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Hallo,

ich möchte ein Schiff bauen, welches ich als Wacht/Schutz und Bergungsschiff nutzen möchte. Dieses soll auf einem Teich genutzt werden, um von einem Freund das Boot, falls es im Seegraß oder Schilf feststeckt herauszuziehen und um zum Spaß so herumzufahren.

Meine Frage ist nun, was muss ich für ein Holz für den Rumpf bzw. das Oberteil des Schiffes verwenden.

Das Schiff wird so, wie auf den gezeigten Bildern nachgebaut (der größte Teil zumindest). Das Schiff wird außerdem über 2 Schrauben angetrieben.

DSCN6279-2-Polizeiboot_SYLT-20120515.jpg

DSCN6089-Polizeiboot_SYLT-20120515.jpg

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@RobertD Erst einmal vorausgeschickt: Grundätzlich kannst Du jedes Holz verwenden - aber keines, ohne es zu behandeln (versiegeln). Holz quillt, saugt sich voll, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Besonders edle Hölzer mit dichter Struktur können dem länger widerstehen, sind aber auch nicht ganz unempfindlich für diesen Effekt. Besonders gefütchtet ist das Verziehen durch Feuchtigkeit. Die hier entstehenden Kräfte können Klebungen aller Art aufsprengen.

Daher: Sperrholz ist wohl das geeignete Material der Wahl, aber wenn alles fertig ist und passt: Versiegeln! Eine Methode ist, Bootslack zu verwenden, aber dabei ist zu bedenken, daß das Zeug, nachdem es ausgehärtet ist, mit nichts mehr reagiert und nichts mehr annimmt - weder Klebstoffe, noch Lacke.

Von daher: Sperrholz verwenden, und zum Versiegeln Eposeal, eine Art Epoxy-Lack. Der kann angeschliffen werden und bietet eine hervorragende Unterlage für die folgende Lackierung. Diese sollte dann mit Haftgrund und guten Farben erfolgen. Das hier im Forum häufig gelobte Molotow ist sehr gut, aber nicht billig.

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vor 10 Minuten schrieb Ralph Cornell:

@RobertD Erst einmal vorausgeschickt: Grundätzlich kannst Du jedes Holz verwenden - aber keines, ohne es zu behandeln (versiegeln). Holz quillt, saugt sich voll, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Besonders edle Hölzer mit dichter Struktur können dem länger widerstehen, sind aber auch nicht ganz unempfindlich für diesen Effekt. Besonders gefütchtet ist das Verziehen durch Feuchtigkeit. Die hier entstehenden Kräfte können Klebungen aller Art aufsprengen.

Daher: Sperrholz ist wohl das geeignete Material der Wahl, aber wenn alles fertig ist und passt: Versiegeln! Eine Methode ist, Bootslack zu verwenden, aber dabei ist zu bedenken, daß das Zeug, nachdem es ausgehärtet ist, mit nichts mehr reagiert und nichts mehr annimmt - weder Klebstoffe, noch Lacke.

Von daher: Sperrholz verwenden, und zum Versiegeln Eposeal, eine Art Epoxy-Lack. Der kann angeschliffen werden und bietet eine hervorragende Unterlage für die folgende Lackierung. Diese sollte dann mit Haftgrund und guten Farben erfolgen. Das hier im Forum häufig gelobte Molotow ist sehr gut, aber nicht billig.

Vielen Dank @Ralph Cornell , hast mir damit sehr geholfen!

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Yep, Sperrholz ist das Materlal der Wahl. Aber auch hier: Sperrholz ist nicht gleich Sperrholz - also musst Du Dir gut überlegen, was Du willst.Hier mal die häufigst verbauten, ich habe alle schon benutzt, weiß also halbwegs, wovon ich schreibe. Bieten alle Vor- und Nachteile, kannst Dir aussuchen, was Dir entgegen kommt. Wichtig ist auch wasserfest verklebt oder nicht: Wie schon oben beschrieben, musst Du eh versiegeln. Aber bei nicht wasserfest verklebtem musst Du noch genauer/gründlicher sein - ich lasse es da mit Bootslack nicht bewenden sondern nehme eine ganze Reihe von Anstrichen mit verdünntem Epoxy vor, damit ja alles in die Poren gezogen ist.

 

1) Pappelsperrholz 

Vorteile:

  • Sehr billig, in Bastelgeschäften einfach erhältlich
  • Sehr weich zu sägen, sehr schnelles Sägen

Nachteile:

  • Oft sehr schlampig verklebt, Schichten lösen sich beim Sägen voneinander -> meist nachklebbar
  • Franst beim Sägen leicht aus
  • Nicht wasserfest verklebt
  • mechanisch nicht besonders belastbar, Du brauchst ca. die doppelte Dicke von Birke bei der gleichen Belastbarkeit

2) Buchensperrholz

Vorteile:

  • Auch recht billig zu kaufen
  • Gibt es prinzipiell in wasserfest und nicht wasserfest verklebt
  • Ich selber finde den rötlichen Ton recht schön
  • Sehr hart und dadurch recht stabil

Nachteile

  • Gerne leicht wellig und verzogen - Buche ist zwar einerseits recht hart (zum Sägen), lässt sich andererseits aber auch leicht biegen
  • Sehr hart zum Sägen
  • Muß extrem gut versiegelt werden, da recht wasserempfimdlich

3) Birkensperrholz (normal)

Das habe ich schon in den unterschiedlichsten Qualitäten gesehen - wasserfest und nicht wasserfest verklebt.

Vorteile:

  • Läßt sich gut sägen
  • Recht stabile Bauteile

Nachteile:

  • Qualitätsstreuung sehr hoch, habe schon schiefe und grumme Teile im Internet erworben
  • In Baumärkten oder Bastelgeschäften kaum erhältlich -> Onlineversand

4) Wasserfest verleimtes Flugzeug-Sperrholz (auch Birke)

Vorteile:

  • Extrem gut zu sägen
  • Fest
  • Gerade Bretter

Nachteile:

  • Praktisch nur im Internet erhältlich
  • Teuer

Was Du nimmst, musst Du selber abwägen - je nach Einsatz und Anforderungen.

Hoffe das hilft!

 

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Puh @BernhardB, das ist eine große Auswahl für einen Anfänger, da weiß man gar nicht so genau was man verwenden sollte.

Trotz der guten Beschreibung ist es schwierig sich zu entscheiden:)

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Sooo schwierig ist es nicht, ich sag mal, wie ich persönlich auswähle:

Buche als Sperrholz und die "billige" Variante von Birke haben bei mir für die meisten Zwecke inzwischen ausgedient: Buche ist mir zu anstrengend zu sägen, bei Birke habe ich schon gescheit krumme Bretter erwischt.

Spanten für Rumpf habe ich meist aus wasserfest verleimten Flugzeugsperrholz gemacht - kostet zwar, aber wie lange baut man an so einem Rumpf? Rechnet man es so aus, ist es immer noch billiger, als in der Kneipe zu sitzen. Als Anhaltspunkt: Für meine "kleinen" bis 30 cm hab ich 1,5 mm starkes Holz verwendet, für meine Rennboote (ca 60 cm) 3mm. Meine "Maria" mit 1m Länge habe ich damals aus 4 und 6mm Buche zusammengezimmert, heute wäre mir das zu anstrengend. 

Für nicht-tragende Aufbauten, die nicht besonders mit Wasser in Berührung kommen, taugt Pappel alle mal. Sollte man dann nur berüclsichtigen, daß die Kanten gut geschliffen werden wollen, damit sie sauber aussehen - evtl. etwas größer sägen und den Rest wegschleifen.

 

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Posted (edited)

Wir sprechen jetzt nicht von den Planken, sondern von den "inneren" Leisten wie Kiel, Stringer, Leisten an den Kanten von Tumpfknicks usw?

Kommt drauf an wie stark die gebogen werden müssen: Wenn es keine extremen Biegungen hat: Normale Kiefern-Leisten, wie Du sie überall kriegst. Wenn es stark gebogen werden muss: Buchenleisten.

Die Beplankung des Schiffs bei Booten wo sich das anbietet (Knickspanter mit geraden Wändem - Holz kannst Du grundsätzlich nur in 1 Richtung biegen): 1mm Flugzeugsperrholz. Bei "klassischen" Booten, wo die Wände nicht farblich sondern Klarlack erhalten, das Material, aus dem die "in Echt" auch sind. D.h. bei nem Mahagoniboot aus Mahagoni-Leisten, hier meine "Crouch": 

 

Das Nächste wird ein bayrischer Segler, der im Original mit Fichte beplankt ist. Den werde ich auch mit Fichtenleisten beplanken.

 

Das ist aber ein Punkt, über den gerne viel gestritten wird: Ist es realistischer, das Original-Holz zu verwenden, oder ein feiner gemasertes (die Maserung verkleinert sich ja nicht im Modell-Maßstab) mit Beize an den Original-Ton anzugleichen? Ich nehme lieber Original-Holz, da ich finde, Beizen erkennt man fast immer...

 

Edited by BernhardB
Typo

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Hallo,

 

Bernhard hat es ja schön gut beschrieben....Pappel kann man schön für Spanten nutzen. Zum beplanken verwende ich gern Ceiba, oder Flugzeugsperrholz...Gibt auch spezielles Biegesperrholz, mit dem man besonders gerundete Bereiche gut bepflanzen kann. !nach einer schwört auch auf Balsa....ist mir pers. zu empfindlich...bricht leicht u d beim schleifen muss man höllisch aufpassen, dass man nicht durch schleift.

Edited by JB007

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@BernhardB Ich habe hier mal ein Foto von dem Schiff meines Freundes, kannst du darauf erkennen um welche Holzart es sich handelt?

Ich würde gerne mit der gleichen bauen wollen, da es damit bisher immer sehr gut geklappt hat.

Screenshot_6.jpg

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Die Leisten werden normale Kiefer/Fichte sein. Das Technik-Brett wird Birke sein - ich nehme an, Flugzeugsperrholz, das dünn genug ist, Clipse für Batterie-Halter usw. durchzustecken. > 2mm Dicke gibt es im Sperrholzbereich fast nur noch Flugzeug-Sperrholz, alles andere würde zu leicht brechen. Beim Rest tippe ich auf Pappel.

Aber warum fragst Du ihn nicht einfach, er muss doch wissen, was er gebaut hat? Besonders wenn es so schön sauber und sorgfältig gebaut ist, wie Du uns hier zeigst.....

Edited by BernhardB
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Hallo Robert,

ich verfolge Deine Frage und die Antworten. Das sind schon gute Hinweise.
Falls Du noch Zeit hast und in der Reichweite von Friedrichshafen bist kann ich Dir einen Besuch auf der Messe empfehlen.
Meine Boote, falls kein Bausatz, baue ich in der Regel aus Balsa 4-5 mm für die Spanten und, je mach Bootslänge 2-3mm für die Beplankung.
Unbedingt empfehle ich bei Holzrümpfen einen Überzug mit Glasfasergewebe und Harz. Mindestes 2 Lagen Gewebe.
Innen streiche ich die Boote dann mit dem übrig gebliebenen Harz , gg.f verdünnen, oder dem genannten Eposeal.

 

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