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Jetzt geht es los,
1.) Ich werde dieses Thema nicht auf eine bestimmte Drehbank beziehen weil ich nämlich keine "Hobby"-Drehbank besitze. D.h. dieser Thread wird vollkommen Firmenneutral ablaufen und somit keine Werbeveranstaltung. 2.) Da sich das Thema auf Drehstähle bezog brachte ich den Werkstoff Messing ins Gespräch, weil der meiner Meinung nach, am einfachsten zu bearbeiten ist und der Anschliff der Stähle sich auch nach dem Material richtet. 3.) Nichtsdestoweniger trotz werde ich auch auf die Drehbank im allgemeinen eingehen, dieses aber in losen Einwürfen so wie es dem Thema förderlich ist. Nun aber zur Sache: Messing ist im wesentlichen eine Legierung aus Kupfer und Zink. Es gibt da im wesentlichen zwei Legierungen die uns im Modellbau interessieren. Das ist einmal Ms58 und Ms63. Die Ziffern hinter dem Werkstoff geben den Kupfergehalt in % an, der Rest ist Zink. Nur beim 58er sind noch 1- 3% Blei im Spiel das macht das Zeug leichter spanbar. Man kann nun sagen das alles was gezogen ist (wichtig für die Drehbank) aus 58 er und alles was gewalzt ist aus 63 er besteht (Bleche) Jetzt noch ganz kurz: 58 er ist spröde und 63 er ist zäh. Nun zum Drehen: Ich gehe davon aus das die Mehrheit der Dreher hier im Forum mit Drehstählen aus Naturstahl (keine Hartmetallstähle) arbeitet. Diese empfehle ich auch, weil Hartmetallstähle erstens teurer, zweitens, als sogenannte Hochleistungstähle, viel zu spezialisiert, schlecht schleifbar und bei nicht ganz fachgerechten Gebrauch schnell abbrechen. Und drittens: Weil Sie im Hobbybereich absolut nicht notwendig sind. Jetzt zu dem Schliff: Ich nehme an Ihr habt alle schon von Spanwinkel, Freiwinkel und solchen Sachen gehört und befindet Euch auch im Besitz einer Abbildung eines Drehstahls. Wenn Ihr jetzt euren Drehstahl vor Euch hinlegt so das die Seite mit dem Anschliff von Euch weg zeigt dann ist sehr wahrscheinlich die Schneidkante (Hauptschneide) an der linken Seite. Oben drauf ist der Spanwinkel (der ist sehr wchtig weil Materialabhängig) und muss bei 58 er Messing, Ihr erinnert euch noch, null sein. D.h. oben auf dem Stahl wird überhaupt nicht geschliffen. Nachdem wir jetzt den ersten Winkel fertiggestellt haben wenden wir uns dem zweiten zu, dem Freiwinkel der Nebenschneide, vergessen wir wieder, sollte nur mal erwähnt werden, das ist die vordere Kante des Drehstahls den wir immer noch vor uns liegen haben. Diese schleifen wir jetzt an der gut abgerichteten Schleifscheibe (Stein) nach unten und rechts frei. Das geschieht so, daß man den Stahl in die Hand nimmt, ihn mit der achteren (Schiffsmodell-Forum) Seite leicht nach unten und rechts führt und dann anschleift so das diese beiden Winkel jeweils ca. 6 Grad betragen. Jetzt kommt der "Freiwinkel der Hauptschneide" das ist der, wir haben den Stahl wieder vor uns liegen, der sich auf der linken Seite des Drehstahls befindet. Diesen schleifen wir ebenfalls nach hinten und unten frei. Puh das war`s, wer das verstanden hat bekommt zwei extra Punkte. ACHTUNG!!! Beim Schleifen den Stahl nicht blau werden lassen dann wird er nämlich weich und man kann die gedrehte Oberfläche vergessen. Die wird dann nämlich wellig, also immer fleißig kühlen. Anschließend die Schneiden auf einem Ölstein abziehen dabei auch die Schneide selbst, also den Stahl mit der linken Seite auf den Ölstein legen und über die vordere Spitze hochziehen so das er auf der vorderen Stirnfläche steht, das ganze zwei- dreimal. Dann müßte später die Oberfläche des Werkstücks wie poliert aussehen. So ich schicke das denn einfach mal los und ihr kritisiert dann kräftig. Desweiteren läute ich hiermit die erste Fragerunde ein und ich werde mich bemühen etwas Webspace für Bilder zu bekommen und liefere diese dann nach. Dieser Beitrag wurde weitgehend nach der alten Rechtschreibung und online geschrieben, sollten manche Teile davon abweichen so nehme man die Alte. Wer trotzdem noch Rechtschreibfehler findet darf sie behalten. Noch Fragen! Keine? Weiter!!! Vielleicht kann jemand auch Fotos eines ähnlich oder wie oben geschliffenen Stahls ins Forum stellen. Gruß Wolfgang Geposted nach 34 Minuten 41 Sekunden: Nachtrag: Schreibt mir doch auch mal über Eure Fehler beim Drehen, was passiert: Rattermarken, wellige Oberflächen etc. Wolfgang
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Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man haben. |
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Löle,
wenn Du magst kann ich Dir ab nächster Woche mit Fotos der Drehstähle behilflich sein! Die solltest Du auf alle Fälle noch mit einfügen das macht es Einfacher. Sonst hast Du das wirklich gut erklärt! Gruß Burkhardt
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www.modellmarine.de |
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Hier schon mal was aus Wikipedia, damit die Zusammenhänge erst mal geklärt sind. Ich habs nicht so mit dem Erkären (werde mich aber im Verlauf des Threads rege beteiligen)
![]() Der Freiwinkel an einer Werkzeugschneide beschreibt bei der spanabhebenden Bearbeitung, zu welcher auch Drehen und Fräsen gehören, den Winkel zwischen der Freifläche des Werkzeugs und der zu bearbeiteten Fläche. Dieser Winkel ist notwendig, um die Reibung zwischen Werkzeug und Werkstück zu vermindern. Der Freiwinkel bildet zusammen mit dem Keilwinkel den Schnittwinkel. Freiwinkel, Keilwinkel und Spanwinkel bilden als Summe immer 90°. Man wählt ihn gerade so groß, dass das Werkzeug genügend frei schneidet. Einen kleinen Freiwinkel wählt man bei harten, kurzspanenden Werkstoffen, z.B. hochlegierten Stählen, einen grossen Freiwinkel hingegegen bei weichen, plastisch verformbaren Werkstoffen, z.B. Kunststoffen. Von http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwinkel Der Spanwinkel an einer Schneide beeinflusst das Stauchen und Abfließen des Spans sowie die Wärmeverteilung bei der Zerspanung. Positive Spanwinkel mit einem Winkel unter 90 Grad lassen den Span leichter über den Schneidkeil gleiten. Die meiste Wärme wird mit dem Span abtransportiert und damit wird die Haftung des Spans am Schneidkeil erschwert. Nachteil eines positiven Spanwinkels ist die Erzeugung eines langen Spans der durch erneutes Umlenken durch Spanleitstufen gebrochen werden kann. Von http://de.wikipedia.org/wiki/Spanwinkel |
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Hallo Didi,
danke für die positive Antwort. Das Bild ist insofern nicht so gut da es eher eine Hobelschneide darstellt und man sehr stark abstrahieren muß um sich einen Drehmeißel vorzustellen. Der Text ist gut. Ich habe gehört Du hättest auch eine Metallfachausbildung, umso besser, ich danke für Deine Unterstützung. Wolfgang
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Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man haben. |
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Zitat:
Ich glaube es ist am besten man fängt bei Null an.......................... :wink: Geposted nach 8 Minuten 47 Sekunden: ....Und deshalb fangen wir mal mit der Geschichte der Entwicklung an.............. |
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Hallo,
heute geht es weiter. Ich habe mir übelegt dass das mit dem Drehmeißelschleifen doch etwas zu abstrakt für einige Leute gewesen sein könnte, deshalb erzähle ich heute mal über den Aufbau einer Drehbank. Übrigens Didi hat da einen schönen Link ins Forum gesetzt den ich, sein Einverständnis vorausgesetzt, hier übernehme. Hier kann man sehr schön die Geschichte der Entwicklung einer Dreh- und Drechselbank verfolgen. --- Danke Dir Didi--- Eine Dreh oder Drechselbank besteht zunächst aus dem Untergestell das kann ein Tisch bei den Heimwerkerbänken, ein offenes Gußgestell bei den Mechanikerbänken oder ein komplettes Untergestell mit Schränken und Schubladen sein. Auf diesem Untergestell befindet sich nun das sogenannte (Drehbank) Bett, das ist die Führung auf der sich der Drehbankschlitten (Support), der Reitstock und der Spindelkasten befindet. Stellen wir uns jetzt vor unsere Drehbank dann befindet sich der Spindelkasten links, dort ist als wichtigstes die Hauptspindel, das ist die Welle auf der das Spannwerkzeug (Im Allgemeinen das Dreibackenfutter) befestigt ist. Diese Spindel wurde früher häufig in Gleitlagern aber auch schon in Kugel oder Rollenlager gelagert. Da ich nicht weiß wie die Wellen der Mini- Drehbänke gelagert sind werde ich auf beide Arten der Lagerung eingehen. GLEITLAGER: Gleitlager, d.h. die Lagerschale besteht aus Lagerbronze die selbstschmierend ist dabei besitzt dieses Lager aber trotzdem einen Ölschmierer den man auch benutzen sollte. Das Schmiermittel bildet nämlich einen Gleitfilm im Lager der die Welle zentriert und einen ruhigen Lauf garantiert. Der Lauf in den GL wird durch diesen Ölfilm nahezu reibungslos. Mein Favorit ist das Gleitlager. KUGELLAGER oder ROLLENLAGER: Kugellager kennt eigentlich jeder der im Modellbau aktiv ist Sie sind größtenteils Wartungsfrei und sie tun ihren Dienst bis sie ausgeschlagen sind. In den Rollenlagern bestehen die ?Kugeln? aus Walzen, das wird gemacht um größere Kräfte auffangen zu können. Bei der Drehbank entstehen diese Kräfte, die übrigens sehr groß werden können, im vorderen Spindellager (Schnittkräfte). Weiterhin befinden sich im Spindelkasten einige Getriebekomponenten die von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich angeordnet sein können. BETRIEBSANLEITUNG. Besitzt die Drehbank Leit- und (oder) Zugspindel kann man dort auch die Drehzahlen dieser Spindeln verstellen. Der Schlitten oder Support befindet sich auf dem Bett und dient dazu den Drehstahl in den verschiedenen Richtungsebenen zuzustellen. Der Schlitten besteht aus dem ?Fahrgestell? welches sich auf dem Bett befindet dem Längs- und Planschlitten. Der Planschlitten bewegt den Drehmeißel senkrecht zur Spindelebene, d.h. ich Glätte damit die Stirnfläche (Planen,Plandrehen) meines Werkstückes. Der Längsschlitten bewegt, wie der Name schon sagt, den Drehmeißel längs des Werkstückes. Der Reitstock ist eigentlich sehr einfach gehalten, er besitzt eine in axialer Richtung bewegliche Spindel in der man vorne Werkzeuge einspannen kann (Bohrfutter Zentrierspitzen) Puh, das war wieder eine ganze Menge Allgemeines über Drehbänke. Wie immer, ich warte auf Fragen und werde morgen dann versuchen einige Fehlermöglichkeiten In diesem oben beschriebenen System aufzuzeigen. Grüße Wolfgang
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... und auf der rechten Seite der Drehbank befindet sich der Reitstock, der zum zentrischen Bohren und Aufspannen langer Werkstücke benötigt wird.
Meist hat er einen sogenannten Morse-Kegel in der Pinole, um eine Körnerspitze oder ein Bohrfutter aufzunehmen. Die Größenangabe des Kegels (meist MK1 oder MK2 bei den kleinen Drehbänken) ist genormt und steht in der Anleitung. Er ist auf dem Bett in Längsrichtung verstellbar und kann geklemmt werden. Die meisten Reitstöcke haben auch noch eine Querverstellung, die es erlaubt, in Verbindung mit einer Körnerspitze in der Werkstückspindel lange, kegelförmige Werkstücke anzufertigen. Die Mitnahme der Werkstücke muß dann allerdings mittels Drehherz und Planscheibe erfolgen, weil ein Dreibackenfutter keinen seitlichen Winkelversatz der Werkstücke erlaubt. =============================================== Ich war mal so frei, ein paar Worte für den Reitstock beizusteuern, das wird eine tolle Beschreibung, Wolfgang! Viele Grüße Torsten
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Zitat:
Nur ein zentrisch spannendes Dreibackenfutter erlaubt keinen Versatz. Will man zb. einen Exzenter an eine Welle drehen gibt es Drei-(Vier-)Backenfutter mit einzeln verstellbaren Backen. Damit kann ich das Werkstück in jeder gewünschten aussermittigen Position spannen. Und weil wir beim Thema Futter sind (hat nichts mit essen zu tun.... :wink: ) : Das wohl gebräuchlichste Spannfutter ist das zentrisch spannende Dreibackenfutter. Damit werden runde oder seckskantige Werkstücke mit mehr oder weniger Rundlaufgeneuigkeit (hängt von der Qualität der Futteraufnahme und des Futters ab) gespannt.Dieses Futter ist für die meisten Anwendungen beim Drehen geeignet und ist Standartausführung. Als Variante gibt es das zentrisch spannende Vierbacken-Futter. Muss man nicht näher erläutern, wie will man sonst Vierkanntmaterial in ein Dreibackenfutter spannen? (Was ein guter Dreher aber auch kann :wink: ) Beide Futter gibt es auch mit einzeln verstellbaren Backen, d.h. ich kann das Werkstück auch aussermittig spannen. Nur ist dann dabei bei der Drehzahl Vorsicht geboten. Ein aussermittig gespanntes Werkstück verursacht natürlich eine Unwucht! Dann gibt es noch die Planscheibe. Das ist im Großen und Ganzen nur ein Werkzeugtisch (in runder Ausführung) mit T-Nuten auf den ein beliebiges Werkstück in beliebiger Position mit Spannpratzen aufgespannt werden kann. Achtung! Nur für geringe Drehzahlen wegen der mitunter starken Unwucht geeignet! Das "Beste" für Rundmaterial sind Spannzangen. Das sind Hülsen welche in den Spindelhals statt eines Drehfutters eingespannt werden und normalerweise in 1mm-Abstufungen (Innendurchmesser) als Sätze angeboten werden. Durch die Kegelige Aussenform und da sie geschlitzt sind wird Rundmaterial mit der höchsten Rundlaufgenauigkeit gespannt Nachteil: Teuer in der Anschaffung. Eine weitere Variante ist das "Drehen zwischen Spitzen" Wie der Name schon vermuten lässt wird da Werkstück - das an beiden Stirnflächen eine Zentrierbohrung haben muss - zwischen zwei Spitzen gespannt. Im Normalfall ist dabei auf der Hauptspindel eine Mitnehmerscheibe mit eben dieser Spitze montiert und im Reitstock eine mitlaufende Körnersitze. Damit das Werkstück nicht beim Bearbeiten stehen bleibt ist ein sogenanntes "Drehherz" fest aufgeschraubt das mit einem Stift von der Mitnehmerscheibe angetrieben wird. Diese Variante erlaubt eine sehr hohe Wiederholgenauigkeit zb. beim drehen von Geschützrohren, wo man nicht immer ein Rohr in einer Aufspannung durchdrehen kann. Selbst ohne Drehherz, also nur durch die Druckkraft zwischen Spitzen gespannt, lassen sich dabei - allerdings mit sehr geringer Spanabnahme - Werkstücke drehen. (Nur für erfahrene Dreher zu empfehlen) Geposted nach 17 Minuten 16 Sekunden: Zitat:
Bedingt durch die Mechanik wirkt der Druck selbst bei optimaler Schmierung immer nur auf eine Stelle des Lagers. Durch die einseitige Belastung beim Drehen reibt die Hauptspindel trotz guter Schmierung die Lager einseitig auf............... Ich halte Gleitlager für die Hauptspindel nur bei "Kleinstmaschinen" für tolerabel. Ich bevorzuge nachstellbare Kegelrollenlager. Diese fangen nicht nur die radialen, sondern auch axiale Belastungen sehr gut ab. Gerade diese axialen Belastungen beim Drehen sind nicht zu verachten. Jeder der schon mal gedreht hat kennt es vielleicht, wenn ich beim Längsdrehen zu stark zustelle schiebt sich das Werkstück in das Futter......... :wink: Geposted nach 16 Minuten 41 Sekunden: Zitat:
Mit der Leitspindel regle ich den Vorschub des Längsschlittens. Durch Zahnräder mit denen die Leitspindel über eine Einrastmutter mit der Hauptspindel verbunden ist hat man so einen absolut Konstanten Vorschub pro Umdrehung . Das ist vor allem zum Gewindeschneiden mit dem Drehstahl wichtig. Hauptsächlich wird der automatische Vorschub aber zum Längsdrehen langer Werkstücke genutzt um eine saubere, gleichmäsige Oberfläche zu erreichen. Mit der Zugspindel kann ich dem Planschlitten einen automatischen Vorschub verpassen. Das ist für uns Hobby-Dreher weniger interessant und wird deshalb bei den relevanten Maschinen auch nicht angeboten. Es wäre aber interessant um zb. eine Nutenkurve an eine Planfläche zu drehen. |
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Einspruch: Auch mit einem aussermittig spannenden Backenfutter können die von Wolf beschriebenen Arbeiten mit seitlich verschobenem Reitstock nicht durchgeführt werden.
Wenn die Pinole vom Reitstock Radial verschoben wird, ist eine Winkelbewegung (Kippen) am angetriebenen Ende notwendig und die ist nur mit einer Spitze (und Mitnehmer), nicht aber von einem fest spannenden Futter möglich. Richtig ist, dass man dasselbe Teil (langer Kegel) halt mithilfe eines aussermittig spannenden (vier-) Backen-Futters auch andersherum drehen kann. Das allerdings nur gegen eine Spitze in der mittig stehenden Reitstock-Pinole. Ergänzung: Spannzangen werden meist in 0,5-mm-Schritten oder noch feiner angeboten, da es bei deren Verwendung nicht nur um das exakt zentrische Spannen, sondern auch um eine Möglichst große Auflagefläche im Futter geht. Diese ist jedoch bei einer 1-mm-Abweichung nicht mehr gegeben, da sich die Zangen vorne so weit zusammenbiegen müssen, dass wieder nur eine "Punktspannung" an der Front der Zange zustande kommt. Darüberhinaus gibt es zwei unterschiedliche Arten von Zangen: Druckspannzangen (amerikanische Zangen) und Zugspannzangen. Die Druckspannzangen sind unter uns Modellbauern wohl recht bekannt von den Geräten der Fa. Proxxon und arbeiten mit Hilfe einer konisch geformten Kopfmutter, die die Zange zusammen drückt. Zugspannzangen sind länger als Druckzangen und werden über eine Hohlwelle mittels einer Mutter oder Rändelrad durch die gesamte Antriebsspindel hindurch gegen einen aussen angeformten Konus gezogen und dadurch gespannt. Sorr, wen ich mich eingemischt habe :wink:
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Gruß, Falko EOS 400D - Mein Stativ heisst Flens!!! |
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Hallo all,
Da ich im Moment eine Grippe ausbrüte beschränke ich mich auf den Kommentar von Didis und Thorstens Beiträge. Ich finde das wir hier doch schon hervorragende Fachleute haben und eine ganze Menge an Wissen hier zusammenkommt welches bei einer Zusammenfassungeine schöne Abhandlung übers Drehen geben wird. Es gibt natürlich die verschiedensten Spannvorichtungen. Aber sollten wir hier nicht auf die Möglichkeiten eingehen die einem Modellbauer mit normalen Ambitionen zur Verfügung stehen. Ein Spannzangensatz z.B. von 1mm bis 15 mm 0,5 mm steigend in einer vernünftigen Qualität dürfte den Etat eines manchen Modellbauers übersteigen. Ich gehe davon aus das bei einer "Hobby" Drehbank nur ein Dreibackenfutter vorhanden ist, vielleicht auch noch mit Innen- und Außenbacken. ACHTUNG BEIM VERWENDEN VON BACKENFUTTERN!! 1.) Beim Wechseln der Backen fngt man immer mit der 1. (Nummerierung beachten). Man dreht das Plangewinde bis der 1. Gang in der Führung der 1. Backe erscheint, dann dreht man etwas zurück und steckt die gereinigte Backe bis zum Anschlag in die Führung dann weiter bis zur 2. usw. 2.) Die zu spannenden Werkstücke dürfen nicht zu groß sein weil die Backen sonst zu weit aus dem Futterkörper rage. Daraus ergibt sich eine schlechte Führung der Backen und das Gewinde uder die Backen können beschädigt werden. UNFALLGEFAHR durch weit herausstehende Backen. 3.) Bei dem oben und im folgenden gebrauchten Begriff sind natürlich nur die DREHBANKFUTTERBACKEN gemeint. Didi schrieb: Zitat:
Drehbänke können in der Ausrüstung mit Zugspindeln unterschiedlich ausgerüstet sein. Wenn aber eine Drehbank mit beiden, Zug- und Leitspindel ausgerüstet ist so dient die Zugspindel, wie Didi richtig anmerkte, zum Längsdrehen. Die Leitspindel jedoch, das ist die mit dem "Gewinde", dient zum Gewindeschneiden und sie sollte nicht zum Längsdrehen missbraucht werden. (Wegen der Präzision) Sollte ein Planvorschub vorhanden sein so geschieht das über eine Getriebeumsetzung der Zugspindel im Schloßkasten. Schreibt mir doch mal wie Eure Drehbänke ausgerüstet sind. So jetzt mach ich mal Schluss und leg mich noch was hin bis denne Wolfgang
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Wolfgang, Gute Besserung!
Noch anzumerken ist, dass beim zentrischen Dreibackenfutter, in geringem Maße ein Versatz möglich ist. Und zwar durch Unterlegen dünner Blättchen beim Festspannen. Jens
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Wenn das Boot qualmt, muss es nicht unbedingt ein Verbrenner sein... |
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Zitat:
Ich sprach von einem Winkelversatz beim Kegeldrehen zwischen Spitzen und einen Winkelversatz kann ein Dreibackenfutter definitiv nicht ausgleichen! Du redest vom Exzenterdrehen, das ist etwas ganz anderes! Zitat:
Alles, was an der Werkstückspindel aussermittig rotiert, ergibt einen Exzenter, und keinen Kegel. Die Exzentrizität wird sich dabei immer zwischen dem Teil des Werkstücks im Spannfutter und dem Teil außerhalb ergeben, der ja dann im eingespannten Zustand nach dem Überdrehen zentrisch läuft. Somit kann sich auch Richtung Reitstock eigentlich kein Kegel ergeben, denn dieser ist, im Gegensatz zum Exzenter, immer rotationssymmetrisch. Exzentrisches Spannfutter gegen zentrische Spitze wird irgendwas Drolliges, einen Exzenter, der Richtung Reitstock immer zentrischer wird. Außerdem bekommst Du starke Verspannungen ins Werkstück, weil ein Backenfutter nun mal keinen Winkelversatz ausgleicht -> siehe oben... Vielleicht sollten wir uns mehr auf die wirklichen Grundlagen beschränken, derartige Fachsimpeleien dürften die meisten Anfänger eher abschrecken und verwirren. Auch der Unterschied zwischen diversen Lagerungen der Hauptspindel dürfte eher von sekundärer Bedeutung sein. @Wolf: Ich habe eine Leitspindel-Drehbank aus chinesischer Fertigung mit 500mm Spitzenweite, 350W Leistung, 6 Drehzahlstufen. Sie begleitet mich jetzt seit bald 12 Jahren. Die Maschine ist kein Wunderwerk der Technik, aber grundsolide, und ich hab sie wirklich lieb. Zubehör, das Übliche eigentlich: Dreibackenfutter, Bohrfutter, mitlaufende Körnerspitzen, ein Sortiment an Drehstählen. Für´s "Grobe", in allen Materialien, aber vor allem in Edelstahl, bevorzuge ich Wendeplatten, die zieht das Maschinchen auch bei höheren Drehzahlen noch gut durch´s Material. Wenn´s genau wird, nehme ich Natursähle (HSS). Einen Satz Hartmetall-Stähle habe ich auch, aber ich verwende sie höchst selten. Würde ich für Einsteiger nicht empfehlen, weil sie schwer anzuschleifen sind, trocken geht da so gut wie gar nichts. Der Schleifbock ist unverzichtbarer Bestandteil und sozusagen mit der Drehmaschine verwachsen. Und wenn´s nur der stumpfe Bohrer ist, den man "mal eben" wieder anschleift - das Teil gehört einfach zur Metallbearbeitung wie die Wurst zum Brot... Viele Grüße Torsten
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Klar hast Du Recht, aber wir redeten von zwei verschiedenen Tatsachen. |
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Da sieht man wieder, was für tragische Folgen der dauerhafte Genuß von KöLuDu hat. Du solltest unbedingt auf ein anständiges Bier umsteigen, dann klappt´s auch mit der Drehbank! ![]() Noch eine Ergänzung zum Kegeldrehen zwischen Spitzen: Die Richtung der Kegelsteigung wird bestimmt durch die Richtung der Reitstock-Verschiebung. Reitstock nach vorn (zum Drehstahl) -> Werkstück wird dünner Richtung Reitstock Also so (Spannfutter links, Reitstock rechts): ![]() Reitstock nach hinten (weg vom Stahl) - Werkstück wird dicker Richtung Reitstock. Sieht dann so aus: *gölps* ![]() Au Mann, jetzt mußte ich mir hier schon drei Flaschen Bier reinballern, bloß um euch das zu erklären... naja, was soll´s... nur das Ergebnis zählt... ... noch ein paar Worte zu den Meßzeugen ... Auf Wunsch von Wolf wieder entfernt, das behandeln wir später... Viele Grüße Torsten
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Hallo Thorsten,
deine Anmerkungen zum Messen in allen Ehren aber sollten wir dazu nicht ein neues Thema eröffnen oder zu einem späteren Zeitpunkt damit anfangen. Ich sehe die Gefahr das die laufende Diskussion zu sehr zersplittert wird. Wolfgang
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Ich ziehe meinen Einwurf zurück, in dem ich behauptet habe, man könne Kegel auch mit einer exzenter-Einspannung im Futter realisieren...
War natürlich völliger Quatsch, hab nicht drüber nachgedacht, dass das halt für asymmetrisches Drehen (Exzenter-Drehen) verwendet wird... Sorry und danke Thorsten
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Gruß, Falko EOS 400D - Mein Stativ heisst Flens!!! |
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Hallo,
nacdem ich wieder einigermaßen aus den Augen gucken kann habe ich heute al eine Skizze über Abstechstähle angefertigt. Diese versuche ich nun hier ins Forum einzubringen, mal sehen obs klappt.... Also ohne viel Worte: Unklarheiten können nachgefragt werden und Sie werden auch, sofern ich es weiß, beantwortet. ![]() Zur Diskussion Gruß Wolfgang Geposted nach 3 Minuten 34 Sekunden: Könnt Ihr das lesen? Ich nicht, wenn nicht muss ich das eben noch mal bearbeiten. Wolfgang
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Ich schicke die Zeichnung noch mal da irgendwas mit dem Zugriff nicht mehr stimmt.
Jetzt gehts wieder "Zeichnung wieder wech. und das meinte ich ganz grob mit anfasen, dadurch verringert sich die Bildung feiner Haarrisse in den Kanten des Werkstückes.
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Lieber Wolfgang,
ob man das Drehen hier in einem Workshop lernen kann bezweifle ich. Für Laien ist das hier schon etwas verwirrend, denke ich. Ist es nicht besser, dass jeder, der ein bestimmtes Werkstück zu fertigen hat, sich hier von uns Fachleuten individuell und für alle nachvollziehbar beraten lässt? Also was habe ich an Technik zur Verfügung und was kann ich damit machen bzw. könnte ich damit machen. Ich bin da gerne behilflich? LG Deede |
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Hallo Deede,
es wird vom bloßen lesen niemand zum Fachmann, aber man macht erst mal keine kapitalen Fehler mehr und hat von den Grundlagen gelesen. Das macht den Einstieg schon einfacher. Gut kann man eigentlich nur durch üben werden. Deshalb finde ich diesen Workshop hier im Forum gut. Bei kniffligen Dingen wird Wolf ganz sicher auch antworten, wenn man ihn fragt. :wink: Viele weihnachtliche Grüße odlanir |
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Jawohl,
beide haben Recht, das Schriftliche rüberbringen vonn Techniken die man in der Praxis mit zwei Handgriffen in sekundenschnelle erklärt hat ist schon Mühsam. Andererseits macht es mir auch Spaß wenn die Leute die sich für mehr oder weniger Euronen so ein Teil gekauft haben ein Erfolgserlebnis verbuchen können. Natürlich werde ich auch weitergehende Tips geben wenn sie verlangt werden. Ihr könnt die Fragen auch per PN an mich richten, ich werde sie denn entsprechend Aufbereitet im Forum beantworten. Ich freue mich auch über die Hilfsangebote von Deede und werde sie bestimmt auch in Anspruch nehmen. Ich nehm Dich beim Wort Deede Aber wie gesagt, ich schaue über Weihnachten immer wieder mal rein. Nun dreht mal schön über Weihnachten und macht Fotos von den Ergebnissen. mit weihnachtlichen Grüßen Wolfgang
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Wollnmermal wieder weitermachen?
Mitunter das wichtigste beim Drehen ist das Richtige Einspannen der Drehstähle. Und da meine ich jetzt die richtige Höhe. Ich erspare mir jetzt eine Abhandlung über die Folgen eines in der Höhe falsch eingespannten Drehstahls, glaubt mir jetzt einfach das hat besch... Folgen. Darum ist es so wichtig. Die Spitze der Hauptschneide muss unbedingt genau mittig zur Spindelachse sein! Wer schon mal gedreht hat kennt das: Rollkörner in den Reitstock, Drehstahl in den Schnellwechselhalter, diesen drehen und die Spitze des Stahls an der Spitze des Rollkörners ausrichten............................... Aber was wenn ich keinen Schnellwechselhalter habe? Und mitten in der Bearbeitung zwischen Spitzen den Stahl wechseln muss? Ich benutze zum Ausrichten nicht den Rollkörner, ich habe mir an ein x-beliebiges Stück Rundmaterial eine Spitze angedreht und nutze diese zur Höhenausrichtung. Diese wird ins Drehbankfutter eingespannt und ermöglicht so eine Ausrichtung ohne den Stahl hinterher wieder schwenken zu müssen, also in Arbeitsstellung. Und natürlich braucht man beim Einspannen direkt auf dem Oberschlitten (ohne Schnellwechselhalter) Unterlagen um die Höhe einzustellen. Ich habe eine Standard-Maschine (Emco Compact 5) für Drehstähle bis Schafthöhe 12mm. Und ich habe nur 3 Schnellwechselhalter für Stähle bis 8x8mm. So wäre es lästig bei der Anzahl von Drehstählen die ich benutze jedesmal bei einem Wechsel den Rollkörner einzusetzen oder gar das Werkstück auszuspannen nur um die richtige Höhe einzustellen. Ich benutze als Unterlage für die Drehstähle demontierte Fühlerlehren (das ist die Sammlung von Plättchen die im Fächer angeordnet zur Prüfung des Spaltes zwischen zwei Werkstücken dienen) Diese sind im Satz in Abstufungen von 0,05mm im Bereich 0,05 bis 1mm lieferbar. In jedem Autozubehörhandel. Mit denen wird ein Drehstahl bei mir nur bei der ersten Verwendung und nach gröberem Nachschleiffen auf Höhe eingestellt. Das benötigte Maß (die Summe der Unterlagen) notiere ich mit einem Wasserfesten Stift auf dem Stahl, und wenn ich ihn das nächste mal hernehme brauche ich nur abzulesen wieviel ich unterlegen muss, ohne große Einstellarbeiten. Das erleichtert das Arbeiten mit verschiedenen Stählen an einem Werkstück ungemein. |
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