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Umbau "Key Largo" zur 25m-Luxusyacht


Torsten

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Hallo Leute,

 

nun möchte ich auch mal wieder etwas Modellbau betreiben, statt immer nur drüber zu reden. Zielobjekt ist eine Key Largo von Robbe, die ich mal gebraucht hier aus unserem Marktplatz gezogen habe.

 

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Die Eckdaten des Modells:

Länge: 840 mm

Breite 190 mm

Maßstab: ca. 1:30

 

Das Gerät ist relativ unverbastelt, das Plastik noch gut, somit eine recht solide Ausgangsbasis.

 

Wer das Modell kennt, der weiß, dass für den Antrieb ein "Pseudo-Z-Drive" mit Kardangelenk vorgesehen ist. Diesen Antrieb hatte ich dann auch einfach mal verbaut - befeuert mit einem 600er an 2S Lipo.

Die Geschwindigkeit war schon einigermaßen okay, nur leider verursacht das Drehmoment der zentral angebrachten Schiffschraube auf Grund der schlanken Rumpfform ein heftiges Krängen, was schlichtweg bescheiden aussieht. Außerdem wird das Kardangelenk durch die Lenkbewegungen ziemlich beansprucht. Ein stärkerer Antrieb ist damit gleich mal utopisch, und besonders "Scale" sieht das Ganze auch nicht grade aus.

 

Was tun... letztendlich habe ich mich entschlossen, das Modell zum Zweischrauber mit vollgetauchten Antrieben umzubauen. Damit gleichen sich die Drehmomente aus, es besteht die Möglichkeit, etwas mehr Dampf zu installieren, und es ergibt auch einen wesentlich stimmigeren Gesamteindruck. Wer sich mal Bilder von diversen Luxusyachten anschaut, wird feststellen, dass meist kein überdimensionaler Antriebsstrang hinter der Badeplattform zu sehen ist... :mrgreen:

 

Vorgesehen sind zwei wassergekühlte Leopard Brushless mit 2.950 U/V an 2S Lipo und für den Anfang 32,5er Rennschrauben von Graupner. Gut möglich, dass die dem Modell auch reichen werden.

Als Regler kommen zwei wassergekühlte 60A-Seaking zum Einsatz.

Mir fehlt noch praktische Erfahrung mit der BL-Technik... über sinnvolle Tipps zu dem Setup würde ich mich also freuen. Vor allem das passende Timing der Regler ist für mich noch ein Fragezeichen. Wäre schön, wenn mir da noch jemand von euch weiterhelfen kann.

 

Als Erstes habe ich die Antriebsanlage zusammengestellt:

 

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Der Motorträger besteht aus GFK. Die angeschraubten Alu-Winkel werden später im Rumpf verklebt, so kann der gesamte Motorträger mit beiden Motoren sehr einfach ausgebaut werden. Der Wellenabstand beträgt 72mm.

 

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Die Wellenanlagen sind kugelgelagert (Edelstahllager 4x8). Wasserseitig habe ich noch eine Teflonscheibe vor das Lager gesetzt, um die Druckkräfte etwas besser aufzufangen.

 

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Motorseitig ist das Lager in eine Gummitülle eingepresst, wie sie z.B. für Kabeldurchführungen verwendet wird. Ziel ist es, die Schwingungen im Antriebsstrang zu minimieren. Durch die starren Kupplungen können die Wellen selbt bei leichten Rundlauf-Fehlern sonst nicht ausweichen.

 

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Alle Teile der Antriebsanlage sind selbst gebaut, meine Fertigungstiefe im Bastelkeller ist recht hoch... :mrgreen:

Bei passender Gelegenheit wird es auch immer mal Bilder geben, wie bestimmte Teile auf den Maschinen entstanden sind.

 

Ich hoffe, es war so weit schon mal interessant für euch.

Hohn, Spott und Beschimpfungen könnt ihr wie üblich im KOMMENTAR-THREAD loswerden.

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Als nächstes stand der Bau der Ruderanlage auf dem Plan.

 

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Vorgesehen ist eine gekoppelte Anlenkung über ein Servo. Die Ruderkoker bestehen aus 7mm-Alu-Rohr, darin sind Passbüchsen aus V2A eingepresst.

Die Ruder und 4mm-Ruderschäfte wurden aus Messing gefertigt.

 

Die Koppelstange besteht aus 3mm Rundmessing, versehen mit M3-Gewinden und Kugelköpfen von Kavan.

 

Etwas trickreich ist das Schlitzen der Ruderschäfte, um das Ruderblatt einlöten zu können. Hat auf der Fräsmaschine aber prima geklappt.

 

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Die Ruderhörner wurden ebenfalls aus Messing gefertigt. Dazu wurden zunächst zwei Stellringe mit Ansatz gedreht und die M4-Gewinde noch vor dem Trennen der Teile auf der Fräsmaschine geschnitten. Das einzelne Aufspannen der kleinen Stellringe ist sonst später etwas fummelig.

 

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Statt einem Kantentaster kann man auch einen Zylinderstift verwenden, den man mit dem Edding etwas schwärzt. Ist normalerweise präzise genug für unsere Zwecke.

 

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Die Ruderarme bestehen ebenfalls aus Messing und wurden zunächst nur grob vorgesägt und mit einer Bohrung für den Stellring versehen.

 

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Anschließend wurden die Stellringe in die Arm-Rohlinge eingelötet. Die weitere Bearbeitung wurde dann auf dem Rundtisch vorgenommen.

 

 

 

Es ist etwas trickreich, die Fräsmaschine zentrisch zur Drehmitte eines Rundtischs auszurichten. Normalerweise spannt man eine Messuhr ins Futter und fährt einen ins Rundtisch-Futter eingespannten Bolzen zirkular ab.

Da ich grade keine Lust hatte, meinen Messuhr-Ständer zu zerlegen, habe ich eine etwas "gröbere" Methode gewählt, in dem ich eine Parallel-Unterlage ins Vierbacken-Futter gespannt und den Rundtisch der Messuhr parallel ausgerichtet habe.

 

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Anschließend kann man die Leiste (die exaxt 8mm stark ist) antasten und die Mitte der ersten Achse einstellen.

 

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Dann dreht man den Rundtisch samt der Leiste um exakt 90° und wiederholt das Spiel mit der zweiten Achse.

Die Ausrichtung kann man leicht mit zwei Zylinderstiften kontrollieren; sie sollten deckungsgleich in den Futtern stehen.

 

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Die Ruderarme wurden dann am Stellring im Futter des Rundtischs eingespannt, die Bohrungen für die M2-Gewinde eingebracht und die Aussenkonturen schräg angefräst. Ging alles in einer Aufspannung.

 

Hier noch mal die Ruderanlage in ihren Einzelteilen und montiert.

 

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Kommentare wie immer bitte HIER.

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Und weiter geht´s... die Bauplanung schreitet fort.

 

Der Heckbereich geht mal gar nicht - soll man auf dem Hintern zur Badeplattform runterrutschen??

 

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Da hat die Werft grob geschlampert... also, ran an die Flex, so kann das nicht bleiben. Zwei Niedergänge müssen her.

 

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Na also, das wird doch.

 

Die Badeplattform ist auch zu dünn, die wird bei der Gelegenheit gleich mitverstärkt, ca. 10mm dick darf das Podest schon werden.

Da kommen dann auch gleich noch zwei LED-Scheinwerfer rein, damit man beim Rückwärtsfahren mehr Licht hat.

Nicht, dass man bei Dunkelheit im Hafenbecken mal irgend so eine 15m-Nuckelpinne anfährt. Die kleinen Dinger übersieht man einfach schnell mal...

 

Der Scheinwerfer in seinen Einzelteilen. Zwei weisse LED´s sollten reichen. Die Alu-Folie wurde vorher auf eine schwarze Kunststoff-Platte geklebt und dann erst die Seitenteile ausgeschnitten, das ist dann nicht so fummelig. Der Lampenträger bestet aus einem 5x2mm Doppel-T-Profil.

 

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Dann mal grob zusammengezimmert...

 

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...und mit glasklarem Polyester vergossen. der Tesafilm sorgt dafür, dass etwas Überstand entsteht.

 

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Der fertige Verguss.

Das Harz bildet auf Grund der Oberflächenspannung keine glatte Oberfläche bei so kleinen Teilen.

 

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Sieht noch etwas merkwürdig aus, aber leuchten tun sie schon mal...

 

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Anschließend wurde auf der Fräsmaschine die Front geglättet und eine 2x8mm große Leuchtfläche ausgefräst. Diese steht 0,5mm über dem schwarzen Rahmen. Da die Lampen später in eine 0,5mm ABS-Platte eingesetzt werden, entsteht so ein bündiger Abschluss nach außen.

 

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Man kann das Harz auch Hochglanz-polieren, aber ich weiß noch nicht, ob ich das mache. Eigentlich gefällt mir die Lichtbrechung durch die matte Oberfläche ganz gut.

 

So, das war´s wieder für heute.

 

Eure Kommentare und Anregungen könnt ihr wie immer HIER posten.

 

Grüße

 

Torsten

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  • 1 year later...

Soooo... wird Zeit, hier mal wieder den Staub runterzublasen! :mrgreen:

 

Nicht überragend viel, aber es hat sich schon etwas getan in den letzten Monaten.

 

Wie man sieht, habe ich den Heckteil um die Badeplattform herum überarbeitet und auch mal beplankt. Die Leisten bestehen aus 2x1mm Buche, zugeschnitten habe ich sie auf der Fräsmaschine mit dem Kreissägeblatt. Zwar erzeugt man mehr Staub als Leisten, aber das Ergebnis ist sehr präzise.

 

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Die Kalfaterung besteht aus braunem Bastelpapier, das vor dem finalen Schnitt mit Ponal auf die Brettchen aufgeklebt und mit verdünntem Clou Yachtlack behandelt wurde. Die Leisten wurden dann gleich zusammen mit dem Papier gesägt. Die äusseren Rahmenleisten sind 2,5mm breit, später soll das ganze Deck so beplankt sein.

 

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Für das Heckteil möchte ich eine LED-Beleuchtung, um später den Schiffsnamen und die Badeplattform anzustrahlen. Dazu habe ich sechs weisse SMD-LED´s in eine 0,5mm Plastikplatte eingesetzt und immer paarweise in Reihe geschaltet.

 

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Um Durchstrahlungen bei dem dünnen Plastik zu verhindern, habe ich die Rückseite der LED´s mit dunkelgrauem Polyester-Spachtel abgedeckt und zum Heck hin einen Streifen aus schwarzem Kunststoff angebracht.

 

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Kein schlechtes Ergebnis, so hatte ich mir das vorgestellt... die Beplankung ist bereits mit verdünntem Clou Yachtlack versiegelt, deshalb glänzt sie wie eine Speckschwarte. Da muß aber noch geschliffen und erneut versiegelt werden, der letzte Anstrich erfolgt dann mit Zugabe von Mattierungsmittel.

 

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Die Decksbeleuchtung an den Yachten wird oft mit Halogenstrahlern gemacht, die von den Abmessungen her in etwa den größeren haushaltsüblichen Einbaustrahlern mit Chromrand entsprechen. Um im Maßstab zu bleiben, brauchen entsprechende LED´s einen Durchmesser von ca. 2mm. Da die "Strahler" bereits beim weiteren Bau des Decks mit verarbeitet werden müssen, habe ich mir einen Stapel 3mm-LED´s entsprechend abgedreht. In einem Vier-Backen-Futter kann man die Winzlinge recht gut an den Beinchen (zwischen den Backenflächen) einspannen und entsprechend bearbeiten.

 

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Und hier noch mal das Ergebnis:

 

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Für noch feinere Beleuchtungsaufgaben habe ich mir nach einem Tipp hier im Forum bedrahtete Micro-LED´s geordert. Die Dinger sind ja wirklich mal winzig...

 

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So, das war´s für heute. Der Bau ist schon etwas weiter, aber da muß ich noch erst Bilder von machen.

 

Kommentare, Lobgesänge und Kritik könnt ihr wie immer HIER loswerden.

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Der Heckteil mit der integrierten Beleuchtung wurde vervollständigt. Der Aufsatz ist ca. 12mm hoch.

0,5mm ABS ist sehr flexibel, so dass die Rundung ohne aufwändige Warm-Verformung entstanden ist.

 

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Davor entsteht eine Sitzbank, die später auch noch Polster-Auflagen bekommen soll.

 

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Auf den seitlichen "Kästen" werden dann die heckseitigen Poller stehen. Die vordere Rundung besteht aus einem Stück Kabel-Leerrohr. Wer genau hinschaut, kann auch zwei der abgedrehten 3mm-LED´s erkennen.

 

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Am Rumpf wurden die schon im Kommentar-Thread erwähnten Stringer-Leisten angebracht.

 

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Sie bestehen aus Dreikant-ABS-Profilen, die ich auf die abgeflachten Laufzonen an den Rumpf-Aussenkanten aufgeklebt habe. Nach einer mittelschweren Spachtel- und Schleiforgie passte die Sache dann.

 

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Und zu guter Letzt habe ich dann noch ein paar Löcher in den Rumpf geschnitzt, damit das Wasser besser ablaufen kann... :mrgreen:

 

IMGP8356.JPG

 

So, das war´s wieder für heute. Kommentare könnt ihr wie immer HIER loswerden.

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