rumpenbach
05.10.2006, 02:11
Baubericht Trödel
Anfang Juni habe den Bootsrumpf aus dem Keller geholt, den ich vor Jahren mal für ein paar Mark auf dem Trödelmarkt erstanden hatte. Das war wohl mal ein Baukasten gewesen, bei dem ein Styropurrumpf lediglich mit Balsa beklebt worden war. Im hinteren Bereich war eine Halterung angebracht, die darauf schließen ließ, dass ein Verbrenner mit Luftschraube als Antrieb gedient hatte. Ein Aufbau war nicht vorhanden. Weil ich nicht wusste, ob dies ein vorbildgetreues Modell war, hatte ich in der Hoffnung, dass eventuell jemand das Modell kennt, ein Bild ins Forum gestellt. Leider ohne Ergebnis.
Bei der Rumpfform, der Länge von 71 cm, einer Breite von 28 cm, und der Höhe von 12 cm einschließlich des ausgeprägten Kiels habe ich einfach mal einen Maßstab von 1:10 angenommen.
Da ich keinerlei Anhaltspunkte über den Aufbau hatte, habe ich zunächst mal im Netz recherchiert, und weil dabei kein befriedigendes Ergebnis herauskam, jede Menge alte Schiffmodellwerften aus den 80er Jahren durchforstet. Aus dem, was ich da gefunden habe, habe ich dann auf einer alten Tapetenrolle etliche Pläne gezeichnet, geändert und verworfen, bis ich mir dann einen Aufbau zusammengebrezelt hatte, der mir gefiel und auch nach meiner Meinung zum Rumpf passte.
Dann habe ich den Rumpf entsprechend ausgeschnitten und einen Süllrand aus 2 mm Sperrholz eingeklebt. Den Lack habe ich vom Rumpf abgeschliffen, und weil ich hier kein Epoxit bekommen konnte, mit Polyesterharz und einer leichten Glasgewebematte laminiert.(Ich hasse laminieren) Nach dem Schleifen. spachteln, schleifen, erneut spachteln, schleifen und das ganze noch einmal kam dann Haftgrund auf den Rumpf
Als Antrieb hatte ich Zwei 700er Motoren vorgesehen. Als Motorhalterung habe ich aus einem Metallwinkel, wie er normalerweise zur Verbindung von Kanthölzern verwendet wird, entsprechende Stücke ausgeschnitten und abgekantet. Die Winkel wurden dann auf einem Stück 6 mm Sperrholz verschraubt, das mit einem Fuß auf dem Boden verklebt wurde. Den kompletten Innenraum, überwiegend Styropur, habe ich mit Epoxid gestrichen.
Dann kam der Aufbau dran. Zunächst habe ich ein Grundgerüst aus 10 x 10 mm Leisten erstellt. Der Aufbau als solches besteht aus 2 mm Sperrholz, und die Nase habe ich aus Balsa geformt. Zunächst habe ich alles innen und außen mit Haftgrund aus der Sprühdose grundiert. Die Lackierung des Rumpfes und Aufbaus erfolgte mit Emaille-Sprühlack glänzend aus der Sprühdose in weiß. Die Kanten habe ich mit blauer Acrylfarbe abgesetzt. In die Fensteröffnungen habe ich dann 0,7 mm PE-Folie mit hochfiskosem Sekundenkleber eingeklebt, nachdem der Versuch mit doppelseitigem Klebeband nicht den erwünschten Erfolg gezeigt hatte. Weil die Fenster dann ein wenig nackt aussahen, habe ich dann als Rahmen überall noch 3 mm Moosgummi in schwarz eingeklebt. Auf dem Deck hinter dem Steuerhaus habe ich mit Bleistift Planken aufgezeichnet, und das Deck mit Klarlack lackiert..
Als dann alles getrocknet war, hätte eigentlich die Jungferfahrt erfolgen können, wenn dann das kleine c den Anfang Juli bestellten Fahrtregler WP-90 geliefert hätte. Dann kam die Mitteilung, dass der Fahrtregler nicht zu liefern sei. Mein Sohn meinte dann. Ich sollte doch seinen WP60 nehmen. Zunächst hatte ich Bedenken, habe mich dann aber überzeugen lassen, weil der ja angeblich 60 Amp abkann, und einer der eingebauten Motoren beim Test ( im Wasser festgehalten) 10 Amp zieht. Da durfte dann ja eigentlich nichts passieren.
Am Sonntag, dem 1.10. war es dann soweit. Nach dem Mittagessen wurde dann dieTrödel, der ebenfalls fertig gewordene Optimist, und zur Sicherheit noch ein weiteres Boot als Rettungsboot eingepackt. Die ersten Fahrergebnisse waren trotz der 2 700er Motoren enttäuschend. Aber die Motoren und der Fahrtregler haben ohne Mucken durchgehalten. Als Energiequelle hatte ich einen 10er Accupack mit 3400mAh eingebaut. Allerdings lag das Boot mit dem Bug sehr tief im Wasser, was daraus resultiert, dass ich 300er Stevenrohre eingebaut habe und dadurch die Motoren sehr weit vorne liegen.
Wegen der enttäuschenden Fahrleistungen und der kopflastigen Lage habe dann gestern die beiden 42 mm 2-Blattschrauben gegen 45er ausgetauscht und den Accupack gegen einen Bleigelaccu mit 3,5 Ah ausgetauscht, den ich dann ganz hinten platziert habe. Mit dem Bleiaccu bringt die Trödel stolze 4356 g auf die Waage. Als ich sie dann gestern ins Wasser setzte und losfuhr, war ich total begeister, weil sie sogar ins Gleiten kam Das Heck tauchte zwar tief, aber nicht zu tief ein. Sie bot ein richtig tolles Fahrbild. Hinter der der Trödel war eine richtigtiefe Kuhle im Wasser, was ich aber leider nicht fotografieren konnte, weil ich meine Knipse vergessen hatte. Der Spaß dauerte dann allerdings nicht sehr lange. Plötzlich wurde das Boot ganz langsam. Auch als ich das Gas ganz weg nahm, fuhr das boot trotzdem ganz langsam weiter. Ich habe dann sofort zurück ans Ufer gelenkt und auch das Boot zurückbekommen. Auf dem Weg zurück sah ich Rauchwolken aus dem boot steigen. Ich habe dann sofort den Deckel vom Führerstand abgenommen und sah, dass das Massekabel vom Accu zum Fahrtregler lichterloh brannte. Später habe ich dann festgestellt, dass nicht nur das Kabel, sondern auch die beiden Kabel zu den Motoren durchgebrannt waren.
Heute Abend habe ich mal bei Helen für einen passenden Fahrtregler nachgefragt, aber die bieten mit Vor-Rückwärtsfunktion nur welche mit 20 Amp an.
Bis ich jetzt einen passenden gefunden habe, werde ich zunächst mal die fehlende Reling aus verzinntem Kupferdraht an der Trödel anbringen.
Falls ich Tippfehler eingebaut habe, bitte ich das zu entschuldigen, weil ich keinen Bock, habe, den ganzen Text noch mal zu kontrollieren.
Anbei noch ein paar Bilder von der Trödel vom Ursprung bis zur Jungferfahrt.
Gruß
Josef
PS: Das war das erste und das letzte Mal. daß ich ein Boot oder Schiff nicht von Grund auf selbst gebaut habe.
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/Ursprung.jpg
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/Stevenrohre.jpg
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/laminieren.jpg
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/derGrundrahmen.jpg
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/Seitenwaende,.jpg
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/fertig.jpg
[http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/Jungfernfahrt.jpg
Anfang Juni habe den Bootsrumpf aus dem Keller geholt, den ich vor Jahren mal für ein paar Mark auf dem Trödelmarkt erstanden hatte. Das war wohl mal ein Baukasten gewesen, bei dem ein Styropurrumpf lediglich mit Balsa beklebt worden war. Im hinteren Bereich war eine Halterung angebracht, die darauf schließen ließ, dass ein Verbrenner mit Luftschraube als Antrieb gedient hatte. Ein Aufbau war nicht vorhanden. Weil ich nicht wusste, ob dies ein vorbildgetreues Modell war, hatte ich in der Hoffnung, dass eventuell jemand das Modell kennt, ein Bild ins Forum gestellt. Leider ohne Ergebnis.
Bei der Rumpfform, der Länge von 71 cm, einer Breite von 28 cm, und der Höhe von 12 cm einschließlich des ausgeprägten Kiels habe ich einfach mal einen Maßstab von 1:10 angenommen.
Da ich keinerlei Anhaltspunkte über den Aufbau hatte, habe ich zunächst mal im Netz recherchiert, und weil dabei kein befriedigendes Ergebnis herauskam, jede Menge alte Schiffmodellwerften aus den 80er Jahren durchforstet. Aus dem, was ich da gefunden habe, habe ich dann auf einer alten Tapetenrolle etliche Pläne gezeichnet, geändert und verworfen, bis ich mir dann einen Aufbau zusammengebrezelt hatte, der mir gefiel und auch nach meiner Meinung zum Rumpf passte.
Dann habe ich den Rumpf entsprechend ausgeschnitten und einen Süllrand aus 2 mm Sperrholz eingeklebt. Den Lack habe ich vom Rumpf abgeschliffen, und weil ich hier kein Epoxit bekommen konnte, mit Polyesterharz und einer leichten Glasgewebematte laminiert.(Ich hasse laminieren) Nach dem Schleifen. spachteln, schleifen, erneut spachteln, schleifen und das ganze noch einmal kam dann Haftgrund auf den Rumpf
Als Antrieb hatte ich Zwei 700er Motoren vorgesehen. Als Motorhalterung habe ich aus einem Metallwinkel, wie er normalerweise zur Verbindung von Kanthölzern verwendet wird, entsprechende Stücke ausgeschnitten und abgekantet. Die Winkel wurden dann auf einem Stück 6 mm Sperrholz verschraubt, das mit einem Fuß auf dem Boden verklebt wurde. Den kompletten Innenraum, überwiegend Styropur, habe ich mit Epoxid gestrichen.
Dann kam der Aufbau dran. Zunächst habe ich ein Grundgerüst aus 10 x 10 mm Leisten erstellt. Der Aufbau als solches besteht aus 2 mm Sperrholz, und die Nase habe ich aus Balsa geformt. Zunächst habe ich alles innen und außen mit Haftgrund aus der Sprühdose grundiert. Die Lackierung des Rumpfes und Aufbaus erfolgte mit Emaille-Sprühlack glänzend aus der Sprühdose in weiß. Die Kanten habe ich mit blauer Acrylfarbe abgesetzt. In die Fensteröffnungen habe ich dann 0,7 mm PE-Folie mit hochfiskosem Sekundenkleber eingeklebt, nachdem der Versuch mit doppelseitigem Klebeband nicht den erwünschten Erfolg gezeigt hatte. Weil die Fenster dann ein wenig nackt aussahen, habe ich dann als Rahmen überall noch 3 mm Moosgummi in schwarz eingeklebt. Auf dem Deck hinter dem Steuerhaus habe ich mit Bleistift Planken aufgezeichnet, und das Deck mit Klarlack lackiert..
Als dann alles getrocknet war, hätte eigentlich die Jungferfahrt erfolgen können, wenn dann das kleine c den Anfang Juli bestellten Fahrtregler WP-90 geliefert hätte. Dann kam die Mitteilung, dass der Fahrtregler nicht zu liefern sei. Mein Sohn meinte dann. Ich sollte doch seinen WP60 nehmen. Zunächst hatte ich Bedenken, habe mich dann aber überzeugen lassen, weil der ja angeblich 60 Amp abkann, und einer der eingebauten Motoren beim Test ( im Wasser festgehalten) 10 Amp zieht. Da durfte dann ja eigentlich nichts passieren.
Am Sonntag, dem 1.10. war es dann soweit. Nach dem Mittagessen wurde dann dieTrödel, der ebenfalls fertig gewordene Optimist, und zur Sicherheit noch ein weiteres Boot als Rettungsboot eingepackt. Die ersten Fahrergebnisse waren trotz der 2 700er Motoren enttäuschend. Aber die Motoren und der Fahrtregler haben ohne Mucken durchgehalten. Als Energiequelle hatte ich einen 10er Accupack mit 3400mAh eingebaut. Allerdings lag das Boot mit dem Bug sehr tief im Wasser, was daraus resultiert, dass ich 300er Stevenrohre eingebaut habe und dadurch die Motoren sehr weit vorne liegen.
Wegen der enttäuschenden Fahrleistungen und der kopflastigen Lage habe dann gestern die beiden 42 mm 2-Blattschrauben gegen 45er ausgetauscht und den Accupack gegen einen Bleigelaccu mit 3,5 Ah ausgetauscht, den ich dann ganz hinten platziert habe. Mit dem Bleiaccu bringt die Trödel stolze 4356 g auf die Waage. Als ich sie dann gestern ins Wasser setzte und losfuhr, war ich total begeister, weil sie sogar ins Gleiten kam Das Heck tauchte zwar tief, aber nicht zu tief ein. Sie bot ein richtig tolles Fahrbild. Hinter der der Trödel war eine richtigtiefe Kuhle im Wasser, was ich aber leider nicht fotografieren konnte, weil ich meine Knipse vergessen hatte. Der Spaß dauerte dann allerdings nicht sehr lange. Plötzlich wurde das Boot ganz langsam. Auch als ich das Gas ganz weg nahm, fuhr das boot trotzdem ganz langsam weiter. Ich habe dann sofort zurück ans Ufer gelenkt und auch das Boot zurückbekommen. Auf dem Weg zurück sah ich Rauchwolken aus dem boot steigen. Ich habe dann sofort den Deckel vom Führerstand abgenommen und sah, dass das Massekabel vom Accu zum Fahrtregler lichterloh brannte. Später habe ich dann festgestellt, dass nicht nur das Kabel, sondern auch die beiden Kabel zu den Motoren durchgebrannt waren.
Heute Abend habe ich mal bei Helen für einen passenden Fahrtregler nachgefragt, aber die bieten mit Vor-Rückwärtsfunktion nur welche mit 20 Amp an.
Bis ich jetzt einen passenden gefunden habe, werde ich zunächst mal die fehlende Reling aus verzinntem Kupferdraht an der Trödel anbringen.
Falls ich Tippfehler eingebaut habe, bitte ich das zu entschuldigen, weil ich keinen Bock, habe, den ganzen Text noch mal zu kontrollieren.
Anbei noch ein paar Bilder von der Trödel vom Ursprung bis zur Jungferfahrt.
Gruß
Josef
PS: Das war das erste und das letzte Mal. daß ich ein Boot oder Schiff nicht von Grund auf selbst gebaut habe.
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/Ursprung.jpg
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/Stevenrohre.jpg
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/laminieren.jpg
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/derGrundrahmen.jpg
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/Seitenwaende,.jpg
http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/fertig.jpg
[http://josef_jetten.schiffsmodellweb.de/Jungfernfahrt.jpg