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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tutorial "Polystyrol - Aceton"


Scubamarco
10.06.2006, 10:42
Hallo,

da man doch immer wieder von Spachteln mit Polystyrol auf Polystyrol

und kleben mit Aceton hört, wollte ich mal fragen ob mal einer genauer

sagen kann wie es funktioniert.

Habe Polystyrol in Aceton aufgelößt. Jetzt liegt eine breiige Masse im Aceton,

die ich schön mit einem Spatel entnehmen kann. Aber beim Auftragen

wird es schon beim abziehen mit dem Spachtel wieder hart und es läßt sich

nicht so schön arbeiten wie mit herkömmlicher Spachtelmasse.

Was mache ich falsch?

Wie klebe ich mit Aceton? Das Aceton ist so schnell verdunstet, das ich kaum

Zeit habe zum ausrichten und kleben. Wie macht ihr das?

Antias
10.06.2006, 11:00
Moin,

mir hat man erklärt, Schleifstaub vom Poly in die Fuge geben, dann mit einem Pinsel Aceton auftragen. Statt Schleifstaub gehen auch kleine Späne oder alles was aus Poly besteht und in die Fuge passt.

Grüßle

Mattias

JL
10.06.2006, 11:06
Hallo,



das Prinzip ist recht einfach (wie schon bei Deiner Spachtelmasse zu erkennen): Aceton (oder auch andere Lösemittel) lösen das Polystyrol an; wird jetzt in diesem "weichen" Zustand ein anderes angelöstes Teil aufgedrückt, verbinden sich beide Teile. Soweit noch nichts besonderes; der Trick liegt darin, die beiden Teile trocken zusammenzufügen und etwas Aceton an die Verbindungsstelle zu geben. Durch Kapillareffekte wird das Aceton in den Spalt zwischen den Teilen gezogen, löst beide Teile an und verdunstet dankenswerterweise wieder. Am Ende sollte also eine homogene Verbindung zwischen den beiden Teilen entstanden sein.

Was ist zu beachten:

1. Die Teile müssen passen. Größere Abstände lassen sich so nicht überbrücken.

2. Die Teile dürfen während der Kleberei nicht bewegt werden. Ein leichter Anpressdruck wäre hilfreich. Da es meist schwierig ist, die Finger ruhig zu enthalten, sollte die Fixierung mit Hilfsmittel erfolgen.

3. Zuviel Aceton kann nachteilige Folgen haben. Wenn Spannungen noch in den zusammengefügten Teilen exisitieren, können bei erneutem "Einweichen" Verzerrungen die Folge sein.



Bei Deiner Spachtelmasse verdampft Aceton zu schnell, die Lösung wäre ein weniger schnell verdampfendes Lösemittel oder die Zumischung eines solchen. Ich habe das noch nicht ausprobiert, aber versuch's mal mit Ethanol (auch als Brennspiritus bekannt). Die bekannten Plastikkleber enthalten Aromaten als Lösemittel (daher auch der Geruch); welche, kann ich nicht sagen. Das allseits bekannte Benzol ist aufgrund seiner chemischen Eigenschaften an und für sich optimal, ist aber nicht gesundheitszuträglich und scheidet somit aus.



Du kannst aber auch mal auf Harry's Seite stöbern: Hier http://www.nwn.de/mikromodell/tipps.html findest Du seine Erfahrungen mit dem Verkleben von Polystyrol.

Loeffel
10.06.2006, 12:00
Ich habe mit Aceton aufgelöstes PS schon als Spachtelmasse benutzt. Ich habe erst den Brei angemischt, wobei ich immer wieder mal etwas Aceton beigemischt habe, bis wirklich keine Klumpen mehr existieren. Dann habe ich den Brei mit Aceton richtig duennfluessig gemacht und verstrichen.

Die Bearbeitungszeit lag bei etwa 1 Minute. Wenn Du dafuer sorgst, daß Dein Brei mit etwas Aceton bedeckt ist, wird er nicht so schnell hart in der Dose. ;-)

Lars Persson
10.06.2006, 19:46
Moin,

Aceton nehme ich nur zum verkleben.

Zum spachteln versucht mal Ruderer L530 (ist ein Kunststoffkleber,auch bekannt als Isarplast).

Darin aufgelöste Ps-Schnipsel ergeben eine super Spachtelmasse.

Loeffel
10.06.2006, 20:11
Zum spachteln versucht mal Ruderer L530 (ist ein Kunststoffkleber,auch bekannt als Isarplast).

Darin aufgelöste Ps-Schnipsel ergeben eine super Spachtelmasse.Das habe ich auch erst versucht, da es hier mehrfach im Forum empfohlen wurde. Ich habe keine Ahnung, wie klein die Schnipsel sein sollen, aber mit L530 habe ich es noch nicht einmal geschafft, meine Schnipsel in eine gleichförmige Masse aufzulösen. Der Kleber hat sich zu schnell verfluechtigt und alles wurde wieder hart. Darum bin ich auf Aceton umgestiegen. Hiermit war es kein Problem, ich mußte nur Aceton zumischen.

Lars Persson
10.06.2006, 21:07
Es scheint da tatsächlich beträchtliche Unterschiede bei den Kunststoffen zu geben. Ich habe einen Modellbaukollegen, der genau das Gleiche sagt. Auch bei ihm haben sich die Schnipsel nicht aufgelöst.

Ich zähle einfach mal die Bausätze auf, bei denen es bei mir geklappt hat:

- ISS von Revell -> Polystyrol

- Vietnamboot "Pibber" von Tamiya -> Polystyrol

- SIRIUS von Krick -> ABS

- ATLANTIS von Robbe -> Plura (was auch immer das ist)

Hier hat es also immer funktioniert, die Schnipsel waren noch nicht mal besonders klein. Einfach mit einem Cutter "abgeschnitzt".

Anscheinend ist PS nicht gleich PS und ABS auch nicht gleich ABS.

Mit Aceton scheint es aber immer zu klappen, von der schnellen Verdunstung einmal abgesehen.

Aber dann muß man halt etwas Gas geben.

:mrgreen:

Im Zweifelsfall also immer erst ausprobieren.

Harry
10.06.2006, 21:09
Ethylacetat trocknet nicht so schnell wie Aceton. Und wenn man den Spachtelgrund vorher etwas mit Etylacetat bepinselt, wird er klebrig und die Spachtelmasse hält besser. Um die herzustellen einfach etwas Ethylacetat mit Polystyrol eine Woche stehen lassen, ab und zu umrühren.

Wegen der Schrumpfung nehme ich allerdings nie aufgelöstes Polystyrol. Entweder werden mit Sekundenkleber Polystyrolstücke eingeklebt oder kleinste Stellen mit normaler Spachtelmasse verdeckt.

Viele Grüße

Harry

Loeffel
10.06.2006, 21:14
Aber dann muß man halt etwas Gas geben.Wie schon erwähnt, nur beim eigentlichen aufbringen, da man die Masse fluessig halten kann, wenn man immer wieder etwas Aceton beimischt.

Wegen der Schrumpfung nehme ich allerdings nie aufgelöstes Polystyrol. Da sehe ich kein Problem drin, da ich immer "zuviel" auftrage und den Ueberschuß abschleife.

Harry
10.06.2006, 22:47
Die Schrumpfung ist ein anders Problem für mich: es entstehen Zugspannungen, die dünne Bauteile verformen. Mit normaler Spachtelmasse habe ich dieses Problem nicht.

Viele Grüße

Harry

Loeffel
10.06.2006, 23:03
@Harry

Ich glaube es kommt auch auf die Anwendung an. Ich verwende es nur um kleine Löcher etc. zu flicken. Auf keinen Fall wuerde ich es verwenden, um eine größere Delle auszugleichen!