Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Materialstärke für Rumpfbau
Teichschipper
24.06.2006, 20:36
Hallo ModellbauerInnen!
Ich habe mich dazu entschlossen (gleich als "Erstlingswerk" )ein Boot zu bauen, das es nicht als Bausatz gibt... ein Streckenaufsichtsboot der WSV.
Dafür muß ich den Rumpf also selber bauen. Nach einigem Studium der Fachliteratur habe ich mich dazu entschlossen, mittels Spantenriß eine Form aus Gips zu erstellen um darauf einen Rumpf aus GFK abzuformen.....
Daher mal eine Frage an die Rumpfbauer: Welche Materialstärke sollten die Glasfasermatten haben? (In dem großen Online-Auktionshaus z.B. werden für den Modellbau Materialstärken von 100 g/m2 bis 450 g/m2 angeboten...) Das Modell soll ca. 1m x 28cm groß werden. Daß ich am besten mehrere Schichten Glasmatten verarbeiten sollte habe ich ja schon bei meinen veschiedenen Forenstreifzügen gelesen; da das Modell aber ohne Spanten gebaut werden soll, würde mich jetzt nun eine erfahrungsgemäß günstige Mattenstärke für die richtige Rumpfsteifigkeit interessieren.
Danke für alle Tipps und immer eine 1/2 Handbreite Wasser unterm Modellkiel... Michael :matrose:
Hai und Willkommen im Forum! :that:
Also ich habe bei einen etwas längeren Schiff einen GFK Rumpf aus vier Schichten verwendet und zwar (von Außen nach Innen) 80g/m^2, 168g/m^2, 168g/m^2 und 80g/m^2. Mein Ansprechpartner beim Lieferanten hat mir immer wieder ans Herz gelegt, ein symmetrisches Laminat herzustellen (wegen der besseren Stabilität glaube ich) und ich muss echt sagen, ich bin sehr zufrieden damit).
Allerdings habe ich später doch wieder Spanten eingebaut. :mrgreen:
Hallo Michael,
erst mal Willkommen im Forum.
Wie du schon selber geschrieben hast soll man mehrere Lagen verwenden und wie Teddy geschrieben hat verschieden starke.
In symetrischem Aufbau unbedingt, da auch bei GFK sehr geringe Schrumpfung auftritt die in unterschiedlich starken Gewebe auch unterschiedlich stark ist, und die eben nur durch einen symetrischen Aufbau aufzufangen ist.
Bei einem Boot deiner Größe würde 80g / 240g-420g / 240g-420g / 80g ausreichen.
Für die Rumpfstabilität ist die Lagenstärke nur zweitrangig, weil du mit 10 Lagen zwar auch einen relativ stabilen (Verwindung) Rumpf erhältst, der aber sehr schwer wird.
Für die mechanische Belastbarkeit reichen die oben angesprochenen 4 Lagen völlig aus. Aber nicht für die Verwindungssteifigkeit. Da kommst du um eine Einarbeitung von Versteifungselementen nicht herum.
Nimm als Beispiel ein Flachprofil mit 30x2mm und ein L-Profil mit 30x10x1mm. Durch den kleinen Schenkel des L-Profiles lässt es sich wesentlich schwerer biegen als das stärkere Flachprofil.
Aber wie das beim Modell?
Du willst eine Gips-Form. Schnitze in die Form Nuten - ca. 5-10mm tief - ein und forme die mit den Glaslagen zusammen ab. Das gibt wunderbare Versteifungsrippen im inneren des Modells und du musst keine zusätzlichen Spanten einziehen. Wieviele von den Rippen du in die Gipsform schnitzt hängt davon ab wie steif der Rumpf werden soll. Ich empfehle alle 10cm. Auch 2-3 in Längsrichtung.
Zum Abformen selber:
Du musst natürlich erst die Nuten ausfüllen, das machst du am besten mit Glasfaserrovingen und mit thixotropiermittel nichtflüssig eingestelltem Epoxi. Dann die Glaslagen nass-in-nass auflegen.
Nachteil des Ganzen: Du kannst den Formkern nur durch zerstören entfernen, kannst also nur einen Rumpf über der Gipsform abformen.
Geposted nach 2 Minuten 6 Sekunden:
Und nicht vergessen, die Gipsform unbedingt mit Trennmittel behandeln!!!!!
Hallo Michael, Willkommen im Forum.
Gleich mit so etwas schwerem (gemeint ist die Bauweise) zu beginnen, würde ich nicht empfehlen. Wenn ich dich richtig verstanden habe, willst du keine Gipsurform vom Rumpf herstellen und davon dann ein Negativ aus GFK herstellen, sonder sondern auf den Gips die Rupfschale auflaminieren? Bedenke, dass die Außenhaut sehr viel Spachtel- und Schleifarbeit braucht um einigermaßen glatt zu sein von der maßlichen Abweichung vom Riss ganz zu schweigen weil deine GFK-Schicht rel. dick sein wird.. Auch einem fortgeschrittenen Modellbauer würde ich diese Bauweise nicht empfehlen.
Hi Deede,
wenn anständig laminiert wird ist so ein Gewebeaufbau max. ca. 1mm dick und aussen fast genauso glatt und eben wie die Gipsform selbst. Die Maßhaltigkeit des Rumpfs hängt nur von der richtigen Größe des Gipsmodells ab. Da muss man halt die Laminatdicke mit einrechnen, auch nicht anders als beim beplanken eines Holzrumpfes.......... :wink:
Natürlich wäre eine Negativform eleganter, das gäbe eine bessere Oberfläche und man kann mehr Details abbilden. Aber der Mehraufwand für Urmodell und Negativform wäre höher als die nötigen Nacharbeiten bei Michaels Methode. Und seine ist billiger..............(glaubs mir, ich habs gerade hinter mir........ :wink: )
Geposted nach 31 Minuten 55 Sekunden:
Nachtrag:
Ich hab am See schon mal so eine Rumpfschale gesehen die so erstellt wurde. War eine (selbst-konstruierte) Jacht.
Der Erbauer hat das mit den Verstärkungsrippen so elegant gemacht dass er gleich beim erstellen des Gipsmodells eine Rippe als Motorträger ausgeführt hat. Die Jacht war ca. 120cm groß und der Rumpf sehr stabil. Er hatte ca. 10 solcher Rippen drin, wobei einige in der Höhe so ausgeführt waren dass die Oberseite paralell zu Wasserlinie (aber darunter natürlich) war und so als Träger für die Einbauplatte dienten.
Das Ganze sah auf den ersten Blick aus wie eingesetzte Spanten, war aber aus einem Guss.
Weiterer Vorteil (Zumindest bei dem erwähnten Modell):
Die Schanzkleider waren mit angeformt und für das Deck war nur eine umlaufende Rippe mit eingeformt auf welcher das Deck komplett abnehmbar auflag.
Wenn man sich das mal so richtig vorstellt, diese Bauweise, das muss ich zugeben Didi, hat durchaus Vorteile. Sicher muss ich, wie beim Beplanken, die Stärke der Beplankung vom Spant abziehen. Wenn ich allerdings mit z.B. 2mm Holzleisten beplanke und ich habe vorher 2mm vom Spant abgezogen, dann komme ich auf mein Maß. Bei Laminat muss ich schon sehr gleichmassig auftragen um die Maßhaltigkeit zu gewährleisten. Aber diese ist nicht immer notwendig. Bei einem IOM Segler o.ä., wo es keinen so wichtigen maßlichen und optischen Bezug zum Original gibt, ist es im Prinzip wurscht. Wenn man die Negativ-Form sauber verarbeitet, die Spanten/Weger etc. genau einsägt oder ?fräst, dann habe ich schon mal das Innere sauber fertig. Wenn man außen, wie bei einem klassischen Segler, Holzplanken anbringen muß, also z.B. Furnier, dann hat man eine Menge Schleifarbeit weniger, denn man kann Unebenheiten des Laminats mit den Leisten überbrücken, aber keine Hohlräume bitte! Ich denke, dass der erste Rumpf nicht so toll wird, aber der zweite, dritte schon, ich würde es aber so herum trotzdem nicht machen 8)
Teichschipper
27.06.2006, 22:03
Hallo zusammen!
Vielen Dank für die Tipps und Hinweise und das Willkommen im Forum!!
Aber erst muß ich noch sorry sagen, daß ich so spät zurückposte, aber ein durchgearbeitetes Wochenende und der viele Fußball zur Zeit bringen alles etwas durcheinander...
Dann werde ich mal schauen, was ich aus den Hinweisen alles so machen kann.. ich denke aber, daß ich die Variante mit den Längsnuten erst einmal nicht einbringen werde, da sicher doch der eine oder andere Spant noch eingeklebt wird, um irgendwelche Technik o.ä. befestigen zu können. Zudem habe ich warscheinlich schon genug mit der "Matscherei" beim "normalen" Laminieren; die Längsnuten als zusätzlichen Schwiergkeitsgrad könnte man beim 2. Rumpf(-Versuch) angehen ?!?
Aber die Idee eine solche Längsrippe z.B. direkt als Auflage für das Deck einzuplanen scheint sehr reizvoll!
Aber da ich die Hoffnung habe, die laminierte Rumpfschale (für den Kern) zerstörungsfrei abnehmen zu können um anschließend über ihn noch eine Negativform (ab-)gießen zu können, werde ich auf die Längsrippen erstmal verzichten. Daher werde ich auch die Trennmittel nicht vergessen!
Schau´n wir erst einmal, wie mein 1. Laminierversuch endet....
Grüße vom Teichschipper, Michael
vBulletin® v3.7.3, Copyright ©2000-2009, Jelsoft Enterprises Ltd.