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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anfänger braucht Hilfe - DRINGEND - Lack löst sich ab


Schlickrutsche
16.10.2007, 09:43
Hallo,

ich bin Anfänger und baue gerade mein erstes Schiff, das Seenotrettungsboot von Graupner (2139).

Soweit ist alles sehr gut gelaufen, doch vor etwa zwei Wochen habe ich mit dem Lackieren begonnen.

Gestern abend dann der große Schock. Der Lack lässt sich wie ein Klebeband großflächig vom Rump und dem Kajütaufbau abziehen. Das größte Stück war ungelogen ca. DIN A5 groß.

Was um Gottes Willen habe ich nur falsch gemacht???? :ohno:

Hier noch ein paar Informationen:

Zunächst habe ich alle zu lackierenden Flächen mit 400 bzw. 600 Schleifpapier angeraut. Danach alles mit Aceton entfettet und danach die Teile nur noch mit Handschuhen berührt.

Als nächstes habe ich Graupner Universal Haftgrund aufgesprüht und diesen 3 bis 4 Tage auslüften lassen. Danach habe ich begonnen Graupner Lexacolor Sprühlack aufzutragen. Nach weiteren 2 Tagen dann obiges Ergebnis, der Lack kann wie ein Klebeband abgezogen werden. Nur der Haftgrund bleibt unbeschädigt am Modell.

Meine Vermutung ist, daß sich der Universal Haftgrund und der Lexacolor Lack nicht vertragen.

Könnte das die Erklärung sein?

Ansonsten fiele mir höchsten ein, daß ich die Farben bei etwa 15 Grad Celsius verarbeitet habe (wärmer ist es bei mir im Keller nicht). Kann das noch ein Grund sein.

Ich bin echt verzweifelt. :???:

So wie es aussieht ist das Boot ein Totalschaden, da ich den Lack nicht überall sauber entfernen kann. Also werde ich wohl einen neuen Bausatz kaufen und von vorne beginnen. Die Elektronik kann ich ja ausbauen und der Schaden hält sich dann in Grenzen (ca. 80 EUR). Schade nur um die ganze Arbeit.

Falls ich von vorne beginne, dann würde ich gerne andere Lacke verwenden. Die von Graupner sind finde ich unverschämt teuer. Ich würde gerne Acryl Industrielackspray verwenden. Die gibt es hier:

http://www.lackspray.de

Hier gibt es unter der Rubrik Industrielacksprays alle RAL Farbtöne und man kann noch wählen zwischen Matt, Seidenmatt und Glänzend.

Kann man Acryl Lack problemlos verwenden. Welchen Haftgrund empfehlt ihr?

Ich möchte so ein Desaster wie oben nicht nochmal erleben.

So, jede Menge Fragen. Vielleicht weiss jemand Rat. Wäre für Hilfe echt dankbar. :(

Ichtio
16.10.2007, 09:58
Hallo,

ich hatte ein ähnliches Problem mit ner Grundierung (keine Ahnung welcher Hersteller) und den Alkyfix Lacken von Graupner.

Ein andres Schiff hab ich nicht grundiert, der Lack (auch Alkyfix) hält seit 10 Jahren super.

Woran es genau lag weiss ich auch nicht.

Ich würds nicht wegwerfen. Für 80 Euro kannste ne Menge Schleifpapier kaufen :?

Grüße

Stefan

seefahrer
16.10.2007, 11:40
Hallo,

ich vermute, dass die Kombination von Universalgrundierung und Lexanspray die Ursache für den Ärger ist.

Ich habe Lexanspray ohnehin bisher nur auf Lexankarrosserien für RC-Autos benutzt. Die sind stärkeren Verbiegungen ausgesetzt und der Lexanlack hat den Vorteil, das er nicht bricht, weil er mehr wie eine Folie anhaftet.

ABS-Rümpfe habe ich bisher nur mit Kunstharzlacken oder Acryllacken lackiert, wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass Kunstharzlack unempfindlicher ist gegen Kratzer etc. Ist aber ein reiner Erfahrungswert - chemisch/physikalisch kann ich das nicht begründen.

Auch von mir den Tipp: abschleifen! Unzugänglichere Stellen sollte man ggf. mit ner Proxxon oder Dremel auch lackfrei bekommen ohne das der Rumpf zum "schweizer Käse" mutiert.

Viele Grüße

Christian

Ike
16.10.2007, 18:11
So aus dem Bauch heraus würde ich auch sagen, das es einfach der Lexanlack ist. Scheinbar typischer Fall von falscher Materialzusammenstellung. ABS ist halt kein Lexan, und ein Schiffsmodellrumpf ist keine Karosserie.

Ich verwende wenn es geht nur noch Kunstharzlacke, und dann die von Glasurit.

Ohne Grundierung. Denn mich macht es stutzig, wenn da was von "Universal" steht. Universal bedeutet doch das es für nichts richtig ist.

Acryllacke sind meines Erachtens für Kunststoffrümpfe nicht sonderlich geeignet. Acryllacke härten zu einer harten Oberfläche aus. Das macht die Lackschicht spröde und empfindlich gegen Abblatzen und Kratzer. Ausserdem habe ich den Eindruck das sie keine gute Verbindung mit dem Untergrund eingehen, wobei es dafür speziellen Haftvermittler gibt. Dann aber unbedingt nur die vom Hersteller empfohlenen Komponenten zusammen benutzen.

Ausserdem verlaufen Acryllacke nicht so schön wie Kunstharzlacke, das heist, die Oberfläche wird nicht so schön.

Und als letztes, habe ich den Eindruck, das Acryllacke empfindlicher gegenüber statischer Aufladung sind. Bei mir bildeten sich mit den Acryllacken teilweise sehr unschöne Farbtröpchen auf dem Rumpf. Das schreibe ich mal der statischen Aufladung zu. Mit Kunstharz hatte ich das noch nie.

Meine Erfahrungen beziehen sich gröstenteils auf die Produckte der Fa. Glasurit. Ich Kaufe bei Lacken nur Markenware, denn da weis ich, das in einem Jahr immer noch Lack in der gleichen Qualität nachkaufen kann.

P6055
16.10.2007, 21:41
Hallo,

wie schon die Vorredner sagten, versuche es mal mit Abschleifen. Mit 400er Nassschleifpapier, so dass Du die Oberfläche nicht versaust und vielleicht sogar die Grundierung am Rumpf erhalten bleibt. Wenn sich der Lack tatsächlich so leicht großflächig vom Rumpf löst, dann kann er auch an den anderen Stellen nicht so fest sitzen. Ich vermute, dass sich der Lack beim Nassschleifen sehr leicht lösen wird.

Am leichtesten tust Du Dich (falls Du leicht an Motor und Elektronik dran kommst), wenn Du diese ausbaust und das ganze in der Badewanne unter fließend (bzw. ausreichend) Wasser machst.

Ich habe mit den Sprühlacken von FAUST recht gute Erfahrungen gemacht. Allerdings solltest Du nach jedem Lackiergang die Sache mindestens 3 Tage trocknen lassen. (das ist bei fast allen Dosenlacken so). Mit den Trocknungszeiten von 24 Stunden ist bei mir immer Murx rausgekommen.

Viele Grüße

P6055

JL
16.10.2007, 22:00
Hallo Michael,

Du hast zwar geschrieben, dass Du die zu lackierenden Flächen geschliffen hast, dies bezog sich aber, wenn ich das richtig gelesen habe, nur auf den Anschliff des Rumpfes (aus welchem Material besteht dieser?), nach dem Universalgrund kam der Lexanlack ohne Zwischenschliff auf den Universalgrund. Das könnte der Anfang vom Problem gewesen sein; ich schleife jede Lackschicht noch einmal separat. Ausnahmen sind hier: Wenn ich mehr oder weniger kurz hintereinander naß in naß spritze oder das Schleifen den Lack ruinieren würde (z.B. Effektlacke). Dabei bleibe ich aber im gleichen Lacksystem, also wenn die Grundierung 2k ist, dann auch der Decklack und der Klarlack. 2k hat deutlich härtere Oberflächen, der Rumpf muss das aber auch vertragen (GFK ja, ABS und andere Kunststoffe eher nein oder nur sehr vorsichtig).

Acryllacke als wasserverdünnbare Systeme und in 1k (also keine Härterkomponente) trocknen physikalisch, d.h. das Wasser verdampft, die Bindemittelteilchen (Dispersion in Wasser) lagern sich zusammen und bilden den Film. Dieser bleibt elastisch (kann man bei mit diesem Lack gestrichenen Fensterrahmen gut am leicht klebenden Verhalten der Flügel beim Öffnen beobachten). Kunstharzlacke trocknen auch durch Verdunsten des Lösemittels, vernetzen aber durch Reaktion mit dem Luftsauerstoff innerhalb des Bindemittelfilms. Dieser Prozeß verlangsamt sich natürlich im getrockneten Zustand, kommt aber nicht vollständig zum Stillstand, so dass diese Lacke mit der Zeit härter werden (das führt dann zu den partiellen Abplatzungen an den besagten Fensterrahmen).

Das nur so in groben Zügen zu dem Thema Lacke (man kann das Ganze auch über 8 und mehr Semester studieren, dann weiß man es noch genauer).

Wie könntest Du die Wiederholung vermeiden? Entweder

1. In gleichem Lacksystem bleiben, also entweder Acryl, oder Kunstharz lufttrocknend, oder 2K

oder

2. Wenn noch Lackreste verarbeitet werden sollen oder andere Gründe für einen Mischaufbau sprechen, würde ich ein Probestück lackieren und eine Haftungsprobe machen. Also Tesafilm aufkleben und im 90 Grad Winkel abziehen. Wenn der Lack das überlebt, sollte er auch - bei sauberer Verarbeitung - das "sanftere" Abziehen (ca. 180 Grad) des Klebebands auf dem Modell überstehen. Wenn Du das noch etwas kritischer gestalten willst, mach einen Gitterschnitt (mehrere im 90Grad-Winkel gekreuzte Schnitte in den Lack mit ca. 5 mm Abstand, Tesafilm aufkleben und wie oben abziehen); da scheiden sich dann wirklich die guten von den schlechten Lacken und Applikationsverfahren.

In jedem Fall, soweit nicht o.g. Gründe entgegenstehen, zwischenschleifen oder wenigstens mit etwas Verdünnung zwischenreinigen (aber Vorsicht, nicht jeder Lacktyp, z.B. Effektlack verträgt das).

Zum Schluß noch meine persönliche Vorgehensweise: Größere Modelle lackiere ich mit 2K-Systemen (ist mehr Handhabungsaufwand, aber dafür taugt das Zeugs auch was. Ist ja schließlich auch auf unseren Autos), wobei ich bei ABS- und anderen Kunststoffrümpfen vorsichtig, sprich in sehr dünnen Schichten (spritz-)lackiere. Bei GFK kann man da etwas großzügiger sein. Kleinere Teile, die dann auch weniger Beanspruchung in der Regel unterliegen, bekommen Tamiya-Acryllack und oben drauf nach Durchtrocknung entweder Acryl- oder 2K-Klarlack. Bei den kleineren Teilen ist die Handhabung (und auch Geruchsbelästigung) der wasserverdünnbaren Lacke einfacher (ich möchte auch nicht für 1 Minute lackieren 15 Minuten reinigen (die 5 min für die Spritzpistole reichen mir da schon).

Schlickrutsche
17.10.2007, 10:35
Hallo Leute,

erstmal vielen Dank für die wertvollen Hinweise.

Ich denke ich werde das Boot nicht abschleifen, sondern den gleichen Bausatz nochmal kaufen und von vorne beginnen.

Abschleifen kann und will ich nicht, da um sicher zu gehen, daß mir das mit dem Lack nicht nochmal passiert müsste ich die komplette Grundierung auch mit runterschleifen und diese haftet wie die Hölle.

Dann möglicherweise zwei Wochen jeden Abend schleifen und dann doch nur ein unbefriedigendes Ergebnis zu haben ist mir echt zu blöd. Wie soll ich an die ganzen schwierig zu erreichenden Stellen rankommen. Und wenn ich die Dremel nehme krieg ich wahrscheinlich gleich Löcher im Rumpf. Das dumme ist ja, daß das Deck mit dem Rumpf bereits fest verklebt ist. Ich müsste also auch das Deck abschleifen und auch den Kajütaufbau.

Also werde ich den Kajütaufbau auch noch mit dem Rumpf verkleben und das ganze Ding meinem 2-jährigen Sohn schenken. Er kann dann damit in der Badewanne spielen und hat sicher eine riese Freude dran. Dann war die Arbeit nicht ganz umsonst.

Ich werde dann also wenn ich die Beiträge richtig interpretiert habe, primär versuchen Kunstharzlacke zu verwenden. Zweite Wahl wären dann Acryllacke. Ich muss halt versuchen die Lacke im Internet zu kaufen. Ich wüsste nicht wo ich bestimmte Sprayfarben nach RAL in einem Geschäft kaufen könnte (in München kriegt man ja immer nix). Aber ich denke ich hab schon einen passenden Laden im Internet gefunden.

Also nochmals vielen Dank für eure Tipps.

Steffen

Kaleupeter
17.10.2007, 19:59
Hallo Steffen

Auch nicht schlecht die Idee, ein "versautes" Boot zu Recyclen :that:

Wenn du dir die ganze Arbeit nochmal machen willst, dann nimm jetzt

erstmal Abfallstücke und Probier daran die Tipps aus. Nicht, das du noch ein

drittes mal das Boot kaufen mußt/willst.

Gehe ich recht in der Annahme, das es die "Gillis" ist ??? Mit der Best.Nr.

kann ich nicht viel anfangen :wink:

Gruß

Peter

Manfred Kirchhoff
17.10.2007, 20:35
Moderation von Arno Hagen

Hallo Manfred,

erstmal willkommen in Forum!

Leider mußte ich das Zitat löschen, da das komplette Posting von Schlickrutsche zitiert wurde und nicht auf ein einzelnes Zitat Bezug genommen wurde. Bitte beachte die Forenregel Zitate in Antworten verwenden (http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=30535)

Ebenso solltest Du Doppelpostings vermeiden: Falls Du etwas vergessen hast oder nachtragen möchtest, nicht die Abbruchfunktion Deines Browsers verwenden, sondern warten bis das Thema gesendet ist und dann auf "Antwort" klicken. Auch "Absenden" bitte nur einmal drücken!

Sonst werden unsere User ja nie mit lesen fertig :wink:



Hallo,

ich möchte eventuell für einige neu einen Tipp zum Entfernen von Lacken mitteilen.

Ich selber habe auch schon beim Lackieren Mist gemacht. Eine gute Methode zum Entfernen ist die Verwendung von Bremsflüssigkeit. Kurz einpinseln und nach einiger Zeit laesst sich die Farbe abziehen.

Vor dem neu Lackieren muß das Modell aber gründlich entfettet werden.

Diese Technik habe ich zu Letzt bei einem Transparent Aufbau des 9 Meter DGzRS Rettungsboot von Graupner angewendet. Bei Interesse anzusehen auf unserer Hompage WWW.SMC-Oldenburg.de

Darum das Schiffsmodell nicht neukaufen, sondern Reparieren!

Gruß

Manfred Kirchhoff

JL
17.10.2007, 21:47
Hallo,

Backofenreiniger wird auch schon mal zum Entlacken empfohlen. Ich selbst habe aber keine Erfahrungen damit.

Arno Hagen
17.10.2007, 23:42
Die Sache mit dem Bremsenreiniger kann ich bestätigen, nur bitte OBACHT! Der ist im Gegensatz zu Backofenreiniger sehr Gesundheitsschädlich! Also Sicherheitshinweise auf der Dose beachten!

Utiger
18.10.2007, 07:53
Backofenreiniger geht leider nicht immer, liegt wohl an den verwendeten Lacken (Testen ist angesagt). Bremsflüssigkeit wird auch oft bei den Modelltruckern verwendet um Fahrerhäuser zu entlacken, geht sehr gut, nur Vorsicht bei der Anwendung! Gründliche Reinigung der Teile hinterher, ist zwingend erforderlich!

Schlickrutsche
18.10.2007, 13:36
Hallo nochmal,

das mit der Bremsflüssigkeit und dem Backofenreiniger muss ich mir unbedingt merken. Kann ich dann beim nächsten mal verwenden :-)

Dafür ist es aber jetzt schon zu spät. Habe das versaute Boot gestern mal fahren lassen und natürlich wollte dann mein zweijähriger Sohn auch mal. Na ja - das Boot ist jetzt ziemlich demoliert aber es ist eigentlich gar nicht schlecht als Anfänger eine Art Experimentierboot zu haben.

Da kann ich dann auch nochmal lackieren üben usw. Das neue Modell hab ich auch schon bestellt.

Auf jeden Fall habt ihr mir echt geholfen.

Allerdings habe ich jetzt wieder ein anderes Problem - woher krieg ich die Farbe "Leuchtrot RAL 3024" als Spraydose?

Ich habe bereits bei einer Lackfabrik angefragt ob die so etwas haben, bzw. herstellen können. Als Kunstharzlack gibt es die nach Aussage der Firma gar nicht - höchstens als Acryllack. Mal sehen was dabei rauskommt, die Anfrage läuft noch.

Viele Grüsse aus München

Steffen

Utiger
18.10.2007, 13:58
Auf die Schnelle habe ich nur http://www.conrad.de/Modellbahn/eis_am_stiel-42.sap gefunden. Als Spraydose sieht es da schlecht aus! :( Hier wieder auf Verträglichkeit bei verschiedenen Lacksystemen achten :wink:

Freizeitbauer
18.10.2007, 14:48
Schau mal ob du hier was finden kannst

http://www.shop-014.de/bernd-h8-LESONAL_FARBEN.htm?sid=5c736fc98250b8c2c45de3eea97 7de02

Design-HSB
18.10.2007, 16:28
Bedenke bitte das du bei "Leuchtrot RAL 3024" Reinweiß RAL 9010 vorher drunter spritzen solltes und aunschließend alles mit Klarlack überziehen.

Dabei umbedingt alle Farben von einem Hersteller und der gleichen Art sonst erlebst du weitere Wunder.

Du glaubst garnicht was man duch Unverträglichkeit unterschiedlicher Lacke alles für tolle Efekte erziehlen kann.