Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bugspitze, wie herstellen?
OttoDröscher
26.08.2006, 23:20
Hallo
ich habe nun seit einigen Tagen den hervorragenden Bauplan des KTS der Libelle-Klasse von J.Eichhardt zu Hause zu liegen. Nach ausgiebigen Sichtungen der einzelnen Blätter incl. der Detail-Zeichnungen des 23mm Geschützes bin ich begeistert. Allerdings stellen sich mir auch sogleich einige Fragen. Wie fertige ich die Bugspitze? Da der letzte Spant die Nr.10 jedoch noch nicht die Spitze darstellt, frage ich mich nun, wie ich diese herstelle! Könnt Ihr mir da weiterhelfen? Unsere Jugendlichen aus dem Bastlertreff haben mir geraten diese Spitze aus Balsaholz herzustellen. Ist das üblich? Und wo setze ich die einzelnen Spanten drauf? Und wie zeichnet Ihr die einzelnen Spanten auf? Ist doch alles garnicht so einfach wie ich mir das gedacht habe.
seegurke
26.08.2006, 23:50
Unabhängig von dem Problem der Bugspitze kann ich dir das Buch "Rumpfbaupraxis (http://vth.de/shop/shopfiles/product.asp?TID=XDIZC6KYXHOR216600712&PS=1&PID=2677&showcat=1&sparte=) von Jürgen Eichhardt nur empfehlen. Darin werden dann auch alle deiner fragen mehr oder weniger ausführlich beantwortet.
Zu der Spitze sollte man sagen, dass es da zwiespältige Meinungen gibt. Die Version mit dem Balsaholz ist wirklich verbreitet aber bspw. laut Jürgen Eichhardt nicht geeignet. Er begründet das (soweit ich es aus dem Gedächtnis noch weiß) damit, dass ein guter Strak so nie hinzukriegen sei.
OttoDröscher
27.08.2006, 00:03
Hallo seegurke
danke schön für Deinen Bücher Tipp! Das gibt mir die Gelegenheit noch Abwechslung in meine Lektüre für den bevorstehenden Urlaub zu bringen.
Habe gerade in anderen Beiträgen von diesem Buch gelesen und auch gleich ein Exemplar bestellt. Wenn es so gut wie die Pläne ist, werden meine Fragen wohl beantwortet sein.
seegurke
27.08.2006, 01:32
Ja, es ist sogut wie die Pläne... aber auch erstmal genauso kompliziert :wink:
Er behandelt einfach den Rumpfbau von Anfang bis Ende in einer Präzision, die wohl für den Otto-Normal-Modellbauer nicht zu erreichen ist. Also nimm dir Zeit und versuch möglichst viel für deinen Rumpfbau herauszuziehen.
OttoDröscher
27.08.2006, 01:38
Also nimm dir Zeit und versuch möglichst viel für deinen Rumpfbau herauszuziehen.
Das werd ich tun. Besten Dank nochmals.
Wie fertige ich die Bugspitze? Da der letzte Spant die Nr.10 jedoch noch nicht die Spitze darstellt, frage ich mich nun, wie ich diese herstelle!
Du kannst dir aus einem Riss einen Spant an jeder x-beliebigen Stelle herauskonstruieren. Womöglich brauchst du im Bug- und Heckbereich, je nachdem wie diese gekrümmt sind, Füllstücke die nichts anderes sind als lückenlos aneinander gereihte Spanten.
Kuck mal hier (http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=27162&start=0) so ähnlich. Dort wurde aber nur ein Spant, nämlich der größte, zum "füllen" genommen, wie auf dem Bild SP2 zu sehen. Man kann das aber besser machen in dem man, wie oben erwähnt, den Spant der gewünschten Stelle au dem Riss herauszeichnet. Das erleichtert das Straken enorm und es ist exakter, macht aber erst mal mehr Arbeit.
Moin Otto!
So wie es klingt, scheint wohl der Bug erst mal nicht das Problem zu sein.
Nach Deiner Frage, wo man die Spanten draufsetzt und wie man sie erst mal vom Spantenriss herausnimmt, wirst Du Dich zu Beginn mit dem grundlegenden Bau des Spantengerüst's beschäftigen müssen.
Der Tipp mit dem Buch erscheint mir im Moment die beste Lösung zum Einstieg.
Wie bereits erwähnt, ist die Variante mit dem Bugklotz nicht die beste. Wenn Du den versaust, reisst Du alles wieder auseinander.
Um die genaue Bugform nachzuvollziehen, kannst Du auch vom vordersten Spant bis zur Bugspitze Stücke der jeweiligen Wasserlinie (WL4-WL7) einsetzen, welche auf Deinem Plan eingezeichnet sind. Damit hast Du schon mal die Form aus der Draufsicht.
Das gleiche ist auch mit dem Längsriss möglich (bezeichnet mit römisch I-III). Damit ergibt sich die Form aus der jeweiligen Seitenansicht.
Wie Du es später angehst, ist auch von der Art der Beplankung abhängig. Der Bug hat ziemlich starke Rundungen. Und mit dem Einsetzen der beschriebenen Stücke ist sogar eher ein Auffüllen des Bugs möglich.
Wahrscheinlich klingt das jetzt ziemlich verwirrend. Ein Bild wäre da besser...
Jens
OttoDröscher
28.08.2006, 15:42
Du kannst dir aus einem Riss einen Spant an jeder x-beliebigen Stelle herauskonstruieren.
Ja den Bericht von Klaus Deisenberger habe ich schon mit Begeisterung gelesen. Jetzt komme ich auch dahinter was es mit den "Rissen" auf sich hat. Danke Deede für diesen Hinweis.
Um die genaue Bugform nachzuvollziehen, kannst Du auch vom vordersten Spant bis zur Bugspitze Stücke der jeweiligen Wasserlinie (WL4-WL7) einsetzen, welche auf Deinem Plan eingezeichnet sind. Damit hast Du schon mal die Form aus der Draufsicht.
Ich habe mir schon die Frage gestellt was denn diese ?Wasserlinien? zu bedeuten haben. Nun wird mir einiges klarer. Ich habe im Forum auch schon von einem ?Mittel-Spant? oder ?Kiel? gelesen. Auf diesen werden dann die Spanten gesteckt. Das bedeutet doch aber, daß ich die Spanten noch entsprechend des Kiels aussägen muß, damit ich diese auf den Kiel stecken kann! Dann müßte doch dieser mittlere Spant mit dem äußeren Riss auf dem Plan identisch sein? Aber Jens Du hast da schon Recht, in Begleitung mit dem Buch also Learning by doing klappt die Sache wahrscheinlich besser. Ich möchte mich bei Euch sehr bedanken, es hat mich wieder einen Schritt weiter gebracht.
Ein Bild wäre da besser...Hier wäre ein Bild.............
http://www.didispbweb.de/pics/pics6/spantgeruestvorne1.jpg
So wars doch gemeint, Jens?
Den Rest dieser Bauweise gibts hier:
Baubericht König (http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=28255#53982_Spantengeruest)
OttoDröscher
28.08.2006, 19:02
Hallo Didi
habe Deinen Baubericht schon mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Von der Wellenanlage über die Kasemattgeschütze und der Artillerie ist und wird es ein toller Dampfer Deine "König". Dein Bild hat mir nochmals die Augen geöffnet, so wird es gemacht. Aber Dein Rumpf ist ja auch auf eine andere Weise entstanden. Wobei diese Art der Herstellung auch eine interessante Variante des Rumpfbaus darstellt! Aber das ist dann doch schon die hohe Kunst des Modellbauens. Eine Frage hab ich da allerdings noch einmal an den Jens; Du scheinst Dich bestens mit dem Modell auszukennen. Kannst Du mir sagen was diese (http://www.galepp.com/lts/bilder/gross/131-27g.jpg) Öffnungen im Heck des Rumpfes für eine Funktion haben. Ich hoffe das ist nun nicht all zu sehr "Off-Topic".
Yepp, da sieht man das mit den beschriebenen Stücken am Bug sehr gut. Aber ich denke, auf das Thema kommen wir wieder zurück, wenn es so weit ist...
@Otto
Man könnte jetzt die einzelnen Bezeichnungen zwar hier erklären, aber das wäre etwas zu umfangreich. Das mit den Wasserlinien, Längsrissen, Spantenriss, Bauweise, usw. kannst Du mit dem Buch parallel zu Deinem Plan am besten verstehen.
Aber das ist dann doch schon die hohe Kunst des Modellbauens. Da täuscht du dich jetzt aber ganz gewaltig!
Das war nur mein Versuch die lästige Beplankerei zu umgehen. Entstanden ist diese meine Bauweise auch zu einer Zeit wo es noch kein Internet gab um mich weiterzubilden. Ich habe mir einfach nur gedacht das könnte funktionieren....................... :wink:
Aber ich würde es wieder so machen............................ :pfeif:
Kannst Du mir sagen was diese (http://www.galepp.com/lts/bilder/gross/131-27g.jpg) Öffnungen im Heck des Rumpfes für eine Funktion haben.
Nöö... :wink:
Ich hab zwar die Zeichnung, aber sonst kenne ich mich mit dem Boot nicht aus. Allerdings sehe ich die Öffnungen auf meinem Plan nicht. Sind die bei Dir dabei? Ich gehe davon aus, dass sich noch unsere graue Flotte dazu meldet.
Vielleicht sind sie beim Museumsschiff erst hineingemacht worden, um die Innenkonstruktion zu sehen...
Die Rumpfbauweise wird bei Dir wahrscheinlich ähnlich aussehen. Es geht meistens auf die Gerippe-Bauweise hinaus.
was diese (http://www.galepp.com/lts/bilder/gross/131-27g.jpg) Öffnungen im Heck des Rumpfes für eine Funktion haben. Ich vermute das sind die Auspuffrohre der Motoren (obwohl sie dafür fast etwas groß sind) und/oder Kühlwasser-Auslässe.
Bei den Grauen war es üblich die Auspuff-Gase soweit wie möglich zu tarnen. Und was bietet sich mehr an als sie in der Heck-See mit dem Wasser zu verwirbeln?
OttoDröscher
28.08.2006, 19:48
Sind die bei Dir dabei?
nein sind sie nicht, darum war ich ja auch so irritiert. Aber auf sämmtlichen Original Bildern der Heckansicht zb. Trockendock sind diese Öffnungen vorhanden! Ich werde mit Herrn Eichhardt dies bzgl. noch einmal Rücksprache halten.
Bei den Grauen war es üblich die Auspuff-Gase soweit wie möglich zu tarnen. Und was bietet sich mehr an als sie in der Heck-See mit dem Wasser zu verwirbeln?
sehr guter Ansatz! Hört sich plausibel und logisch an. Werde mich um Aufklährung bemühen!
Werde mich um Aufklährung bemühen!Und daß du uns dann Bescheid sagst muss ich ja nicht erst erwähnen...... :pfeif:
@Didi
Auf Otto ist Verlass...
Aber komisch ist das schon mit den Öffnungen. Der Plan ist von 1987. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese bei der Zeichnung des Planes übersehen wurden. Also müssten sie erst später dazu gekommen sein.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese bei der Zeichnung des Planes übersehen wurden.Wieso?
Wäre das das erstemal bei der erstellung eines Planes?
:pfeif:
OttoDröscher
28.08.2006, 23:15
Hallo Jens
ich kann mir das so auch nicht erklären! Meine Anfragen laufen, auch in einem s.g. "Parallel-Universum" und warte auf Antwort. Aber selbst auf dieser (http://www.ktsboote.de/kts_technik_boot_01.htm) Seite, die im übrigen sehr informativ ist, sind diese Öffnungen zu sehen.
Grundsätzlich sind Fehler natürlich möglich. Da ich jedoch sehr viele Zeichnungen und auch den damit verbundenen sehr guten Ruf von Jürgen Eichardt kenne, wäre es fast unwahrscheinlich. Insbesondere bei diesem großen Detail.
Aber schau'n mer mal, was er dazu sagt. Vielleicht sind sie ja doch später hinzugekommen.
Otto, vielleicht bringt eine Nachfrage auf der Internetseite der KTS-Boote etwas ans Tageslicht.
OttoDröscher
28.08.2006, 23:25
Wäre das das erstemal bei der erstellung eines Planes?
Herrn Eichhardt eilt in dieser Hinsicht ein hervorragender Ruf als Zeichner wie auch als Modellbauer voraus. Ich kann mir nicht vorstellen das er so "oberflächlich" wäre, dieses Detail zu übersehen. Die Antwort wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen, denn sie kommt aus erster Hand!
Meine Anfragen laufen, auch in einem s.g. "Parallel-Universum" Setz den Link dazu ruhig hier auch rein, es ist dir deswegen keiner böse, es kann nur weiterhelfen. :wink:
Ansonsten bin ich immer mehr der Meinung daß es bei den Plänen einfach "vergessen" wurde. Solche gravierende Details entstehen nicht nachträglich.
Geposted nach 5 Minuten 3 Sekunden:
Herrn Eichhardt eilt in dieser Hinsicht ein hervorragender Ruf als Zeichner wie auch als Modellbauer voraus.Mag sein, aber niemand ist perfekt............................
Warten wir mal auf eine Antwort.
OttoDröscher
28.08.2006, 23:35
Setz den Link dazu ruhig hier auch rein, es ist dir deswegen keiner böse, es kann nur weiterhelfen
möchte jedoch darauf aufmerksam machen das zum lesen eines Beitrages grundsätzlich eine Anmeldung vorliegen muß! Schade läßt sich dennoch nicht ändern. Ich gehe hier trotzdem mal auf Didis Wunsch ein;
Hier (http://5533.rapidforum.com/area=44) der von Dir gewünschte Link. Also nicht böse sein, lesen nur nach Anmeldung!
Also nicht böse sein, lesen nur nach Anmeldung!Ich bin dir nicht böse deswegen, ich bin dort angemeldet.............. :wink:
Freizeitbauer
29.08.2006, 10:32
Als Ein- und Ausstieg für Kampfschwimmer sind die Öffnungen zu klein. Könnte mir vorstellen, daß man dort so was wie Mienen raus gelassen hat. :dontknow:
OttoDröscher
29.08.2006, 13:05
Hallo
so Herr J.Eichhardt gab mir am Telefon folgende Auskunft.:
Diese ovalen Öffnungen im Heckspiegel resultieren aus einer Konstruktionsänderung der Libelle-Klasse 131.400. Da der Rumpf in seiner Ursprungsform im Heckbereich einen Absatz von der Basis bis zur ersten WL hatte, quasi wie eine Treppenstufe, hat man nun bei den nachfolgenden Booten die Basis bis zum Heckspiegel verlängert. Diese Maßnahme sollte nun eine verbesserte Fahreigenschaft, als Trimmklappen ersatz, der Boote mit sich bringen. Um eine unnötige Gewichtszunahme zu vermeiden hat man den so entstandenen Hohlraum nicht als zusätzlichen Auftrieb nutzen wollen, sondern den Spiegel mit den vier ovalen Öffnungen versehen. Wobei der Innenraum mit gelochten längs Traversen als Verstärkung ausgebaut wurde.
Ja die Antwort auf meine Frage ist schon fast so einfach das sie banal klingt. Somit hat der Jens mit seiner Vermutung schon ganz richtig gelegen. Der Plan von J.Eichhardt bezieht sich auf den Produktionszeitraum von 1972 bis 1977 der Peenewerft in Wolgast. Stellt somit keinen Plan-Fehler dar. Die Boote die nach dieser Zeit gefertigt wurden, sind schon mit der o.g. Maßnahme gebaut worden. Ältere Modelle der Baureihe 131.1 bis 131.400 wurden dem zu Folge wohl im Dock umgebaut. Das mit dem verquirlten Abgasen macht insofern keinen Sinn als das die Motoren zu weit vorne liegen und damit die Abgasrohre wertvollen Platz im Innenraum für sich in Anspruch nehmen, mal ganz von der Wärmequelle abgesehen.
Herr Eichhardt hat nun vorgeschlagen diese Änderung auch erst nachträglich zu bauen. Das erhöht die Autensität durch eine evtl. leicht sichtbare verschliffene Schweißnaht an den Stößen.
seegurke
29.08.2006, 15:24
Ich konnte mir auch schon bei der Fragestellung nicht vorstellen, dass da wirklich ein Fehler im Plan sein soll. Wenn man vom Eichhardt mal ein wenig gelesen und gesehen hat, dann passt es einfach so überhaupt nicht zu ihm, dass sich so ein Fehler einschleichen soll.
Tad_Onami
04.01.2008, 17:56
Hallo Otto,
ich benutze folgende Möglichkeit die Nase zu formen. Ich erstelle mir einen Spant aus der Seitenansicht, in dem ich mir den letzten Spant in die Seitenansicht einzeichne und dann die restliche Fläche bis zur Spitze (also 90 Grad zum letzten Spant) übertrage und ausschneide. Dieser wird dann mittig am letzten Spant befestigt und in der Linie des Rumpfes mit Leisten beplankt. So ergibt sich die "nätürliche" Rumpfform.
Tad_onami
Geposted nach 4 Minuten 14 Sekunden:
PS: Das Boot, von welchem das Bild stammt, steht im Marinemuseum Dranske, wenn ich mich nicht täusche und stellt eines der letzten Baumuster dieses Typs dar.
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