Teich war es mal wider so weit. Wir hatten einen Gast hier vom Forum dabei, und uns Chistoph wollte seinen neuen Schlepper ausprobieren. Der war noch nie im Wasser, nicht mal in der Badewanne. Und während er noch an der Einstellung herumpfriemelte, bemerkte er, daß der Kahn vorne tiefer eintauchte... undicht. Ich meinte ja gleich: Wenn es von vorne kommt, kann es an sich nur das Querstrahlruder sein.

Und so war es dann auch. Boot aus dem Wasser, Spritze genommen und das eingedrungene Wasser abgesaugt. Ausgewischt, vordere Luke weg, Boot wieder ins Wasser, genau hingucken... "Es läuft schon wieder rein, und es kommt von vorne. Hast recht, Ralph, das Querstrahlruder..."

Nicht zum ersten Mal.

Nun dachte ich schon länger darüber nach, in meine "Weser" ein Querstrahlruder einzubauen. Aber so ein Ding hat einen ziemlichen Querschnitt in den Querrohren, und das dauerhaft dicht zu bekommen... siehe oben.

Außerdem ist der Bug der Weser scharf auf Kiel gebaut. Was kann man statt dessen tun? Mir kommt es ja nicht auf Originaltreue an - die "Weser" hat, glaube ich, kein Querstrahlruder. Aber was ist denn ein Querstrahlruder anders als eine Vorrichtung, die einen Wasserstrahl entweder nach Backbord oder nach Steuerbord abgibt?

Was kann noch einen Wasserstrahl abgeben? Richtig, eine Pumpe!

Ich habe ja schon so ein Ding an Bord, zu Versorgung der Löschmonitore. Eine zweite Pumpe hätte durchaus Platz. Natürlich muss es eine Zahnradpumpe sein, für eine Kreiselpumpe bräuchte man eine komplizierte Ventilsteuerung. Einer Zahnradpumpe ist es egal, ob sie vorwärts oder rückwärts läuft. Man bräuchte nur einen Vor-Rück-Fahrtregler. Das Exemplar, das ich schon drin habe, erzeugt einen ganz netten Druck - die Wasserstrahlen aus den Löschkanonen reichen gute 5 m weit.

Was bräuchte man? Die Pumpe selbst, Schläuche für den Wassertransport, und "Tanknippel", wie man sie aus dem Flugmodellbau kennt. Das wäre alles.

Also diese hier , Diese und diese. Alles vom Blauen Klaus. Und dann noch das hier.

Ich werde berichten...

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Du da einen Denkfehler eingebaut:

ohne Düse wäre besser! Die Wassermenge zählt für den langsamen Schub. Dann funktioniert das mit der Pumpe vermutlich recht gut.

Du vergisst auf den Strahlwirkungsgrad: Wenn Du eine kleine Düse als Ausstoß nimmst ist das, als würdest Du bei dem Schlepper  zwei 15 mm Renn Propeller statt der normalen großen Propeller einbauen. Die spritzen für sich super stark, aber bringen bei dem stattlichen Modell praktisch keinen Vortrieb. Besser eine größere Fläche die das Wasser etwas schneller bewegt als das Modell maximal fahren soll.

 

 

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Vorteil der Pumpenlösung - die nicht wirklich neu ist, selbst Flautenschieber für Segelboote gab und gibt es nach dem Prinzip - ist der extrem diskret mögliche Einbau. Gerade wenn es original keinen Querstrahler - oder Notantrieb beim Segelboot - gibt, fallen bündig verschliffene Röhrchen für rechts/links bzw. Ein- und Auslass nur minimal bis gar nicht auf. 

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Ralph Cornell

Ich dachte da gar nicht an eine Düse, @genius . Die Tanknippel schätze ich mal auf 5 mm Außendurchmesser, und das würde recht gut zu den Anschlüssen an der Pumpe passen, die, wenn ich mich nicht täusche, auch so 4-5 mm Außendurchmesser haben. Ich weiß nicht, ob Du die Links aufgemacht hast - wenn ja, wirst Du gesehen haben, daß die vorgesehenen Schläuche 3,2 mm innendurchmesser haben und wohl recht dicht auf die Anschlüsse passen würden. Natürlich wird der Wirkungsgrad durch den Außendruck gemindert. Die Pumpe muss nicht Luft beiseite schieben, sondern Wasser. Aber ich will ja keinen überbordenden Wirkungsgrad. Mir kommt es auf die einfache Montage an.

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  • 2 weeks later...
Ralph Cornell

Und hier nun der Versuch. Ich hatte mich immer schon darüber geärgert, daß beim Betätigen der Löschmonitore die "Weser" nach "Feuerlee" abtreibt - der Rückstoß der Spritzdüsen ist doch ganz erheblich. Außerdem wurde der "Weser" ein neuer Akkusatz spendiert - ein 4S LiFePO. 15 Ah mit Headways-Zellen. Das sollte für eine Weile reichen!

Die Montage der Auslässe war etwas tricky, da die "Düsen" nur ein relativ kurzes Gewinde besitzen. Zunächst einmal schnitt ich mir zwei Scheiben aus 2mm Messingblech zurecht. Sie erhielten vor dem Ausschneiden je ein M4-Gewinde verpasst, den das ist der Gewindedurchmesser der Tanknippel.

Auf der Drehbank wurden die Messingscheiben angeschrägt. Nachdem das erledigt war, schnitt ich mir von einem alten Fahradschlauch zwei Scheiben Gummi heraus. Die wurden dann zwischen den Messingscheiben eingespannt und begradigt.

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Das sollten dann die Dichtscheiben werden. Die Imbus-Schraube diente mir als Spanndorn.

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Die Montage der Pumpe war ein Kinderspiel, da ich ja schon eine baugleiche Pumpe für die Löschmonitore besaß. Ich konnte also die selben Schrauben für die Montage der 2. Pumpe verwenden.

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So sehen die fertigen Auslässe aus. Das Gewindeende schaut etwa einen halben Milimeter aus de Scheibe heraus, aber das stört mich wenig.

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Die Schläuche aufzuziehen war eine Angelegenheit von Minuten. Was etwas länger dauerte, war die Anfertigung der Schlauchsicherungen aus 0,8'ter Stahldraht.

Eines ist sicher: Mit keinem konventionellen Querstrahlruder wäre ich so weit nach unten bis zum Kiel gekommen! Der Versatz der beiden "Düsen" ist Absicht - damit sie sich nicht gegenseitig in die Quere kommen.

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Von der originalen Farbe des Rumpfbodens hatte ich noch etwas. Zuerst Valleijo-Haftgrund drauf und dann den 2-K-Acryll-Lack. Das sollte Dicht halten und bleiben.

Heute Morgen erfolgte dann der obligatorische Schwimmtest und die Erprobung der Wirksamkeit im heimischen Testbecken:

Das Video zur Pumpenlösung.

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Ralph Cornell

Etwas habe ich dann noch realisiert: Man will ja nicht die Pumpe ständig an haben. Also:

Leider sind bei der "Weser" alle 16 Kanäle meiner MC-32 besetzt. Aber das heißt ja nicht, das alle Empfängerausgänge besetzt sind!

Da wäre z.B. der Kanal 2. Ich benutze ihn bei Mehrschrauben-Schiffen als Geber für differentierte Ansteuerung zur Unterstützung des Ruders. Der Steckplatz am Empfänger war noch frei, und da wurde der Regler von Modellbau-Regler angesteckt.

In dieser Konfiguration wäre die Pumpe allerdings immer mitgelaufen, wenn ich die Schrauben differentiert ansteuere, Aber die MC-32 ermöglicht nette kleine Kunststückchen: Man kann einen Kanal mit sich selbst mischen - also 2->2. Und da jeder Mischer abschaltbar ist, genügte es, einen Schalter zu implementieren.

Das Sahnehäubchen auf dem Kaffee ist die Tatsache, daß der gemische Kanal als Nur-Mix-Kanal definiert ist. Das beeinflusst den Ausgangskanal nicht, K2 ist immer noch als Geber für die differentierte Schraubensteuerung brauchbar. Aber wenn ich den Schalter betätige, ist der Regler der Pumpe wahlweise ein- oder ausgeschaltet.

Nett, nicht?

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