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Liverpool Class Lifeboat "George Elmy"

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Wie im Thread zur geräuscharmen Motorhalterung bereits angedroht, habe ich ein neues Projekt gestartet (in Kooperation mit einem berühmt-berüchtigten Jäger und Sammler ;) ).

Seit einer Dokumentation über das Penlee Lifeboat Disaster ist mein Blick über den Kanal gewandert und die Suche nach Bauplänen alter englischer Rettungsboote begann. Als mir neben einem Modellbauplan für die Liverpool-Klasse auch ein GFK-Rumpf zu einem vernünftigen Preis vor die Flinte lief war das nächste Projekt klar. Gebaut wird die "George Elmy", das Rettungsboot aus Seaham das am 17.11.1962 im Einsatz verunglückte. Nach dem Unglück durchlebte das Boot eine wechselvolle Geschichte bevor es in den letzten Jahren aufwändig restauriert wurde.

Angaben zum genauen Hergang des Unglückes und einige Bilder die nach dem Unglück entstanden sind (und eindrucksvoll zeigen welche Naturgewalt Boot und Besatzung an diesem verhängnisvollen Abend ereilt hat) findet man hier. Nach langer Suche konnte ich auch einen Originalplan des Seaham-Lifeboats ausfindig machen, der eine perfekte Ergänzung zum Modellbauplan ist. Ein paar Infos zur Liverpool-Klasse findet man auf Wikipedia und weitere Details zur Konstruktion in einigen Büchern über die RNLI.

Im Prinzip basierten die Boote der Liverpool-Klasse auf den alten Ruderrettungsbooten der RNLI, waren im Gegensatz zu ihren direkten Vorgängern (den 35ft 6in Selbstaufrichtern) jedoch nicht selbstaufrichtend. Mit Beginn der Motorisierung der Rettungsbootflotte lassen sich die klassischen "Doppelender" der RNLI in zwei Kategorien teilen: die schmalen, zum Krängen neigenden Selbstaufrichter und die breiten, stabil schwimmenden nicht selbstaufrichtenden Boote, wobei letztere aufgrund ihrer stabilen Schwimmlage oft bevorzugt wurden. Nach den Unglücken von Longhope (1969) und Fraserburgh (1970) begann die Umstellung der Rettungsflotte auf Selbstaufrichter.

Genug zum Original, auf zum Modell. Gebaut wird in 1:12, was ein mit 90cm Länge und 4,5kg Gewicht handliches Modell ergibt. Der Rumpf ist von Orion-Mouldings und macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Die Spanten sind aus Modellbauplatte von AMCO, mit Sekundenkleber fixiert und danach mit Stabilit Express verklebt.

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Das Ruder war aus drei Lagen ABS und etwas Messing schnell hergestellt, ganz im Gegensatz zu Ruderachse- und Maschine. Um das Ruderblatt beim Wassern über Rampe oder Slipwagen nicht zu beschädigen wurde dieses entlang der quadratischen Achse hochgezogen, eine Möglichkeit die ich mir auch für das Modell offen halten möchte. Die Ruderachse ist ein 2mm Messingdraht auf den ein quadratisches 3mm x 3mm Messingprofil aufgeschoben und verlötet wurde, das Ruderblatt ist nur aufgeschoben und kann so aufgezogen oder abgelassen werden. In Ruderhacke und Getriebebox sind zwei handelsübliche Sinterlager eingeklebt.

Angesteuert wird das Ruder über einen modifizierten Servohebel unter der Getriebebox. Aufgrund der geringen Breite der Getriebebox ist der Weg der Pinne begrenz und das Ruder kann nicht so weit übergelegt werden wie gewöhnlich. Ob's ausreicht wird sich bei der Probefahrt zeigen.

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Manöverkritik, Lobpreisungen und Gemecker könnt ihr hier abgeben (klick mich sanft). :mrgreen:

 

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Der Ruderausschlag von 25 Grad zu jeder Seite hat mich nicht überzeugt, daher habe ich die komplette Ruderanlage ausgetauscht. Die neue Getriebebox ist ein paar Zentimeter größer und ermöglicht einen Ruderausschlag von 32 Grad zu jeder Seite. Zwar noch nicht optimal, aber mehr ist ohne eine weitere und auffällige Vergrößerung der Getriebebox nicht möglich.

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Beim Original wurde das Ruderblatt über eine Leine hochgezogen bzw. abgelassen. Um das Modell über eine Rampe oder einen Ablaufwagen wassern zu können, muss diese Funktion auch am Modell realisiert werden. Ideen könnt ihr gerne hier posten.

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Heute war es endlich soweit, bei einsetzender Dämmerung und leichtem Nieselregen wurde die George Elmy das erste Mal ihrem Element übergeben um Motor und Ruder zu testen bevor das Deck fest verbaut wird. Die Kleine liegt schön im Wasser und kann sogar noch etwas Zuladung vertragen. Mit einem provisorischen Deckshaus Marke Tupper vor Nieselregen und Spritzwasser geschützt ging es an den Geschwindigkeitstest. Bei 3/4 Fahrt voraus schiebt sie sich wie das Vorbild gemütlich durchs Wasser, die Boote der Liverpool-Klasse erreichten eine maximale Geschwindigkeit von 6,5 - 7,5 Knoten bzw. 7,5 - 8,5 km/h. Mit den verbauten Igarashi N2378-125 (12V 5800 Umdrehungen/Minute) fährt sie zwar vorbildgetreu, etwas Leistungsreserve wäre aber nicht schlecht. Bedingt durch das Gewicht reagiert sie etwas träge auf die Motoren. Beim nächsten englischen Rettungsboot werde ich wieder meine geliebten starken Bühler verbauen. Verbaut sind übrigens billige Plastikprops.

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Nach ein paar Momenten unter Volllast veränderte sich plötzlich das Surren der Motoren und das Boot verlor etwas an Geschwindigkeit. Zurück an Land zeigte sich dass sich an der Kupplung der Backbordwelle eine Madenschraube gelöst hatte. Werkzeug hatte ich natürlich nicht dabei, aber einfach so abziehen wollte ich auch nicht. Der Steuerbordantrieb funktionierte ja noch und schließlich setzt die RNLI aus genau diesem Grund auf Zweischrauber. 8-)

Nur mit der Steuerbordwelle fährt sie mit etwas Gegenlenken gut geradeaus, beim Manövrieren hat sie aber ein paar Schwierigkeiten. Nach Backbord hat sie einen Wendekreis von 3 - 4 Metern Durchmesser, nach Steuerbord wendet sie kaum. Ich vermute mal die verbleibende Steuerbordwelle steuert das Boot immer etwas nach Backbord und reduziert den Effekt des Ruders nach Steuerbord. Lenkt man nach Backbord wird das Ruder nicht direkt angeströmt, dadurch vermutlich der große Wendekreis. Immerhin, man bekommt die Kleine zurück ans Ufer und das Konzept des redundanten Antriebs bewährt sich auch im Modell.

Zurück in der Werft ging es an die Fehlerbehebung. Die Backbordkupplung war zu weit auf die Schraubenwelle aufgeschoben, darum lag die Madenschraube exakt mittig über dem Ende der Motorwelle. Mit einem Inbusschlüssel und einer neuen Madenschraube war das Problem schnell gelöst.

Fürs Foto habe ich auch den klappbaren Mast aufgesteckt. Die Halterung sitzt in einer Vertiefung an Deck um ihm besseren Halt zu geben. Beim Original wurden die Kabel der Beleuchtung durch den Mast selbst geführt, gleichzeitig war der Mastfuß eckig. Falls jemand einen Vorschlag hat dass ohne großen Werkzeugpark zu realisieren, immer her damit.

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Um noch ein paar Grad mehr Ruderausschlag zu erreichen habe ich die seitlichen Begrenzungen der Ruderbox entfernt und den Schlitz im Servohebel vergrößert.

Über dem Fahrakku sitzt der Technikträger mit Empfänger, Regler und dem Akku der Beleuchtung. In dieser Position drückt die Rückseite des Trägers gegen die steifen Kabelanschlüsse an den Motoren und verursacht dadurch Vibrationen der Antriebsanlage. Hebt man den Träger etwas an lassen die Vibrationen sofort nach, darum wird er später auf den Süllrand aufgesetzt.

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Um mich auch später noch in meinem Kabelsalat auszukennen habe ich mit einem Dymo Beschriftungsgerät zwei Etiketten für den Hauptschalter und die Kanalbelegung gedruckt.

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Die Akkuhalterung ist aus Holzleisten und Modellbauplatte gebaut und mit Stabilit Express im Rumpf befestigt, bei Bedarf kann ein weiterer Akku eingelegt werden. Um das Boot auf KWL zu bekommen fehlt sowieso noch etwas Ballast und die Fahrzeit lässt sich damit auch verlängern.

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Grade zurück von der zweiten Probefahrt. Wie es scheint habe ich die Fahreigenschaften gestern völlig falsch und viel zu optimistisch eingeschätzt.  Im Vergleich zum Original ist sie definitiv zu langsam und untermotorisiert. Nach etwa 15 Minuten Fahrt unter Volllast waren beide Motoren etwas warm, vorsichtshalber werde ich einen kleinen Lüfter einbauen.

Verbaut sind zwei Igarashi N 2738-125

  • Leerlaufdrehzahl 5.800 Umdrehungen / Minute
  • Lastdrehzahl 4.750 Umdrehungen / Minute
  • max. Drehmoment 5 Nmm
  • Betriebsspannung 6 - 24 Volt

Alternativ gibt es den Igarashi N2738-51

  • Leerlaufdrehzahl 14.850 Umdrehungen / Minute
  • Lastdrehzahl 12.300 Umdrehungen / Minute
  • max. Drehmoment 9 Nmm
  • Betriebsspannung 3 -18 Volt
  • identische Abmessungen wie die verbauten Motoren

Die Alternativmotoren würden perfekt in die verbauten Motorhalter und Kupplungen passen. Notfalls könnte ich auch die Motorhalterungen ausbauen und zwei Bühler verbauen, müsste dafür aber auf den hinteren der beiden Akkuplätze und damit auf viel Fahrzeit verzichten (die Bühler sind doppelt so lang wie die Igarashi). Was meint ihr, wären die Igarashi mit 14.850 Umdrehungen / Minute einen Versuch wert?

Mit beiden funktionierender Antriebsanlage ist der Wendekreis schon besser aber noch nicht ganz optimal. Da die Ruderwirkung aber auch von der Anströmung des Ruders abhängt warte ich mal den Test mit anderen Motoren ab bevor ich einen neuen Fahrtregler und einen Mischer besorge.

Manöverkritik, Vorschläge und Gemecker könnt ihr gerne in den Kommentaren posten.

 

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Nach den Denkanstößen in den Kommentaren bin ich nochmal in den Bastelschuppen gepilgert und habe das Materiallager gecheckt. Zwei Langsamläufer von Bühler mit einer Leerlaufdrehzahl von 4.000 Umdrehungen / Minute und einer Lastdrehzahl von 3.100 Umdrehungen / Minute samt Motorhalter und exakt passender Kupplungen waren schnell gefunden und werden morgen eingebaut. Hat sich wirklich gelohnt bei den letzten Projekten ein paar Teile extra zu bestellen, es fehlen nur noch die Anschlusskabel. Die beiden Bühler waren eigentlich für ein anderes Rettungsboot gedacht (für ein 47ft Watson, die "Solomon Browne" aus Penlee die 1981 tragische Berühmtheit erlangte), bei Gelegenheit werde ich nochmal ein paar ordern. Mit den Bühlern ist es wie mit Zigarren & Whisky, man kann nicht genug auf Lager haben. :mrgreen:

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Vor der Probefahrt heute habe ich den Süllrand angeleimt und der Technikträger hat dort seinen Platz gefunden. Dort sind die Teile auch besser geschützt falls doch mal etwas Wasser über den Süllrand schwappen sollte.

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Freitagnachmittag habe ich die Motoren gegen zwei Bühler getauscht und die Kleine bei etwas Wind und Wellen ins Wasser gesetzt. Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte, also seht selbst:

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Für die Cineasten unter euch gibt es sogar einen kleinen Film. Leider etwas verwackelt und der Autofokus hat etwas Probleme gemacht. Bei voller Kraft ist die Kleine recht flott unterwegs, das Video ist auf 50% verlangsamt um die "Maßstabsproblematik" (Schiff in 1:12 und Wellen in 1:1) etwas auszugleichen. Auf Anraten meines Vaters werde ich eine Halterung für unsere GoPro bauen die anstatt des Aufbaus auf den Süllrand aufgesetzt werden kann um auch mal ein Video aus Sicht der Besatzung zu drehen.

Beinahe hätte die Probefahrt in einem Unglück geendet als sich der Skipper zu nahe ans Ufer wagte, das Boot quer zur See auf Kies aufgelaufen ist und von anbrandenden Wellen gebeutelt wurde. Hier machten sich der Spritzschutz Marke Tupper und vor allem die hohe Einbauposition von Regler und Empfänger bezahlt und die Elektronik kam ohne Schaden davon. Alles in allem bin ich von den Fahreigenschaften des Bootes und der Schwimmlage begeistert. Gut, der Wendekreis könnte noch kleiner sein aber das lässt sich jederzeit über einen Mischer lösen.

Seemannsgarn könnt ihr gerne hier spinnen. :)

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Auch wenn das Deckshaus Marke Tupper seine Aufgabe hervorragend erfüllt, so langsam war es Zeit für einen richtigen Aufbau aus GFK. Dieses Mal habe ich Materialien von Breddermann verwendet, auf Gelcoat verzichtet und das Harz kräftig eingefärbt. Um an der Innenseite nicht nacharbeiten zu müssen habe ich ein Negativ abgeformt, außen spachtelt und schleift es sich leichter. Leider sitzen die oberen Bullaugen an der Vorderseite zu tief, die muss ich verschließen und neu setzen.

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Für das Grundgerüst habe ich wieder Modellbauplatte verwendet, die Deckplatte des Maschinenschotts ist aus 1mm ABS und für die Bilder provisorisch aufgelegt. Fest verbaut wird die Deckplatte erst nachdem darauf alle Details angebracht sind. Beplankt wird die Außenseite entweder mit Echtholz oder mit Papier in Holzoptik.

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Bevor die umlaufenden Sitzbänke eingebaut und das Deck beplankt werden kann müssen die Speigatten gebaut werden. Die Originale hatten zwanzig Speigatten, an meinem Modell werde ich vier davon öffnen. Genaue Infos und Bilder dazu gibt's im nächsten Update.

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Ostermontag, schönes Wetter und leichtem Wind, perfekte Bedingungen um das Boot nochmal zu testen. Zusammen mit zwei guten Freunden, Anglerstühlen und Zigarren ging es gestern Nachmittag an den Weiher. 8-)

Bei ruhiger See fährt die Kleine genau so flott und sicher wie bei Wind und Wellen, ganz wie die Originale. Es macht wirklich Spaß mit ihr zu fahren und ich freue mich jetzt schon auf die nächsten geplanten Modelle britischer Rettungsboote. Natürlich war ich über die Feiertage nicht untätig und habe den Großteil des Maschinenhauses mit Abachi und viel Sekundenkleber beplankt.

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Zur Abwechslung vom Beplanken habe ich aus etwas ABS und Messingdraht die Luke zum Maschinenhaus gebastelt.

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BTW: Manöverkritik, "gefällt mir nicht" und Tipps zur Herstellung eines Mastes mit 5mm Durchmesser und Bohrung für die Beleuchtungskabel gerne hier. ;) :mrgreen:

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Auch wenn neben Hausbau und Feuerwehr im letzten Jahr wenig Zeit war, ein paar kleine Fortschritte habe ich mit bei der George Elmy doch gemacht und drei prominente Merkmale dieses Bootstyps umgesetzt: die seitlichen Sitzbänke, das Maschinenhaus und den Steuerstand.

Da im Handel kein passendes Steuerrad zu finden war blieb nur der Selbstbau übrig - komplett mit Teilen aus der Restekiste.
Vom Bau des Maschinenhauses war noch etwas Modellbauplatte übrig, daraus habe ich eine Schablone für Steuerrad und Halterung gebaut, damit bleiben die einzelnen Messingteile beim Löten an Ort und Stelle. Zusammen mit einem übrigen Sinterlager, einer alten M2 Welle und dem Kompassgehäuse (aus einem übrigen Stück Kunststoffrohr und der kugelförmigen Rührschale vom Pattex Stabilit Express) war der Steuerstand schon fertig.

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Die Sitzbänke sind beim Original eigentlich Auftriebshilfen -  mehrere einzeln angefertigte und wasserdicht versiegelte Holzboxen, abgedeckt mit ein paar schützenden Holzleisten. Leider habe ich  mich an den Plan gehalten und für die Sitzbänke aus Modellbauplatte je eine einzelne Oberseite und Frontpartie ausgeschnitten und mit der Dose weiß lackiert. Ist einfach und funktioniert, aber sieht nicht so schön aus wie beim Original.
Beim nächsten klassischen Rettungsboot nehme ich  mir die Zeit und baue einzelne Auftriebsboxen. In der Materialkiste waren noch schöne Mahagonileisten übrig, perfekt für die Abdeckung der Auftriebshilfen. Zuerst habe ich die lackierte Oberfläche vorsichtig angeschliffen und dann die einzeln abgelängten Leisten mit je ein paar Tropfen Sekundenkleber befestigt.

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Eine längere Baustelle war das Maschinenhaus. Beim Original aus zwei diagonalen Lagen Mahagoni, dazwischen verstärkt mit Kaliko und nach achtern erweitert um ein paar Mann Besatzung bzw. Geretteten Schutz zu bieten. Die Liverpool-Boote stammen noch aus der Übergangsphase von den klassischen offenen Ruderbooten zu den halbgedeckten Motorrettungsbooten. War bei den ersten motorisierten Einheiten nur der Motor mit einer Abdeckung gegen die Elemente geschützt, wurden diese Abdeckungen zuerst immer größer um auch ein paar Mann Schutz vor den Elementen zu bieten, bis schließlich eigene Maschinenräume und halbgedeckte Kabinen gebaut wurden. Halbgedeckt weil die englischen Boote noch bis nach dem zweiten Weltkrieg keine geschlossenen Kabinen und Fahrstände hatten.

Wie in den letzten beiden Updates gezeigt basiert das Maschinenhaus auf einer selbstgemachten GFK-Schale, beplankt mit Abachileisten. Nach der Beplankung habe ich es drei Mal mit Mahagoni-Beize von Clou behandelt und dann mit Bootslack lackiert. Den achtern sichtbaren Rahmen des Maschinenhauses habe ich mit Polystyrolprofil nachgestellt und für das Schott zum Maschinenraum ein paar Instrumententafeln aus Resin gegossen. Bilder kommen wenn dieser Bereich komplett fertig ist.
Unter dem Maschinenhaus steckt der mittlerweile vierte (und hoffentlich letzte) Technikträger. Schon nach der ersten Nachtfahrt war klar, dass die Positionsleuchten an Mast und Bug zwar deutlich sichtbar sind, aber nicht ausreichen. Von achtern gesehen ist das Boot praktisch unsichtbar. Eine Heckleuchte hatte das Original nicht, aber einen Scheinwerfer und eine Beleuchtung im Maschinenhaus.

Der neue Technikträger ist wieder aus Modellbauplatte mit einem kleinen Aufbau für die Beleuchtung. Achtern sitzt der Empfänger, mittig der Fahrtregler und seitlich die Batterieboxen für die Maschinenhausbeleuchtung und den Scheinwerfer. Die Batteriebox für die Positionsbeleuchtung ist im Rumpf selbst untergebracht. Jeder der drei Beleuchtungskreise wird über einen eigenen 9-Volt-Block und eine eigene Konstantstromquelle versorgt.

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Neu ist auch die Scheuerleiste an Backbord. Um sie dem Rumpf anzupassen habe ich sie auf der Rückseite in regelmäßigen Abschnitten bis zur Hälfte eingesägt. Das geht wesentlich einfacher und sicherer (und mit der Dekupiersäge auch noch schneller) als das Holz über Dampf zu biegen. Fehlt noch die Scheuerleiste an Steuerbord und die beiden Schlingerkiele, dann kann der Rumpf endlich lackiert werden.

Ende September ging es dann bei 5 Bft und etwas stärkeren Böen auf den See. Von den Wellen lässt sich das Boot nicht beeindrucken, es liegt richtig stabil im Wasser. Nur sind die beiden Bühler zu schwach bzw. zu langsam, grade bei Böen musste ich kämpfen um Kurs zu halten. Trotzdem hat es richtig Spaß gemacht eine Stunde Manöver zu fahren und zu lernen wie das Boot unter diesen Bedingungen auf Maschinen- und Ruderbefehle reagiert. Leider sind die Motoren unzugänglich verbaut, damit fällt ein Tausch flach und das Rettungsboot kann nur bei leichten 5 Bft fahren. Das nächste Rettungsboot bekommt stärkere Motoren, Ziel ist es auch bei 10 Bft fahren zu können.

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