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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Buchrezension: Steam Coasters (Dampfküstenfrachter / GB)


seefahrer
09.08.2006, 13:21
Titel: Steam Coasters and Short Sea Traders

Autor: Charles V. Waine

Sprache: Englisch

Seiten: 158

ISBN: 0-905-18404-1

Verlag: Waine Research, Mount Pleasant, GB

Aufgelegt: 2. Auflage 1980

Autor

Charles V. Waine wurde 1939 geboren und arbeitete in der Metallurgie-Forschung. Aus privatem Interesse hat er sich intensiv mit Handelsschiffen, insbesondere Dampfschiffen für küstennahen Verkehr in Großbritannien beschäftigt. Beachtenswert sind seine genauen Illustrationen, die auf intensivem Studium von Schiffsplänen basieren.

Beschreibung

Das Buch befasst sich intensiv mit der Geschichte und den Konstruktionsmerkmalen der englischen Küstenfrachter zwischen 1840 und 1950. Ein Großteil dieser Schiffe wurde für den Transport von Kohle, bzw. Steinen eingesetzt.

Über 150 Illustrationen, Grafiken, Schiffspläne/Schnitte vermitteln auch ohne Textstudium schon einen guten Überblick über das Spektrum der verschiedenen Bautypen wie auch über einzelne Ausrüstungsgegenstände (durchgängig zu allen behandelten Themen).



Die einzelnen Themen

- Outline

Dieser Textabschnitt befasst sich mit der Entwicklung des Dampfschiffbaus in England ab 1840 bis 1950, dem Zusammenhang zwischen Bautätigkeit auf den Werften, technischer Entwicklung, politischen Ereignissen (1.+2.WK) sowie der Auswirkung der Frachtraten.

- Building & Repairing Steam Coasters

Abhandlung über die verschiedenen Bau- und Reparaturwerften für die Küstenfrachter mit Karte. Neben der Klärung des Gebrauchs verschiedener Bezeichnungen für die Schiffsabmessungen wird auf den Ablauf von Ausschreibung, Entwurf und Bauausführung in ausgewählten Werften wie auch deren technische Ausrüstung eingegangen.

- The Engine Room

Detaillierte Beschreibung der Dampfmaschinenanlage.

- Early Steam Coasters

Beschreibung des Übergangs von Frachtenseglern zu den ersten Fracht-Dampfschiffen, bei denen die Dampfmaschine in der Regel Hilfsaggregat war um Flauten zu überbrücken, bzw. um nicht gegen den Wind kreuzen zu müssen. Baujahre 1840-ca. 1860.

- Clyde Puffers

Behandelt eine spezielle Form der Küstenfrachter, die Clyde Puffers, die speziell für den Einsatz auf dem Forth & Clyde Kanal konzipiert wurden (max 66 Fuß Länge. Wegen der geringen Tiefe des Clyde konnten hochseetaugliche Schiffe nur bis Glasgow fahren ? außerdem ließ die Schleusengröße, die geringe Breite des Kanals sowie die engen Kurvenradien nur kleinere Schiffsgrößen zu).

- Short Raised Quarter Deck Coasters

Beschreibung der verlängerten Puffer-Versionen (90-150 Fuß Länge), Brücke und Maschinen achtern mit einem erhöhten Quarter-Deck (wegen der größeren Maschinenanlage) Baujahre 1860-1900.

- Long Raised Quarter Deck Coasters

Beschreibung der Bauform, die als Synonym für die englischen Dampf-Küstenfrachter steht (Länge um 130-170 Fuß ? Baujahre 1880-1948): Maschine achtern, Brücke mittschiffs, erhöhtes Quarter-Deck für größere Maschinen und höhere Transportkapazität ? zwei Ladeluken(Ladebäumen (eine vor der Brücke und eine hinter der Brücke auf dem Quarter-Deck)

- Larger Coasters with Long Raised Quarter Decks

Beschreibung der Bauform, die hauptsächlich für den Verkehr England ? Kontinentaleuropa eingesetzt wurde. Baujahre 1880-1940. Es handelt sich um eine verlängerte Version der Long Raised Quarter Deck Coasters, zum Teil mit 3 Ladeluken/Ladebäumen.

- Engines Amidships

Beschreibung der Küstenfrachter über 225 Fuß Länge, bei denen aus Gründen der Stabilität und der günstigeren Gewichtsverteilung bei Teilbeladung die Dampfmaschine genau mittschiffs eingebaut wurde (volle Nutzung der Laderaumkapazität dieser Schiffe führte, wegen der relativ viel Platz benötigenden Wellenanlage zu einer leichten Buglastigkeit). Baujahre 1870-1930.

- Big Engines ? Aft Colliers

Beschreibung der Küstenfrachter bis 220 Fuß Länge, die zunächst speziell für den Verkehr auf der Themse gebaut wurden. Wegen niedriger Brücken mussten die Aufbauten flach sein, der Schornstein konnte umgelegt werden ? keine Ladebäume: zum Löschen der Fracht war man auf hafenseitige Anlagen angewiesen. Baujahre 1880-1950.

- Coastal Tankers

Beschreibung der Tankschiffe mit Dampfantrieb. Baujahre 1900-1953.

- Owners & Trades

Abhandlung über Reeder, Einzelbesitzer und die Handelsrouten.

- Index

Übersicht über die genannten Schiffe, Reedereien, Werften etc.

Fazit

Das Buch bietet sehr gute Informationen über die Küstenfrachtdampfschiffe Englands. Die zahlreichen Skizzen, Deckspläne und Schnitte sind als Anregung und Vorlage für den Modellbau dieser relativ selten gebauten Schiffsspezies eine gute und empfehlenswerte Ergänzung.

Didi
09.08.2006, 19:44
Sehr gut ! :that: :respekt:

Schlickrutscher
09.08.2006, 22:01
Sehr gut ! :that: :respekt:

Kann mich Didis Meinung nur anschließen, könnte fast von mir stammen. Was noch fehlt, was kostet das Buch?

Schlickrutscher

Didi
09.08.2006, 22:23
was kostet das Buch?Das guckt der interessierte selber ............................... :wink:

seefahrer
09.08.2006, 22:42
Hallo Didi und Schlickrutscher,

mit dem Preis ist das so ne Sache. Soweit ich das sehe gibt es das nicht neu. Bei amazon sind drei gebrauchte genannt. Der preiswerteste mit 60 Euro, der höchste mit über 100 Euro :shock:

Ich habe es kürzlich für 7,70 Euro plus Porto ersteigert :that:

Die Beschreibung war sehr kurz gehalten, aber da es mich von Thema interessierte habe ich blind geboten und wie es scheint abartiges Glück gehabt, denn das Buch ist echt gut.

Wenn jemand spezielle Infos haben möchte, kann er ja bei mir anfragen und dann entscheiden, wieviel ihn so ein Buch wert ist. Ist schon ein spezielles Thema, das wohl nur wenige interessiert und daher auch nicht so bekannt ist.

Viele Grüße

Christian

Schlickrutscher
10.08.2006, 07:58
Hallo Seefahrer,

60 bis 100 Euro ist doch schon fast der Normalpreis für solche Literatur. Da muß man durch.

Schlickrutscher