Zatzi
21.06.2008, 15:09
...::: Lauwersmeer Kotter 1250 FB :::...
Mehr oder weniger durch Zufall bin ich vor einem halben Jahr auf diese holländische Jacht gestoßen. Beim sortieren alter Ausgaben der SchiffsModell ist mir ein Beitrag aufgefallen, welcher sich mit diesem eher unbekannten Jachttyp beschäftigt.
Nach dem, was ich bisher aus Recherchen entnehmen konnte, scheint dieses Boot eher seltener auf den Gewässern vorzukommen. Mittlerweile gibt es sogar Vereine/Clubs, in denen sich Eigner dieses Schiffstyps zusammenfinden - und nicht nur in Holland.
Der LauwersmeerKotter wird im niederländischen Westergeest gebaut - direkt am Lauwersmeer (wer hätte es vermutet). Das Boot ist eine moderne Kutterjacht mit drei Grundversionen. Aufbauend auf einem klasssischen Kutterrumpf gibt es ihn mit mehr oder weniger verschiedenen Aufbauten und/oder Besegelungen.
Die Entscheidung, diese Jacht als Modell zu bauen kam ziemlich kurzfristig. Und zwar wegen der Kombination aus Motorjacht und Segler. Erstaunlicherweise sind beide Eigenschaften sehr gut.
Ähnlich wie bei den holländischen Plattbodenschiffen, findet man in der Lauwersmeer-Jacht viele markante Merkmale holländischer (Segel)Jachten. Wie z.B. die Liebe zum Detail, die individuellen Varianten oder die braunen Segel...
Typ IV - 1250 FB/Motorsailer
Wie erwähnt, git es verschiedene Typen, welche sich im Aufbau unterscheiden. Von der reinen Motorjacht, über den Einmaster bis hin zum Zweimaster. Ich habe mich in meinem Fall für den Zweimaster entschieden.
Er nennt sich selbst Typ IV und ist der Star der Lauwersmeer-Werft. Er ist aufgebaut mit Achterkajüte, größerem Deckshaus/Ruderhaus, Bugstrahlruder und der "Flying-Bridge". Mit zusätzlicher Ausrüstung ist dieser Typ ozeantauglich.
Die Jacht wird in etwa eine Mischung aus diesem (http://home.hetnet.nl/~jakooistra/URWO.htm) Aufbau mit der (http://www.bothego.de/sms/kotter/o_022.jpg) Besegelung.
Rumpf
Als Vorlage für den Rumpf habe ich nur eine Zeichnung aus der SchiffsModell 9/82. Den Riss habe ich jedoch teilweise verändert. Die Achterkajüte wurde drauf gesetzt und der Decksverlauf angepasst.
Als Maßstab nehme ich in etwa 1:8. Das ergibt normalerweise ein Modellänge von 1,56m. Den Spantabstand habe ich allerdings um jeweils 4mm verlängert und die Breite angepasst. Der Rumpf hat damit eine Länge von 1,76m x 0,53m.
Die Schablonen für die Spanten wurden aufgrund der Größe auf A4 in Segmenten ausgedruckt und anschließend zusammengeklebt.
http://www.bothego.de/sms/kotter/001_k.jpg
Als Material für die Spanten habe ich mich für 12mm MDF-Platten entschieden. Das Zeug lässt sich sehr gut bearbeiten, kann man gut kleben, ist verhältnißmäßig leicht, stabil und auch bedeutend billiger als vergleichsweise Sperrholz.
http://www.bothego.de/sms/kotter/003_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/004_k.jpg
Bevor es an den Aufbau des Spantengrüstes geht, musste ich mir natürlich erst mal Gedanken machen, wegen der Stabilität. Das fing bereits mit dem Hellingbrett an. Da der Rumpf ein gewisses Gewicht bis zur Fertigstellung hat, habe ich entsprechend 60x30mm Vierkanthölzer hochkant unter die Platte geschraubt, damit das Brett nicht durchhängt. Und damit ist auch die Frage geklärt, ob ich den Rumpf kopfüber aufbaue...
Als nächstes kam dann die Überlegung zur Stabilität des Rumpfes. Neben einem ausreichend hohem Kiel/Steven war mir klar, dass auch noch in der Längsachse was rein muss. Zum einen sind das in Decksnähe 16x2mm Alurohre auf die Gesamtlänge des Rumpfes und zum anderen eine 6mm Gewindestange in Nähe des Kiel's.
Um zu sehen, wie das ganze zusammengebaut aussehen könnte, habe ich das Heck probeweise zusammen gesetzt.
http://www.bothego.de/sms/kotter/006_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/008_k.jpg
Bevor ich den Achtersteven aussäge, habe ich erst mal eine Schablone aus Pappe angefertigt, um zu sehen, ob der Verlauf auch stimmt. Anschließend ausgesägt und den Kiel aus Nussbaum aufgesetzt. Der Kiel muss etwas stabiler sein, daher das andere Material.
In der Form sah das Ganze schon recht vielversprechend aus.
Da der Rumpf in der Mitte bzw. in Höhe des Hauptspantes jedoch sehr hoch ist, habe ich mich noch entschieden, eine Verstärkung in Höhe der Wasserlinie einzubauen. Das sollte dann so weit reichen. Anschließend wurden sämtliche Vorbereitungen für den Zusammenbau des Spantengerüstes getroffen. Der fertige Spant sieht dann so aus:
http://www.bothego.de/sms/kotter/011_k.jpg
1 - Aussparung für Kiel
2 - Loch für Gewindestange
3 - Aussparung für Versteifungsleiste
4 - Verbindungsloch für Alurohr
5 - Aussparung für Abschluß Decksöffnung
6 - Löcher für späteres Entfernen der Spantaufnahme
7 - Löcher zur Spantbefestigung auf dem Hellingbrett
Nun ging's an den Zusammenbau des Spantengerüstes. Vom Heck angefangen hab' ich nacheinander die Spanten aufgesetzt, winklig ausgerichtet und mittels einem Distanzstück den genauen Abstand festgelegt. Nachdem die 16mm Alurohre eingeschoben und mit UHU-Endfest verklebt wurden, kam das nächste Stück dran. Das Ganze zog sich bis zum letzten Spant am Bug.
Die Alurohre konnte ich nicht über die gesamte Rumpflänge einziehen - wegen der sich verändernden Rumpfbreite und Deckshöhe. In dem Fall wurde das Rohr in seiner Position einfach nach innen versetzt und überlappend am jeweils vorhergenden Spant mit verbunden.
Die Kielleiste ist ebenfalls aus 12mm Nussbaum. Die Gewindestange ist fest verschraubt und bleibt im Rumpf.
http://www.bothego.de/sms/kotter/014_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/015_k.jpg
Stevenrohr
Das Stevenrohr kommt vor dem Beplanken in den Rumpf. Die jeweiligen Löcher habe ich bereits vorher bei den jeweiligen Spanten ausgemessen und gebohrt. Das Kiel-Endstück aus Nussbaum ebenfalls. Leider ist mir das Teil nach dem Bohren auseinandergebrochen. Aber macht nichts, da es mittels Aussparungen und Verbindungslöchern mit dem Rest vom Rumpf verbunden ist, hab' ich es trotzdem eingebaut.
Das Stevenrohr samt Welle ist komplett von Raboesch (300-11)
http://www.bothego.de/sms/kotter/016_k.jpg
Und so so sieht der Rumpf im Moment aus.
http://www.bothego.de/sms/kotter/013_k.jpg
Als nächstes wird noch die Ruderwelle eingebaut sowie die Verstärkungsleisten in Höhe der KWL.
Geposted nach 61 Tage 2 Stunden 4 Minuten 54 Sekunden:
Bin mal wieder ein paar Schritte weiter....
Die Verstärkungsleiste in Höhe der KWL ist jetzt drin. Genau genommen sitzt sie nicht direkt in Höhe der Wasserlinie sondern zieht sich gleichmäßig über die Mitte der jeweiligen Spantenbögen über die gesamte Rumpflänge.
Auf dem Spantenriss im ersten Bild kann man die drei diagonalen Linien erkennen. Ich habe mich nur für eine entschieden. Bei der Stärke reicht das vollkommen aus. Der Vorteil ist, dass die Leiste immer mittig im Spant sitzt und nicht zum Heck und zum Bug nach oben ausläuft, wie es bei Annahme über eine Wasserlinie der Fall wäre.
http://www.bothego.de/sms/kotter/019_k.jpg
Ruderkoker
Der Ruderkoker ist ein Eigenbau (http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=28864). Die Postion im Rumpf habe ich zu Beginn bereits im Achtersteven mit einem Loch (5mm) festgelegt. Von da geht's senkrecht nach unten.
Das Loch hab' ich per Hand reingebohrt. Damit es auch gerade wird, kam mir die Ruderwelle zur Hilfe. Immer wenn der Bohrer sich ein paar Millimeter im Steven vorgearbeitet hat, hab' ich einfach die Welle von oben nachgeschoben, um zu sehen ob ich noch mittig bin bzw. der Bohrer gerade sitzt.
Ging auch schneller als gedacht. Erst mit einem 5mm Bohrer vorgebohrt und anschließend den 12er hinterher...
Eingeklebt wurde das Ruderkoker mit UHU-Endfest.
http://www.bothego.de/sms/kotter/017_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/020_k.jpg
Straken
Hurra, meine Lieblingsarbeit... :roll:
Glücklicherweise muss insbesondere im Heckbereich und am Vordersteven gestrakt werden. Durch die Größe des Rumpfes ist im mittleren Drittel das Straken nicht so wild.
http://www.bothego.de/sms/kotter/schleifteller_033.jpg
Ich habe mir dazu eine Schleifscheibe mit einem Durchmesser von ca. 60mm gebaut die ich in eine kleine Handbohrmaschine einspannen kann und dann entsprechend flach drüber gehe. Im Stevenbereich werde ich zusätzlich mit einer großen Feile rangeh'n.
Geposted nach 63 Tage 1 Stunde 49 Minuten 2 Sekunden:
Nachdem ich beim Straken meinen Beitrag zum Thema Feinstaub geleistet habe, ging es endlich ans Beplanken.
Beplanken
Beplankt wird komplett mit 2mm Sperrholz. Auf Grund der Rumpfform werde ich das mit Leisten machen. Das Problem ist nur, dass mir kein Baumarkt oder wer auch immer, Leisten in einer Breite von 7-12mm schneidet. Also nicht lang überlegt, die erste Platte mit einer Länge von 150cm besorgt und mit der Dekupiersäge und Anschlag losgelegt.
Überraschender Weise ging das bisher verhätnismäßig schnell. Aber nach durchschnittlich 5 Leisten das Sägeblatt zu wechseln ist irgendwie nicht das wahre. Insbesondere wenn ich sehe, wieviele Leisten ich noch brauche... :roll:
Auf einer normalen Tischkreissäge ist mir das dünne Material zu stark ausgerissen und eine günstige kleine Maschine hab' ich noch nicht erstehen können. Daher werde ich mich als nächstes dran machen und einen Kreissäge-Aufsatz für die Drehmaschine bauen.
Kleben tue ich die Leisten mit normalem Holzkaltleim. Der beim Spantengerüst verwendete UHU-Montagekleber ist zu dick und hat in diesem Fall auch eine geringere Klebekraft.
http://www.bothego.de/sms/kotter/024_k.jpg
Noch eine Anmerkung zum Spannen der Leisten:
Das Problem ist oft, dass man nie passende Spannzangen oder Klemmen findet, welche für die jeweilige Klebestelle optimal geeignet ist.
Die meisten Spannzangen sind entweder zu klein oder zu groß. Was mich allerdings am meisten stört, ist die viel zu hohe Kraft mit der diese Zangen spannen. Dadurch drücken sich die Leisten oftmals in unerwünschte Richtungen und man hat diverse Bögen, welche man nun überhaupt nicht gebrauchen kann.
Daher habe ich mir aus Restmaterial eigene Spannzwingen gebaut. Der Vorteil dabei ist, dass ich von sehr festen bis sehr leichten Anpressdruck variieren kann. Das ist insbesondere da erwünscht, wo die Leiste nicht direkt am Spant anliegt und/oder anliegen soll.
Auch in meinem Fall ist es leider vorgekommen, dass nach dem Straken an der ein oder anderen Stelle der Spant etwas zu stark abgeschliffen wurde und durch direktes Ankleben der Beplankung dann eine Delle entstehen würde.
Geposted nach 36 Tage 2 Stunden 32 Minuten 48 Sekunden:
Leiste für Leiste geht's vorwärts. Mit der Kreissäge (http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=29136) geht das Schneiden hervorragend. Ich habe mich auf eine Breite von 10mm eingeschossen und werde den gesamten Rumpf damit beplanken.
Teilweise kommt es insbesondere am Heck und am Bug zu Spannungen beim anlegen der Planken. Ich müsste die teilweise in drei Richtungen biegen, was nicht nur erhebliche Spannungen bedeutet, sondern durch die Verformung auch nicht richtig funktioniert. An den Stellen, habe ich einfach die Leisten angepasst bis die nächste Reihe wieder problemlos anliegt.
:link: Bild 16 (http://www.bothego.de/sms/kotter/026.jpg)
:link: Bild 17 (http://www.bothego.de/sms/kotter/027.jpg)
:link: Bild 18 (http://www.bothego.de/sms/kotter/029.jpg)
:link: Bild 19 (http://www.bothego.de/sms/kotter/030.jpg)
:link: Bild 20 (http://www.bothego.de/sms/kotter/032.jpg)
:link: Bild 21 (http://www.bothego.de/sms/kotter/033.jpg)
Am Vorder- ud Achtersteven klebe ich die Leistenenden mit schnellhärtendem UHU-Endfest. Ich halte einfach die Enden ca. 15min mit den Fingern bis der Kleber ausgehärtet ist. Am Heck liegen sie momentan nur auf der Kante. Dadurch dass später von innen laminiert und verstärkt wird, ist das kein Problem...
Geposted nach 3 Tage 18 Stunden 23 Minuten 6 Sekunden:
Im Moment ist erst mal Pause mit beplanken. Die Überstände am Steven habe ich nur provisorisch abgeschnitten, damit sieht's schon mal etwas sauberer aus. Bevor ich die restlichen Leisten einsetze, beschäftige ich mich mit dem Bugstrahlruder.
:link: Bild 22 (http://www.bothego.de/sms/kotter/037.jpg)
:link: Bild 23 (http://www.bothego.de/sms/kotter/039.jpg)
:link: Bild 24 (http://www.bothego.de/sms/kotter/040.jpg)
http://www.bothego.de/sms/kotter/036_k.jpg
Das Bugstrahlruder werde ich selbst bauen....
Geposted nach 186 Tage 1 Stunde 16 Minuten 18 Sekunden:
Querstrahlruder
Als nächstes kam der Einbau des Bugstrahlruders (http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=29374).
Ich habe es in leichter Schräglage nach hinten eingebaut, um später durch die Decksöffnung leichter an den Motor zu kommen bzw. es einzustellen. Zum Ausrichten habe ich einfach auf beiden Seiten ein Brettchen mit gleicher Höhe in den Rumpf gestellt, in dem das Bugstrahlruder bis zum aushärten des Klebers in Position gehalten wurde.
http://www.bothego.de/sms/kotter/041_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/045_k.jpg
Anschließend brauchte ich das "Gestell" nur noch rauszunehmen und die Seite fertig beplanken.
http://www.bothego.de/sms/kotter/046_k.jpg
Jetzt wird noch die Backbord-Seite beplankt.
Normalerweise sollte die Beplankung gleichmäßig auf beiden Seiten erfolgen, um eventuell ein Verziehen des Rumpfes zu verhindern. Da mein Kellerraum nicht so groß ist, dass ich gleichzeitig von allen Seiten an den Rumpf komme und sich die Sperrholzleisten sehr leicht anlegen, habe ich zuerst eine Seite weitestgehend fertig beplankt.
http://www.bothego.de/sms/kotter/047_k.jpg
Das gesamte Spantengerüst ist so fest auf der Helling befestigt und in sich ebenfalls stabil, dass ich in meinem Fall ohne Probleme beide Seiten getrennt beplanken kann...
Geposted nach 149 Tage 15 Stunden 41 Minuten 39 Sekunden:
Mittlerweile habe ich beide Seiten beplankt. Das heisst erst mal bis 3cm unterhalb des Decks. Die restliche Höhe brauche ich zum Anbringen des Schanzkleides.
http://www.bothego.de/sms/kotter/048_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/049_k.jpg
Ein paar Spanten wurden bereits bis auf Deckshöhe angepasst und die Spantaufnahme entfernt. Ein großer Teil bleibt allerdings noch dran, weil der Rumpf später wieder auf die Helling kommt, für die Außenbearbeitung.
:link: Bild 25 (http://www.bothego.de/sms/kotter/050.jpg)
Geposted nach 9 Tage 4 Stunden 11 Minuten 23 Sekunden:
Die restliche Beplankung steht nun noch an.
Als erstes habe ich das erhöhte Deck geschlossen. Durch die gleichmäßige Höhe konnte ich dazu passende Streifen zurechtschneiden und ankleben, ohne später nacharbeiten zu müssen.
http://www.bothego.de/sms/kotter/058_k.jpg
Auf der Innenseite sind zwischen den Spanten noch ein paar Reststreifen angeklebt - zur Auflage des Decks.
Durch die starken Bögen des Decksverlauf sowie der Rumpfform muss ich das restliche Schanzkleid in zwei Stücken anbringen. Dadurch kann ich auch die Höhe erst später anpassen.
http://www.bothego.de/sms/kotter/060_k.jpg
:link: Bild 26 (http://www.bothego.de/sms/kotter/057.jpg)
:link: Bild 27 (http://www.bothego.de/sms/kotter/058.jpg)
:link: Bild 28 (http://www.bothego.de/sms/kotter/059.jpg)
:link: Bild 29 (http://www.bothego.de/sms/kotter/060.jpg)
Mehr oder weniger durch Zufall bin ich vor einem halben Jahr auf diese holländische Jacht gestoßen. Beim sortieren alter Ausgaben der SchiffsModell ist mir ein Beitrag aufgefallen, welcher sich mit diesem eher unbekannten Jachttyp beschäftigt.
Nach dem, was ich bisher aus Recherchen entnehmen konnte, scheint dieses Boot eher seltener auf den Gewässern vorzukommen. Mittlerweile gibt es sogar Vereine/Clubs, in denen sich Eigner dieses Schiffstyps zusammenfinden - und nicht nur in Holland.
Der LauwersmeerKotter wird im niederländischen Westergeest gebaut - direkt am Lauwersmeer (wer hätte es vermutet). Das Boot ist eine moderne Kutterjacht mit drei Grundversionen. Aufbauend auf einem klasssischen Kutterrumpf gibt es ihn mit mehr oder weniger verschiedenen Aufbauten und/oder Besegelungen.
Die Entscheidung, diese Jacht als Modell zu bauen kam ziemlich kurzfristig. Und zwar wegen der Kombination aus Motorjacht und Segler. Erstaunlicherweise sind beide Eigenschaften sehr gut.
Ähnlich wie bei den holländischen Plattbodenschiffen, findet man in der Lauwersmeer-Jacht viele markante Merkmale holländischer (Segel)Jachten. Wie z.B. die Liebe zum Detail, die individuellen Varianten oder die braunen Segel...
Typ IV - 1250 FB/Motorsailer
Wie erwähnt, git es verschiedene Typen, welche sich im Aufbau unterscheiden. Von der reinen Motorjacht, über den Einmaster bis hin zum Zweimaster. Ich habe mich in meinem Fall für den Zweimaster entschieden.
Er nennt sich selbst Typ IV und ist der Star der Lauwersmeer-Werft. Er ist aufgebaut mit Achterkajüte, größerem Deckshaus/Ruderhaus, Bugstrahlruder und der "Flying-Bridge". Mit zusätzlicher Ausrüstung ist dieser Typ ozeantauglich.
Die Jacht wird in etwa eine Mischung aus diesem (http://home.hetnet.nl/~jakooistra/URWO.htm) Aufbau mit der (http://www.bothego.de/sms/kotter/o_022.jpg) Besegelung.
Rumpf
Als Vorlage für den Rumpf habe ich nur eine Zeichnung aus der SchiffsModell 9/82. Den Riss habe ich jedoch teilweise verändert. Die Achterkajüte wurde drauf gesetzt und der Decksverlauf angepasst.
Als Maßstab nehme ich in etwa 1:8. Das ergibt normalerweise ein Modellänge von 1,56m. Den Spantabstand habe ich allerdings um jeweils 4mm verlängert und die Breite angepasst. Der Rumpf hat damit eine Länge von 1,76m x 0,53m.
Die Schablonen für die Spanten wurden aufgrund der Größe auf A4 in Segmenten ausgedruckt und anschließend zusammengeklebt.
http://www.bothego.de/sms/kotter/001_k.jpg
Als Material für die Spanten habe ich mich für 12mm MDF-Platten entschieden. Das Zeug lässt sich sehr gut bearbeiten, kann man gut kleben, ist verhältnißmäßig leicht, stabil und auch bedeutend billiger als vergleichsweise Sperrholz.
http://www.bothego.de/sms/kotter/003_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/004_k.jpg
Bevor es an den Aufbau des Spantengrüstes geht, musste ich mir natürlich erst mal Gedanken machen, wegen der Stabilität. Das fing bereits mit dem Hellingbrett an. Da der Rumpf ein gewisses Gewicht bis zur Fertigstellung hat, habe ich entsprechend 60x30mm Vierkanthölzer hochkant unter die Platte geschraubt, damit das Brett nicht durchhängt. Und damit ist auch die Frage geklärt, ob ich den Rumpf kopfüber aufbaue...
Als nächstes kam dann die Überlegung zur Stabilität des Rumpfes. Neben einem ausreichend hohem Kiel/Steven war mir klar, dass auch noch in der Längsachse was rein muss. Zum einen sind das in Decksnähe 16x2mm Alurohre auf die Gesamtlänge des Rumpfes und zum anderen eine 6mm Gewindestange in Nähe des Kiel's.
Um zu sehen, wie das ganze zusammengebaut aussehen könnte, habe ich das Heck probeweise zusammen gesetzt.
http://www.bothego.de/sms/kotter/006_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/008_k.jpg
Bevor ich den Achtersteven aussäge, habe ich erst mal eine Schablone aus Pappe angefertigt, um zu sehen, ob der Verlauf auch stimmt. Anschließend ausgesägt und den Kiel aus Nussbaum aufgesetzt. Der Kiel muss etwas stabiler sein, daher das andere Material.
In der Form sah das Ganze schon recht vielversprechend aus.
Da der Rumpf in der Mitte bzw. in Höhe des Hauptspantes jedoch sehr hoch ist, habe ich mich noch entschieden, eine Verstärkung in Höhe der Wasserlinie einzubauen. Das sollte dann so weit reichen. Anschließend wurden sämtliche Vorbereitungen für den Zusammenbau des Spantengerüstes getroffen. Der fertige Spant sieht dann so aus:
http://www.bothego.de/sms/kotter/011_k.jpg
1 - Aussparung für Kiel
2 - Loch für Gewindestange
3 - Aussparung für Versteifungsleiste
4 - Verbindungsloch für Alurohr
5 - Aussparung für Abschluß Decksöffnung
6 - Löcher für späteres Entfernen der Spantaufnahme
7 - Löcher zur Spantbefestigung auf dem Hellingbrett
Nun ging's an den Zusammenbau des Spantengerüstes. Vom Heck angefangen hab' ich nacheinander die Spanten aufgesetzt, winklig ausgerichtet und mittels einem Distanzstück den genauen Abstand festgelegt. Nachdem die 16mm Alurohre eingeschoben und mit UHU-Endfest verklebt wurden, kam das nächste Stück dran. Das Ganze zog sich bis zum letzten Spant am Bug.
Die Alurohre konnte ich nicht über die gesamte Rumpflänge einziehen - wegen der sich verändernden Rumpfbreite und Deckshöhe. In dem Fall wurde das Rohr in seiner Position einfach nach innen versetzt und überlappend am jeweils vorhergenden Spant mit verbunden.
Die Kielleiste ist ebenfalls aus 12mm Nussbaum. Die Gewindestange ist fest verschraubt und bleibt im Rumpf.
http://www.bothego.de/sms/kotter/014_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/015_k.jpg
Stevenrohr
Das Stevenrohr kommt vor dem Beplanken in den Rumpf. Die jeweiligen Löcher habe ich bereits vorher bei den jeweiligen Spanten ausgemessen und gebohrt. Das Kiel-Endstück aus Nussbaum ebenfalls. Leider ist mir das Teil nach dem Bohren auseinandergebrochen. Aber macht nichts, da es mittels Aussparungen und Verbindungslöchern mit dem Rest vom Rumpf verbunden ist, hab' ich es trotzdem eingebaut.
Das Stevenrohr samt Welle ist komplett von Raboesch (300-11)
http://www.bothego.de/sms/kotter/016_k.jpg
Und so so sieht der Rumpf im Moment aus.
http://www.bothego.de/sms/kotter/013_k.jpg
Als nächstes wird noch die Ruderwelle eingebaut sowie die Verstärkungsleisten in Höhe der KWL.
Geposted nach 61 Tage 2 Stunden 4 Minuten 54 Sekunden:
Bin mal wieder ein paar Schritte weiter....
Die Verstärkungsleiste in Höhe der KWL ist jetzt drin. Genau genommen sitzt sie nicht direkt in Höhe der Wasserlinie sondern zieht sich gleichmäßig über die Mitte der jeweiligen Spantenbögen über die gesamte Rumpflänge.
Auf dem Spantenriss im ersten Bild kann man die drei diagonalen Linien erkennen. Ich habe mich nur für eine entschieden. Bei der Stärke reicht das vollkommen aus. Der Vorteil ist, dass die Leiste immer mittig im Spant sitzt und nicht zum Heck und zum Bug nach oben ausläuft, wie es bei Annahme über eine Wasserlinie der Fall wäre.
http://www.bothego.de/sms/kotter/019_k.jpg
Ruderkoker
Der Ruderkoker ist ein Eigenbau (http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=28864). Die Postion im Rumpf habe ich zu Beginn bereits im Achtersteven mit einem Loch (5mm) festgelegt. Von da geht's senkrecht nach unten.
Das Loch hab' ich per Hand reingebohrt. Damit es auch gerade wird, kam mir die Ruderwelle zur Hilfe. Immer wenn der Bohrer sich ein paar Millimeter im Steven vorgearbeitet hat, hab' ich einfach die Welle von oben nachgeschoben, um zu sehen ob ich noch mittig bin bzw. der Bohrer gerade sitzt.
Ging auch schneller als gedacht. Erst mit einem 5mm Bohrer vorgebohrt und anschließend den 12er hinterher...
Eingeklebt wurde das Ruderkoker mit UHU-Endfest.
http://www.bothego.de/sms/kotter/017_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/020_k.jpg
Straken
Hurra, meine Lieblingsarbeit... :roll:
Glücklicherweise muss insbesondere im Heckbereich und am Vordersteven gestrakt werden. Durch die Größe des Rumpfes ist im mittleren Drittel das Straken nicht so wild.
http://www.bothego.de/sms/kotter/schleifteller_033.jpg
Ich habe mir dazu eine Schleifscheibe mit einem Durchmesser von ca. 60mm gebaut die ich in eine kleine Handbohrmaschine einspannen kann und dann entsprechend flach drüber gehe. Im Stevenbereich werde ich zusätzlich mit einer großen Feile rangeh'n.
Geposted nach 63 Tage 1 Stunde 49 Minuten 2 Sekunden:
Nachdem ich beim Straken meinen Beitrag zum Thema Feinstaub geleistet habe, ging es endlich ans Beplanken.
Beplanken
Beplankt wird komplett mit 2mm Sperrholz. Auf Grund der Rumpfform werde ich das mit Leisten machen. Das Problem ist nur, dass mir kein Baumarkt oder wer auch immer, Leisten in einer Breite von 7-12mm schneidet. Also nicht lang überlegt, die erste Platte mit einer Länge von 150cm besorgt und mit der Dekupiersäge und Anschlag losgelegt.
Überraschender Weise ging das bisher verhätnismäßig schnell. Aber nach durchschnittlich 5 Leisten das Sägeblatt zu wechseln ist irgendwie nicht das wahre. Insbesondere wenn ich sehe, wieviele Leisten ich noch brauche... :roll:
Auf einer normalen Tischkreissäge ist mir das dünne Material zu stark ausgerissen und eine günstige kleine Maschine hab' ich noch nicht erstehen können. Daher werde ich mich als nächstes dran machen und einen Kreissäge-Aufsatz für die Drehmaschine bauen.
Kleben tue ich die Leisten mit normalem Holzkaltleim. Der beim Spantengerüst verwendete UHU-Montagekleber ist zu dick und hat in diesem Fall auch eine geringere Klebekraft.
http://www.bothego.de/sms/kotter/024_k.jpg
Noch eine Anmerkung zum Spannen der Leisten:
Das Problem ist oft, dass man nie passende Spannzangen oder Klemmen findet, welche für die jeweilige Klebestelle optimal geeignet ist.
Die meisten Spannzangen sind entweder zu klein oder zu groß. Was mich allerdings am meisten stört, ist die viel zu hohe Kraft mit der diese Zangen spannen. Dadurch drücken sich die Leisten oftmals in unerwünschte Richtungen und man hat diverse Bögen, welche man nun überhaupt nicht gebrauchen kann.
Daher habe ich mir aus Restmaterial eigene Spannzwingen gebaut. Der Vorteil dabei ist, dass ich von sehr festen bis sehr leichten Anpressdruck variieren kann. Das ist insbesondere da erwünscht, wo die Leiste nicht direkt am Spant anliegt und/oder anliegen soll.
Auch in meinem Fall ist es leider vorgekommen, dass nach dem Straken an der ein oder anderen Stelle der Spant etwas zu stark abgeschliffen wurde und durch direktes Ankleben der Beplankung dann eine Delle entstehen würde.
Geposted nach 36 Tage 2 Stunden 32 Minuten 48 Sekunden:
Leiste für Leiste geht's vorwärts. Mit der Kreissäge (http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=29136) geht das Schneiden hervorragend. Ich habe mich auf eine Breite von 10mm eingeschossen und werde den gesamten Rumpf damit beplanken.
Teilweise kommt es insbesondere am Heck und am Bug zu Spannungen beim anlegen der Planken. Ich müsste die teilweise in drei Richtungen biegen, was nicht nur erhebliche Spannungen bedeutet, sondern durch die Verformung auch nicht richtig funktioniert. An den Stellen, habe ich einfach die Leisten angepasst bis die nächste Reihe wieder problemlos anliegt.
:link: Bild 16 (http://www.bothego.de/sms/kotter/026.jpg)
:link: Bild 17 (http://www.bothego.de/sms/kotter/027.jpg)
:link: Bild 18 (http://www.bothego.de/sms/kotter/029.jpg)
:link: Bild 19 (http://www.bothego.de/sms/kotter/030.jpg)
:link: Bild 20 (http://www.bothego.de/sms/kotter/032.jpg)
:link: Bild 21 (http://www.bothego.de/sms/kotter/033.jpg)
Am Vorder- ud Achtersteven klebe ich die Leistenenden mit schnellhärtendem UHU-Endfest. Ich halte einfach die Enden ca. 15min mit den Fingern bis der Kleber ausgehärtet ist. Am Heck liegen sie momentan nur auf der Kante. Dadurch dass später von innen laminiert und verstärkt wird, ist das kein Problem...
Geposted nach 3 Tage 18 Stunden 23 Minuten 6 Sekunden:
Im Moment ist erst mal Pause mit beplanken. Die Überstände am Steven habe ich nur provisorisch abgeschnitten, damit sieht's schon mal etwas sauberer aus. Bevor ich die restlichen Leisten einsetze, beschäftige ich mich mit dem Bugstrahlruder.
:link: Bild 22 (http://www.bothego.de/sms/kotter/037.jpg)
:link: Bild 23 (http://www.bothego.de/sms/kotter/039.jpg)
:link: Bild 24 (http://www.bothego.de/sms/kotter/040.jpg)
http://www.bothego.de/sms/kotter/036_k.jpg
Das Bugstrahlruder werde ich selbst bauen....
Geposted nach 186 Tage 1 Stunde 16 Minuten 18 Sekunden:
Querstrahlruder
Als nächstes kam der Einbau des Bugstrahlruders (http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=29374).
Ich habe es in leichter Schräglage nach hinten eingebaut, um später durch die Decksöffnung leichter an den Motor zu kommen bzw. es einzustellen. Zum Ausrichten habe ich einfach auf beiden Seiten ein Brettchen mit gleicher Höhe in den Rumpf gestellt, in dem das Bugstrahlruder bis zum aushärten des Klebers in Position gehalten wurde.
http://www.bothego.de/sms/kotter/041_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/045_k.jpg
Anschließend brauchte ich das "Gestell" nur noch rauszunehmen und die Seite fertig beplanken.
http://www.bothego.de/sms/kotter/046_k.jpg
Jetzt wird noch die Backbord-Seite beplankt.
Normalerweise sollte die Beplankung gleichmäßig auf beiden Seiten erfolgen, um eventuell ein Verziehen des Rumpfes zu verhindern. Da mein Kellerraum nicht so groß ist, dass ich gleichzeitig von allen Seiten an den Rumpf komme und sich die Sperrholzleisten sehr leicht anlegen, habe ich zuerst eine Seite weitestgehend fertig beplankt.
http://www.bothego.de/sms/kotter/047_k.jpg
Das gesamte Spantengerüst ist so fest auf der Helling befestigt und in sich ebenfalls stabil, dass ich in meinem Fall ohne Probleme beide Seiten getrennt beplanken kann...
Geposted nach 149 Tage 15 Stunden 41 Minuten 39 Sekunden:
Mittlerweile habe ich beide Seiten beplankt. Das heisst erst mal bis 3cm unterhalb des Decks. Die restliche Höhe brauche ich zum Anbringen des Schanzkleides.
http://www.bothego.de/sms/kotter/048_k.jpg http://www.bothego.de/sms/kotter/049_k.jpg
Ein paar Spanten wurden bereits bis auf Deckshöhe angepasst und die Spantaufnahme entfernt. Ein großer Teil bleibt allerdings noch dran, weil der Rumpf später wieder auf die Helling kommt, für die Außenbearbeitung.
:link: Bild 25 (http://www.bothego.de/sms/kotter/050.jpg)
Geposted nach 9 Tage 4 Stunden 11 Minuten 23 Sekunden:
Die restliche Beplankung steht nun noch an.
Als erstes habe ich das erhöhte Deck geschlossen. Durch die gleichmäßige Höhe konnte ich dazu passende Streifen zurechtschneiden und ankleben, ohne später nacharbeiten zu müssen.
http://www.bothego.de/sms/kotter/058_k.jpg
Auf der Innenseite sind zwischen den Spanten noch ein paar Reststreifen angeklebt - zur Auflage des Decks.
Durch die starken Bögen des Decksverlauf sowie der Rumpfform muss ich das restliche Schanzkleid in zwei Stücken anbringen. Dadurch kann ich auch die Höhe erst später anpassen.
http://www.bothego.de/sms/kotter/060_k.jpg
:link: Bild 26 (http://www.bothego.de/sms/kotter/057.jpg)
:link: Bild 27 (http://www.bothego.de/sms/kotter/058.jpg)
:link: Bild 28 (http://www.bothego.de/sms/kotter/059.jpg)
:link: Bild 29 (http://www.bothego.de/sms/kotter/060.jpg)