Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rumpfform CNC-Fräsen
Modellix
25.01.2007, 15:52
Hallo Modellbaukollegen,
super Forum hier! Habe es per Zufall entdeckt und in den letzten Nächten schier endlos herumgestöbert. Tolle Dinge zu finden.
Und hier gleich mal meine erste Frage:
Ich habe das Glück, dass ich auf eine perfekt ausgestatte Werkstatt zurückgreifen kann. Hier steht auch eine CNC-Fräse mit ca. 600x400x400mm Verfahrweg drin, die CAD-CAM-Programmierung ist in unserer Firma mein Ding. Da bietet es sich ja an, dass ich dieses schöne Ding nachts auch mal für mich arbeiten lasse...
Für mein nächstes Modell, ein Offshore-Versorger 1:50, will ich den Rumpf fräsen. In Sektionen unterteilt lässt sich das der Maschine gut hinbekommen.
Die Frage ist: würdet ihr lieber ein Positiv, sprich den fertigen Rumpf, fräsen, dieses finishen und negativ abformen? Anschließend normal den Rumpf laminieren?
Oder wäre es besser, direkt eine Negativform zu erstellen?
Danke für eure Tips!
Felix
Moin Felix!
Willkommen an Bord!
Mit der Ausrüstung lässt sich was machen. In dem Fall wäre es einfacher, nur eine Negativform zu fräsen. Dann kannst Du anschließend gleich den Rumpf laminieren.
Jens
In dem Fall wäre es einfacher, nur eine Negativform zu fräsen. Dann kannst Du anschließend gleich den Rumpf laminieren.Aber das klappt nur wenn der Rumpf keine Hinterschneidungen hat. Hat er welche, ist eine mindestens 2teilige Form vonnöten. Und die kann man (fast nicht) mit ner CAD-Fräse herstellen, bzw nur mit so hohem Aufwand daß eine Positivform zu fräsen und abzuformen wesentlich einfacher ist.
Doch, mit fÜnf Achsen geht das genau so leicht. Hinterschneidungen sind Hinterschneidungen ob positiv oder negativ...oder?
Finde ich interessant, weil ich (auch?) aus dem Formenbau komme.
Hinterschneidungen sind Hinterschneidungen ob positiv oder negativ...oder?Ja, schon klar. :wink:
Was ich meinte, wenn es Hinterschneidungen gibt (was höchstwahrscheinlich der Fall ist) muss man sich beim Erstellen der Negativform erst überlegen wo man die Form trennt, den "Rohklotz" eben mit diesen Trennungen zusammenbauen (erfordert eine Aussenbehandlung mit den Formverschraubungen) und muss dann den Rohling erschwert aufspannen, und das extrem genau ausgerichtet damit die Negativform an der richtigen Stelle in den Rohling gefräst wird.
Wenn ich ein Positiv fräse spanne ich einfach einen Rohling der groß genug ist einigermaßen passend auf den Tisch und fräse die Aussenform ohne Rücksicht auf irgendwelche Formtrennungen. Die kann ich dann beim Abformen recht einfach anbringen.
Du kennst doch die Bilder vom Rumpf meiner "König", ich hab da eine 4-teilige Form. Jetzt stell Dir vor Du setzt erst die 4 Formteile zusammen und fräst dann die Rumpfform mit den Schlingerkielen und den Wellenhosen (was ich für fast nicht machbar halte) da als Negativ rein. Oder Du berechnest die Formtrennungen, kombinierst sie im Programm mit den Rumpfdaten und fräst jedes Formteil mit den Formtrennungen einzeln.
Oder Du fräst erst den gesammten Rumpf als positiv mit den Wellenhosen und Schlingerkielen und formst ihn dann ab..................
Was geht einfacher?
(Ging es nicht darum was besser geht, und nicht darum was möglich ist? :wink: )
Übrigens......
Willkommen an Bord, Felix!
Design-HSB
26.01.2007, 01:07
Hallo Felex,
willkommen an Bord.
Ich fräse auch mit einer CNC Maschine allerdings nur 2 Achsen + Tiefensteuerung.
Wenn ich jetzt mehr über Deine Fräsmaschine wüste könnte ich Dir vielleicht einen Rat geben.
Welches Material möchtest Du den Fräsen ist das unmittelbar als Form geeignet, oder besser nur als Positiv zum Abformen des Rumpfes.
Wie gesagt mit etwas Überlegung ist es ja kein Problem Mehrer Teile so im CAD zu konstruieren das man daraus ein ganzes zusammen setzt.
Ich habe in meiner Portal-Fräse schon 800 x 200 mm große Teile gefräst, obwohl der Verfahrweg nur 305 x 483 mm beträgt. Ich habe mir nur vorher Gedanken gemacht, wie ich das Teil positioniere und weitersetzen kann, denn für diese Arbeit standen mir nur die 305 mm Verfahrweg zur Verfügung.
Kann man hier eigentlich nicht mal was allgemeines schreiben, ohne dass dieser Techniker rummeckert?! :wink:
Klar, dass Hinterschneidungen berücksichtigt werden müssen. Felix hat ja bereits geschrieben, dass er Segmente erstellen möchte. Das bedeutet für mich unter anderem, dass er das bereits berücksichtigt - unabhängig von der Maschinengröße.
Unabhängig vom Material muss die Form vor dem Laminieren so oder so behandelt werden. Egal ob Stahl, Holz oder Graphit verwendet wird.
Schau'n mer mal...
Kann man hier eigentlich nicht mal was allgemeines schreiben, ohne dass dieser Techniker rummeckert?! Meinste den Deede oder mich? :pfeif: :engel:
(Gib endlich zu dass ich Recht habe. :fies: )
dass er Segmente erstellen möchte. Das bedeutet für mich unter anderem, dass er das bereits berücksichtigt - unabhängig von der Maschinengröße...Wieder ein Grund mehr für die Positiv-Form. :wink:
Ein Off-Shore-Versorger in 1:50 dürfte doch sicher so um die 150cm haben? Das bedeutet bei der Fräse die Felix hat doch mindestens 3 Rumpf-Segmente. :!:
Da würde ich auf jeden Fall Positiv-Segmente fräsen die man einfach nur aneinaderkleben braucht.....................
Das gibt dann eine (im Normalfall) 2-teilige Negativform.
Ansonsten musste mindestens 6 Teile einer Negativform exakt berechnen und Fräsen.................. :popcorn:
Und noch ein Argument:
Bei einer konvexen Positiv-Form lassen sich kleine Fräs-Fehler besser ausbessern als bei einer konkaven Negativ-Form.
Meinste den Deede oder mich? :pfeif: :engel:
Hab ich vieleicht gemeckert oder du? :engel:
Bei einer konvexen Positiv-Form lassen sich kleine Fräs-Fehler besser ausbessern als bei einer konkaven Negativ-Form.
Wenn das Finish der Negativform top ist, würde diese Variante sicher die bessere sein. Die Hinterschneidungen bekommst du mit Schiebern in den Griff, dann wird es aber aufwändig. Also doch besser ein Postiv fräsen und abformen....?
Modellix
30.01.2007, 11:53
Hallo Kollegen,
na, da habe ich ja eine Lawine losgetreten... Bitte entschuldigt, dass ich mich erst jetzt wieder melde - musste eine kurze Zwangspause im Bett einlegen...
Zunächst Danke für Eure Anregungen. Natürlich habe ich mir schon viele Gedanken zum Thema gemacht. Wichtigste Frage ist ganz klar die der Formteilung. Was aber ebenso wichtig ist, ist der Grad der Detaillierung der Form (sollen Scheuerleisten und Fenderfundamente mit drin sein etc.?). Gerade hier bin ich mit nicht ganz so sicher.
Zu Maschine und Material:
"Meine" Maschine ist eine richtige produktionstaugliche Werkzeugmaschine. Bis zu einem maximalen Werkstückgewicht von 1.250 kg lässt sich so ziemlich alles fräsen, was sich auf dem Tisch fixieren lässt.
Für GFK-Formen, egal ob positiv oder negativ, benutze ich normalerweise PU-Schaum (Block- bzw. Plattenware, gibt's bei Ebalta, Sika, Ciba, Obo etc.). Den Schaum bekomme ich bei meinem Lieferanten in gewünschter Dichte (=Härte) und den entsprechenden Abmessungen.
Nach dem Fräsen wird leicht überschliffen, dann werden die Poren mit 2K Autospachtel vorgefüllt. Anschließend wird das ganze mit Spritzplastik dick gespritzt und nach dem Aushärten fertig verschliffen.
Jetzt kann eingetrennt und laminiert werden.
Zur Formkonstruktion:
Da ich mittlerweile seit über 12 Jahren mit 3D-CAD arbeite stellt die Konstruktion der Form überhaupt kein Problem dar. Egal, mit wie vielen Segmenten, Hinterschnitten oder Schiebern... Alles eine Frage der richtigen Knöpfe...
Wir Hobbymodellbauer haben ja alle irgendwie einen Knacks, was die Ansprüche an unsere Modelle betrifft. So ist es bei mir halt der Wunsch nach einer perfekten Form für das perfekte Schiff. Dies soll übrigens ca. 1,80m lang und 45 cm breit werden...
Zeit spielt ja bekanntlich keine Rolle...
Schöne Grüße!
Felix
PS. Die Kategoriesierung "Ahnungsloser" haftet mir hoffentlich nicht allzu lange an ;-)
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