Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ladetechnik
Hartmut Wlodarczyk
17.09.2006, 16:52
In der Literatur kommen bezüglich der Ladetechnik zwei Begriffe vor, und zwar C und Acc. C ist der Ladestrom, der sich von der Akkukapazität ableitet. Wenn ein Akku mit 2500 mAh mit 2,5 A geladen wird, dann ist der Ladestrom 1C. Soweit ist das alles klar. Nun heißt es aber weiter, dass mit Entladeströmen von 30 bis 50 Acc, bei einem Akkupack, das Verhalten der Akkus getestet wurde. Was sind nun 30 bis 50 Acc? Sind das 30 bis 50 C, wenn man nur einen Akku betrachtet?
Vielleicht kann ja mal einer der schlauen Elektroniker Licht in mein Dunkel bringen.
Viele sonntägliche Grüße
Hartmut
Tach,
Die Kapazität von Akkus gibt man bekanntlich in Ah (Ampérestunden) an.
C ist nicht der Ladestrom, sondern die Abkürzung für capacity (deutsch: Kapazität). Die Ziffer davor ist einfach nur ein Faktor. Die Angabe "mit 1C, 2C, 3C, usw. laden/entladen" will sagen, das zur Ermittlung des (Ent-) Ladestromes der Wert der Akkukapazität mit dem Faktor multipliziert werden muß.
In der Elektrotechnik steht das C für die elektrische Kapazität von Kondensatoren (Ladungsspeicher). Die Einheit dazu heißt Farad, abgekürzt F.
Acc steht für Ampere constant current, deutsch Konstantstrom. Gemeint ist ein konstanter, also im Betrag unverändert hoher Gleichstrom.
/H
Hartmut Wlodarczyk
18.09.2006, 19:43
@Hanno,
Deine Erläuterungen sind - wer hätte das auch anders gedacht - richtig. Leider wird aber in der Literatur für Modellbauer, z.B. letzte Ausgabe Schiffsmodell mit den anderen Definitionen gearbeitet. Mit C wird hier tatsächlich der von der Kapazität des Akkus abgeleitete Ladestrom bezeichnet. Das findet man auch in der Betriebsanleitung für das Robbe Ladegerät power peak infinity. Soweit ist ja noch alles klar, aber das Acc hat mich verwirrt.
Wer löst den Knoten?
Gruß
Hartmut
@Hanno,
Leider wird aber in der Literatur für Modellbauer, z.B. letzte Ausgabe Schiffsmodell mit den anderen Definitionen gearbeitet...Wer löst den Knoten?
Hallo Hartmut,
das sieht mir sehr verdächtig danach aus, dass die Schreiber der Bedienungsanleitungen nicht die richtigen Definitionen kennen, so wie Hanno sie beschrieben hat. Aufgrund Deiner Anfrage würde ich 30 Acc jetzt so interpretieren, dass der Akku mit dem dreißigfachen des konstant gehaltenen Nennstroms entladen wurde.
Kannst Du noch etwas zu den Details des Tests sagen? Einen Akku mit hohem Strom zu belasten, um seine Reaktion zu sehen, ist sicher richtig. Ich frage mich jedoch, ob der "normale" Hobbyist über die entsprechende Meßausstattung verfügt, um den dreißigfachen Strom korrekt einzustellen etc. Dabei wird ja nun einiges an Energie verbraten...
Von ELV gibt es Meßgeräte, die den Innenwiderstand von Zellen messen können (eine Funktion, die auch in dem ALC 8500 Ladegerät integriert ist; s. auch Loeffels Testbericht). Damit sollte ebenfalls eine gute Aussage bezüglich Qualität des Akkus möglich sein.
Moderation von Löffel
modurheberIch sehe mal, ob ich etwas Licht darein bringen kann; falls nicht, war's wenigstens ein Versuch.
Hallo Hartmut,
diese Geschichte mit dem 1, 2, 3C ist eine Erfindung der Modellbauer (Hersteller). In der Tat meint 1C eines 3Ah-Akkus 3A. Wenn ich also meinen 3Ah-Akku mit 2C lade, heißt das dann logischerweise mit 6A. So weit, so gut.
Die Angabe eines Entladestromes mit 50Acc bedeutet, das man nicht etwa an einen (zB.) 12V-Akku einen 0,24 Ohm Widerstand angeschlossen hat, was theoretisch einen Entladestrom von 50A ergeben hätte, sondern man hat den Entladestrom mittels geeigneter Elektronik auf 50A konstant gehalten. Denn sobald mein 12V-Akku mit 0,24 Ohm belastet wird (damit 50A fließen) bricht sofort die Akkuspannung zusammen. Dh. der Entladestrom würde sofort kleiner 50A werden. Die sogn. elektronische Last, die zu einer cc-Messung erforderlich ist, verringert nun den Widerstand soweit, das wieder 50A fließen. Wird die Akkuspannung noch kleiner weil der Akku leerer wird, dann wird der Widerstand noch weiter verringert. Das ganze geht so lange bis die Entladeschluspannung erreicht ist. Dann wird die el. Last hochohmig und beendet den Entladevorgang. So ist gewährleistet, das während des gesamten Entladevorganges konstant 50A aus dem Akku fließen.
Das Ganze hat mit der 1, 2, 3C-Geschichte gar nichts zu tun, falls Deine Frage darauf beruht das Du da irgend einen Zusammenhang suchst...
Grüße, Hanno
PS: Eigentlich ist es für den Modellbauer eher unwichtig, ob der Test nun mit einem einfachen Lastwiderstand oder einer elektronischen Last gemacht wurde. Das ausdrücklich Acc angegeben wird ist zu einem Teil natürlich Info für die Elektroniker unter uns, zum anderen ist es ein kleiner Wink an die, die sich auskennen, das der Tester stolzer Besitzer einer solchen elektronischen Last ist...
Hartmut Wlodarczyk
19.09.2006, 10:54
@Hanno,
vielen Dank, nun ist alles klar.
Gruß
Hartmut
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