Hafenschipper

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About Hafenschipper

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  1. Hallo Christian, nur um Mißverständnisse auszuschließen: Mit dem Satz ... ... möchte ich nichts gegen Historiker gesagt haben - die Bemerkung zielte nur darauf ab, daß wir hier nicht unbedingt wissenschaftliche Ansprüche erfüllen müssen. Ich denke, für den 'modellbauerischen Hausgebrauch' ist die Indizienkette bzgl. der vereinfachten Lichterführung ausreichend begründet, auch wenn man sie nach Maßstäben der Wissenschaft noch in Frage stellen könnte ;-) Viele Grüße Norbert
  2. Hallo Joerg, tatsächlich - das war mir bisher nicht aufgefallen. Interessantes Detail, danke für den Hinweis darauf! Aufgrund der Form hätte ich auch auf eine Petroleumlaterne getippt. Gezweifelt habe ich, weil zur Entstehungszeit der Filmaufnahmen (1948) Brennstoffe m.W. noch knapp und teuer waren. Andererseits, was hätte man als 'Ausweich-Brennstoff' nehmen können...? Zu der Zeit noch ziemlich zerstört, aber irgendwie lief der Betrieb schon wieder... Ich kenne von Hamburg ja nur sehr wenig (von ein paar kurzen Besuchen), aber besser als die Hafencity gefällt mir die Speicherstadt gleich nebenan. Und erst recht die 50er Schuppen mit dem Hafenmuseum und dem Außengelände davor :-) Viele Grüße Norbert
  3. Hallo Christian, ich denke, diese Schlußfolgerung können wir guten Gewissens stehen lassen - immerhin sind wir hier in einem Forum für Schiffsmodellbau und nicht für Geschichtswissenschaft ;-) Die Fotos im Buch "Harry Braun: Ewer und Schuten im Hamburger Hafen" sind ja alle bei Tageslicht aufgenommen, da mußten keine Lichter geführt werden. Und wie JojoElbe schon angemerkt hat, wären die Laternen beim Ladebetrieb recht stark gefährdet gewesen - dann kann man schon vermuten, daß sie bei Nichtgebrauch sicher verstaut wurden. Wer hätte sich schon getraut, die einfallenden Wikingerhorden auf die korrekte Lichterführung hinzuweisen? ;-) Scherz beiseite, mit der Situation in anderen Häfen habe ich mich noch nicht beschäftigt - auch deshalb, weil es mir speziell die Hamburger Hafenbarkassen angetan haben. In einem der weiter oben genannten Bücher (evtl. in dem, das Du auch hast?) wird allerdings beschrieben, daß die Hafenschiffahrt mit Schuten, zumindest in diesem großen Umfang, eine Hamburgische Besonderheit war. Gründe dafür waren die in HH vorhandenen Fleete und Kanäle mit den anliegenden Speichergebäuden und Industrieanlagen, später die bewußt mit land- und wasserseitigen Zugängen erbaute Speicherstadt sowie die davon getrennt liegenden Hafenanlagen für Seeschiffe und die vielfach praktizierte Abfertigung von Seeschiffen, die "im Strom" (d.h. an den Dalben im Elbfahrwasser) statt an Kaimauern lagen. Freut mich, daß ich Dir helfen konnte. Den Dank von höchster Stelle nehme ich gerne an :-) Hm, eine LED kann von einer Knopfzelle lange versorgt werden, aber wie lange reicht die Kapazität für eine Glühlampe (die zweifellos das schönere Licht abgibt)? Ich persönlich würde immer, wenn das möglich ist, eine Lösung mit Standardzellen vorziehen. Wäre in dem Kasten Platz für zwei AAA-Zellen? Oder könnte man darunter zwei hochkant stehende, bis unter Deck reichende Rohrstücke verstecken, in die die Zellen passen? Dann wünsche ich Dir schon mal gutes Gelingen - auch wenn es bis zum Bau noch etwas dauern sollte :-) Viele Grüße Norbert
  4. Hallo zusammen, zuallererst @WolleSHG - auch von mir ein Kompliment für die 3D-Konstruktion! @chripsch - bzgl. der Lichterführung kommen wir der Lösung näher (vorausgesetzt, daß wir nur im Bereich das Hamburger Hafens unterwegs sind ;-) )... Zum Stand der 50er/60er Jahre habe ich zwar leider nichts gefunden, aber der Schlüssel scheint mir die Hamburger Hafenverkehrsordnung zu sein (in der geltenden Fassung von 1979, zuletzt geändert 2015, siehe http://www.landesrecht-hamburg.de/jportal/portal/page/bshaprod.psml?showdoccase=1&st=lr&doc.id=jlr-HfVerkOHArahmen): Nach der Begriffsbestimmung in §2 Absatz 3 zählen Schuten zu den Hafengüterfahrzeugen. Zur Lichter-/Signalführung von Hafengüterfahrzeugen bestimmt §15 Absatz 1: "Geschleppte oder geschobene Hafengüterfahrzeuge dürfen an Stelle der in der KVR und Seeschifffahrtstraßen-Ordnung vorgeschriebenen Lichter ein weißes Rundumlicht führen. (...)" In Absatz 2 folgen die Bestimmungen für den Fall, daß mehrere Hafengüterfahrzeuge nebeneinander oder "als Gruppe" (d.h. starr verbunden) geschleppt oder geschoben werden. Von den KVR abweichende Regeln zur Lichterführung des schleppenden Fahrzeugs finden sich in §14. Die oben aus Wikipedia zitierte Lichterführung basiert auf den KVR (siehe dort "Regel 24 Schleppen und Schieben"), von denen in unserem 'Sonderfall' abgewichen wird. Der Vollständigkeit halber ein Link zum Text der KVR von 1972, zuletzt geändert 2009: https://www.elwis.de/Schifffahrtsrecht/Verzeichnis-Rechtsverordnungen-Gesetze/KVR.pdf Fragt sich, ob wir noch eine Fassung der Hafenverkehrsordnung aus den 50er/60er Jahren oder früher finden (und falls nötig den zeitlich dazu passenden 'Vorgänger' der KVR) - und ob tatsächlich noch jemand mit der Recherche weitermachen möchte... Viele Grüße Norbert
  5. Für OT halte ich das nicht - es geht doch um 'unsere großen Vorbilder' (bzw. die unserer Modelle)... Ein Video will ich auch noch in die Runde werfen: von 6:45 bis 8:05 kommen Aufnahmen von Schuten, Schleppern und Barkassen und etwa bei 7:20 ff. kann man sehr gut eine (Petroleum?-)Laterne auf einer geschleppten Schute sehen. Genau das, wonach wir seit gestern Abend gemeinsam gesucht haben :-)
  6. Danke für Info über die dreickige Tauführung! Das finde ich auch interessant und hatte es auf den Fotos nicht erkannt... Wie wird das denn im Detail gemacht - verlaufen vom Schlepphaken zwei Leinen zum "Anhang" (so daß die Tauführung V-förmig aussieht) oder wird eine Leine nach hinten geführt und vorr dem Bug der Schute verzweigt (so daß die Form eines Y entsteht)? Weiter oben in diesem Thread hat ja ein Forenkollege einen (sehr lesenswerten) Modellwerft-Beitrag über eine Schute verlinkt. Dort hatte der Erbauer ebenfalls festgestellt, daß die Schute beim Schleppen stark pendelte. Als Abhilfe hat er ein Ruder angebracht, das in Geradeausstellung festgestellt ist.
  7. Hallo Christian, freut mich, daß Du mit den Literaturempfehlungen etwas anfangen kannst - und viel Freude mit dem Buch, wenn es angekommen ist :-) Ich habe gerade noch mal (schnell) durch die Bücher geblättert und nach Laternen und Signalkörpern gesucht. Beides habe ich auf den Fotos nicht entdecken können und auch keine Masten. Nur auf dem Titelfoto des Buchs "Schlepper und Barkassen" kann man zwei gabelförmige Gebilde erkennen, auf die evtl. Laternen gesteckt werden konnten (ähnlich wie die Laternenhalter mit Rundeisen auf Ralphs Foto oben). Möglicherweise wurden auch die Laternenhalter auf den Schuten nur bei Bedarf angebracht, damit sie beim Ladebetrieb nicht im Weg waren bzw. beschädigt wurden - aber das ist Spekulation. Hier ein Link zu einem Foto des Buchs, auf dem man die "Gabeln" erkennen kann (ich hoffe, der Link ist hier erlaubt - das Verkaufsangebot ist nicht von mir und ich stehe in keiner Verbindung mit dem Anbieter): https://www.booklooker.de/Bücher/Harry-Rahn-Braun+Schlepper-und-Barkassen/id/A02h9u7801ZZw# Auf den Fotos in den Büchern kann man aber auch erkennen, daß Schuten an einer relativ kurzen Leine hinter dem Schlepper/der Barkasse geschleppt wurden (auf einem Bild sogar abenteuerliche 24 Schuten hinter einer Hafenbarkasse). Bilder, auf denen Schuten längsseits geschleppt werden, habe ich dort nicht gefunden - evtl. ist das erst in späterer Zeit üblich geworden(?) Falls Du zur Lichterführung weiter recherchieren möchtest (was ich zugegebenermaßen noch nicht gemacht habe), kannst Du vielleicht unter diesem Link fündig werden: http://www.landesrecht-hamburg.de/jportal/portal/page/bshaprod.psml?st=lr&nav=alpha --> unter "H" im alphabetischen Zugang sind unter anderem die Hamburger Hafenverkehrsordnung und die Hafenfahrzeugverordnung verlinkt, wenn auch 'nur' in den aktuell geltenden Fassungen... Zu dem Schuten-Baubericht von "Der Bär" gibt es im Kommentarthread den Hinweis, daß der Bausatz tatsächlich von NovaNaut stammt, aber dort im Onlineshop noch nicht gelistet ist. Die Form und Bauweise scheint aber dem Harztec-Modell ähnlich zu sein - so wie bei den Vorbildern, die auf verschiedenen Werften gebaut wurden ;-) @Taucher: Herzlichen Dank für die Fotos und die Informationen aus erster Hand zu der Beleuchtung! So lerne ich als "Binnenlands-Theoretiker" gerne dazu :-) Viele Grüße Norbert
  8. ... noch ein Nachtrag: Von einem Forenkollegen gibt es einen Baubericht über eine Schute in 1:25 aus einem Novanaut-Bausatz. Die besagte Hafenbarkasse ist, wenn ich das richtig sehe, die "Elbe" von Sievers im Maßstab 1:15 - das scheint also auch zu passen.
  9. Moin Christian, es gibt ja schon ein paar eindeutige Antworten - denen kann ich nur zustimmen. Solche Schuten wurden in unterschiedlichen Abmessungen und Tragfähigkeiten gebaut, wie man auch auf alten Fotos oder in entsprechender Literatur über die Hamburger Hafenschiffahrt (s.u.) gut erkennen kann. Insofern kann die Schute in M 1:25 sicher auch als 1:20-Modell durchgehen. Die maßstabssensiblen Teile wie Luke/Niedergang, Poller, Laternen und andere Ausrüstungsgegenstände müßten evtl. angepaßt werden, damit sie nicht auffällig kleiner als ihre "Gegenstücke" am Schlepper sind. Ein wenig unrealistisch könnte es allerdings aussehen daß für das Schleppen nur einer relativ kleinen Schute eigens ein Dampfschlepper eingesetzt wird - für den Job wäre eine kleine Hafenbarkasse auch schon ausreichend. Also vielleicht doch zwei Schuten bauen? ;-) Für näher interessierte ein paar thematisch 'passende' Bücher: Harry Braun: Ewer und Schuten im Hamburger Hafen. Erfurt, Sutton Verlag 2015. Arnold Kludas, Harry Braun: Auf Hamburgs Wasserstraßen. Hamburg, Ernst Kabel Verlag 1997. (zweite Auflage erschienen unter dem Titel: Arnold Kludas, Harry Braun: Ewerführer. Hamburg, Verlag Die Hanse 2002.) Harry Braun, Klaus Rahn: Schlepper und Barkassen. Hamburg, Verlag Die Hanse 2003. Die beiden älteren Bücher sind noch gebraucht oder im "modernen Antiquariat" (als Rest- oder Mängelexemplare) erhältlich. Im letztgenannten geht es - wie der Titel schon sagt - nicht in erster Linie um Schuten, aber es sind ein paar davon auf Fotos zu sehen. Ein ganz besonderer und leider auch seltener "Bücherschatz", den man evtl. per Fernleihe über eine Unibibliothek o.ä. bestellen kann ist: Harald Kunick, Werner Heiss: Schiffswerft Johann Oelkers 1876 - 1991. Hamburg/Berlin, Elbe-Spree-Verlag 1996. Dieses Buch enthält eine Bauliste, Zeichnungen (Seitenrisse, Deckspläne) und einige Fotos von Fahrzeugen, die auf der nicht mehr existierenden Oelkers-Werft in Hamburg gebaut oder umgebaut wurden - darunter zahlreiche Schlepper, Barkassen, Schuten, Arbeitsboote, Hafenfähren etc. In dieser Hinsicht ist der Ausdruck "Bücherschatz" nicht übertrieben... Viele Grüße Norbert
  10. Auch von mir vielen Dank für den Link! (Kann auch für die Planung einer Frachtschiffreise hilfreich sein, anhand des Schiffsnamens die Reederei herauszufinden :-) ) Als Ergänzung zu MarineTraffic steuere ich gerne noch ein paar Quellen für weitere Schiffsdaten und Bilder bei... Fleetmon: https://www.fleetmon.com/vessels/ Hafenradar: http://www.hafenradar.de/ Vesseltracker: http://www.vesseltracker.com (Bei diesen drei Anbietern kann man ein paar mehr Schiffsdaten und/oder Fotos sehen, wenn man sich kostenlos registriert - mehr Details sind dann leider kostenpflichtig.) kostenlos nutzbar ist http://ship-db.de/ ... und die Schiffsdatenbank des Hafens Hamburg: https://www.hafen-hamburg.de/de/schiffe - interessant für "Fans" ist hier auch die Übersicht der als nächstes erwarteten Schiffe. Viel Spaß damit und beste Grüße Norbert
  11. Moin Tobi, nach meinem (zugegebenermaßen eingeschränkten) Wissen über die Lichterführung ist die Nr. 5 in der Zeichnung das, was in der Seeschiffahrt "Ankerlicht" heißt. In der Binnenschiffahrt - wozu das Revier der WSP 30 gehört - ist diese Bezeichnung nicht üblich, sondern es wird so umschrieben: Das würde bedeuten, daß die Lichter Nr. 1-5 niemals alle zugleich in Betrieb wären, sondern die Nr. 1-4 nur dann, wenn das Boot in Fahrt ist und die Nr. 5 nur "beim Stillliegen". Damit wäre keine Schaltgruppe größer als vier Lichter, aber es wäre eine zusätzliche "Schaltgruppe" (kann ein Licht eine Gruppe sein? ;-) ) zu berücksichtigen. Es sei denn, man würde auf eine funktionierende Nr. 5 verzichten, da das Modell vermutlich maximal selten bei Nacht vor Anker oder festgemacht an einem Steg o.ä. liegen wird. Wobei es natürlich eine schwierige Entscheidung für einen Modellbauer ist, auf eine Funktion zu verzichten... Viele Grüße Norbert
  12. Hallo Thandor, nichts zu danken - das konnte ich einfach nicht unkommentiert lassen, obwohl ich *kein* Lehrer bin ;-) Es paßte einfach nicht zu der fast schon perfektionistischen Bauausführung. Das 'Gemeine' an den Städtenamen Cux-, Bremer- und Wilhelmshaven ist ja, daß sie gerade nicht der heutigen Rechtschreibung folgen... Besteht der Schriftzug aus einzelnen Buchstaben? Notfalls könntest Du dann das A abpausen und zu einem V umarbeiten, das Du auf weiße Klebefolie (z.B. dc-fix oder ein Stück von einem Aufkleber) überträgst und anstelle des F einpaßt. Das wäre zwar ein gutes Stück Feinarbeit, aber vermutlich mit weniger Schaden verbunden als ein kompletter Austausch des Schriftzugs. Aber ich gebe zu, die Idee mit dem Reifenfender hat auch ihren Reiz ;-)
  13. Hallo Thandor, auch von mir herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Probefahrt nach der Generalüberholung - und besten Dank für die ausführliche Beschreibung aller Arbeiten in Wort und Bild! In Deinem Baubericht erkenne ich einen Hang zu sorgfältiger Arbeit bis ins Detail, ob bei der Decksausrüstung oder dem Innenleben. Deshalb der Hinweis auf einen "Schnitzer", der sich hoffentlich jetzt noch ohne allzugroße Probleme beheben läßt: Der Heimathafen auf dem Heck muß "Cuxhaven" heißen (mit v statt mit f, so wie bei Wilhelms- und Bremerhaven auch). Nichts für ungut, aber als "Text- und Sprachmensch von Beruf" kann ich nicht anders ;-) Viele Grüße Norbert
  14. Das ist die natürliche Lösung... die Zeit und Schwerkraft für sich arbeiten lassen P.S. Ein schönes Modell, mit den Ausrüstungsteilen und Kisten sieht es belebt aus und die nachgedunkelte Lackierung wirkt dazu auch ganz stimmig - so könnte es auch im Original aussehen.
  15. Besteht das Ankertau aus einem Baumwollgarn? Vielleicht ist Jalousieschnur eine Alternative - die besteht aus Kunstfasermaterial, neigt nicht so stark zur Knickbildung wie manche Garne aus Baumwolle u.ä. und ist wasserfest. Sie ist in verschiedenen Stärken (ca. 0,8 - 3 mm) und Farben (z.B. weiß, schwarz, grau/silber, "natur"=beige, verschiedene Brauntöne) erhältlich und eignet sich damit als Imitation von Kunst- oder Naturfaser-Tauwerk oder Stahlseilen. Viele Grüße Norbert