Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Holzrumpf wasserdicht bekommen ohne zu laminieren
Hallo zusammen,
habe vor ein Speedboot von 1,35m Länge zu bauen. Der Rumpf sollte beplankt werden. Das Problem besteht darin, dass der Holzrumpf sehr kantig wird - das macht das Modell eben aus. Normalerweise würde man den Rumpf im Endstadium laminieren um es richtig stabil und wasserdicht zu bekommen - aber dann würden auch die scharfen Rumpfkanten grossteils verschwinden, oder einen unschönen Miniradius bekommen. :| Was muss man beachten, wenn der Rumpf mit Harz versiegelt werden soll? Was für Harz sollte man verwenden? Wieviel Anstriche sollte man mindestens und maximal auftragen?:dontknow: Entstehen nicht nach gewisser Zeit Oberflächenrisse, weil die Versiegelung undicht wird? Hat jemand mit einem nicht laminiertem Rumpf langfristig Erahrungen gemacht?
Für Eure Hilfe im voraus vielen Dank. :wink:
Paul
Schlickrutscher
30.05.2006, 14:05
Schau mal hier rein: http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=26440
Da wurde das Thema schon mal diskutiert.
Gruß vom Schlickrutscher
Wäre da nicht ein Längsspant aus einer Metallleiste eine brauchbare Lösung? Damit ist es einfach, der Kante einen sauber strakenden Verlauf zu geben, sie ist wasserfest und der Rest des Rumpfes kann laminiert werden.
Viele Grüße
Harry
Hallo,
vielen Dank für die superschnellen Antworten. :that:
@ Schlichrutcher - Super, eine echt lehrreiche Lektüre :that:
@ Harry - Eine sehr gute Idee, aber der Aufwand wäre zu gross :that:
Gibt es eigentlich alternativen zu G4? Was für Nachteile hat diese Methode?
Gruss :wink:
Paul
Moin aus dem Münsterland,
zu diesem Problem vielleicht eine Anregung.
Ein Bekannter von mir macht in Luftfahrzeuge ( Flieger ) als Modelle.
Bei diesen Bastelern wurde früher für die Bespannung der Flügel eine Art Papier mir Spanlack bestrichen, damit alles glatt wurde.
Hab mal mit ihm drüber gesprochen, wie man ggf. einen Rumpf wasserdicht bekommt.
Holla die Waldfee, die nehmen jetzt eine Art Folie, frag nicht nach der Stärke, aber gaaannnzzzz dünn, und bügeln diese auf.
ERBEGNIS: Glatt, dicht, wasserfest.
und wenn man markante Sachen hat, wie bei dir die Spanten, kann man diese beim bügeln richtig rausarbeiten.
Überlackieren, fertig.
Hallo Martin,
Interessante Idee :idea: Eine Ahnung wie diese heisst? Wird diese nur im Flugezeugmodellbau verwendet, oder wird es auch im Schiffsmodellbau öfter genutzt?
:mrgreen: Paul
Moin aus dem Münsterland,
Hey PMPMPM:
Hab leider keine Ahnung wie die Folie heißt, und ob sie auch im Schiffsmodellbau benutzt wird.
Hab mich mit meinem Bekannten nur sporadisch hypothetisch adrüber unterhalten. Weiß aber, dass dei Flieger diese Folie benutzen um die Flügel wasserdicht zu bekommen.
WERDE ABER DEINE FRAGEN AUFNEHMEN UND NOCHMALS DAS GESPRÄCH SUCHEN.
Ob im Schiffsmodellbau dies Folie schon angewandt wird, HOFFE ICH, KÖNNEN UNS DIE ANDEREN FORUMSMITGLIEDER SICHER BEANTWORTEN.
Da gibt´s so Cracks, wie Ümmi, Didi, Harry usw.
Geposted nach 4 Minuten 52 Sekunden:
Nachtrag:
Hab gerade mit meinem Kumpel gesprochen,
er mailt mir heute abend noch den Namen der Folie.
Frankenmatrose
30.05.2006, 17:44
Moin,
normalerweise verfahre ich ja nach der Devise wer rumplärrt verdient keine Antwort, aber ich will ja mal nich so sein :wink:
Meint ihr vielleicht Oracover? Das ist sone Fliegerfolie, die es in allen möglichen Farben gibt.
Die Folie wird genutzt, um den Fluegel zu schließen, sie wird auf das Gerippe aufgebuegelt. Sie ist aber nicht stoß und reißfest! Du wuerdest sie zwar ueberall auf das Holz aufbuegeln, aber das ändert nichts daran, daß sie sehr leicht aufreißen oder ein Loch bekommen kann.
Im Schiffsmodellbau habe ich sie noch nie gesehen, allerdings stellt sich mir auch die Frage wozu? Bei den Fliegern wird sie aus Gewichtsgruenden genutzt. Da man einfach ein Gerippe ueberzieht und somit die Luecken schließt. Aber eine geschlossene Fläche? Welchen Vorteil hat man im Gegensatz zum Lackieren? Das will mir irgendwie nicht einleuchten. Der Aufwand ist wesentlich größer, man muß aufwendiger arbeiten.
Wer behauptet denn das man nach dem laminieren eine scharfen Kanten mehr bekommt ? Bzw. was verstehst Du unter laminieren.
Du könntest Deinen Rumpf als Vorlage für ein Negativ Verwenden, in diesem Negativ wird dann anschliessend ein neues Rumpfpositiv laminiert, oder Du harzt Dir eine Schicht GFG_Gewebe direkt auf den Rumpf. Bei der Verwendung von Epoxydhard lassen sich die Kanten anschliessend durchaus scharfspachteln und schleifen. Alternativ könnte man den Rumpf auch von innen mit Gewebe verstärken und von aussen mit G4 oder anderen Lacken versiegeln.
So hab ich's z.B bei meiner Crackerbox gemacht um die Holzstruktur zu erhalten. http://www.moorkapitaene.de/unsere_Modelle/Renner/Crackerbox/cb1.jpg
Ansonsten - interessantes Projekt, hast Du mal genauere Angaben (geplante Motorisierung...)
LG Jürgen
In jedem Modellbauladen, der auch RC-Flieger anbietet, findet sich eine breite Palette dieser Folie im Angebot. Sie nennt sich einfach "Bespannfolie". Man bügelt sie auf das rohe Holz. Auf lackiertem Holz habe ich es aber noch nie ausprobiert, denn Lack brauchen meine Flieger keinen.
Es gibt diese Folie in allen möglichen Farben. Aber Achtung: es gibt Folie OHNE Klebstoffschicht, die sollte es nicht sein!
Viele Grüße
Harry
Jens Thode
30.05.2006, 17:50
Hallo,
ich habe ja auch mal Flieger gebaut.
Aus der Erfahrung kann ich Euch nur abraten, diese Bügelfolie, für Schiffe zu nehmen, jedenfalls nicht um den Rumpf dauerhaft Dicht zu bekommen.
Wie weiter oben geschrieben, ist diese Folie sehr dünn und der kleine Rempler beim anlegen macht die kaputt.
Moin aus dem Münsterland,
@ an Alle:
Ihr habt ja alle irgendwo recht. Es ist die ORACOVER - Folie. aber mal eine Frage, außer was beim User-Treffen passiert ist, oder die Versenkung eines unwilligen Fahrers, im normalen Fahrbetrieb eckt doch keiner mit dem Schiff an, und als " Grundierung " für die Planken mit anschließendem lackieren reicht die doch aus ?
ODER BIN ICH AUF DEM FALSCHEN DAMPFER?
@Martin
Wie oft bist Du schon gefahren? Man hat schnell das Problem ueber einen Ast zu fahren, oder etwas, das kurz unter der Wasseroberfläche ist und man nicht sehen kann. Ein Rempler mit einem anderen Schiff passiert auch schnell und den Steg oder so hat jeder mal angerempelt. Nicht gerade wie Didi oder Bepi, aber es passiert.
Oder beim Transport! Einmal irgendwo angekommen und Du darfst flicken!
Moin aus dem Münsterland,
Ich beuge mich in EHRFURCHT der ERFAHRUNG der ALTEN SEEBÄREN.
Wirklich und im Ernst.
Danke für die Hinweise ( Belehrung wollte ich nicht schreiben ).
:dontknow: :dontknow: :dontknow:
Aber schrei nicht immer so.
Hallo Martin,
von so unerfreulichen Sachen, die im Wasser treiben und die nicht immer zu sehen sind, einmal abgesehen, ist es sicher nicht falsch, auch mit der eigenen Unzulänglichkeit zu rechnen. Nicht jedes Anlegemanöver klappt, manchmal verschätzzt man sich auch etc. - und danach dann immer gleich reparieren? :ohno:
Bei Knickspantern bekommst du locker, auch mit GFK-Beschichtung oder gerade damit, eine astreine scharfe Kante hin. Wenn du natürlich über die Kante schleifst, ist sie weg, du musst parallel zu den Flächen schleifen. Das mit der Folie halte ich, sorry, für eine absolute Schnapsidee? :neg:
Lars Persson
30.05.2006, 20:48
Moin,
es besteht ja auch noch die Möglichkeit den Rumpf nur von innen zu laminieren um Rissbildungen vorzubeugen.
Aussen würde ich dann mit G4, oder noch besser mit G8 versiegeln.
G4 hat den Nachteil, dass es unter UV-Einwirkung vergilbt, G8 ist lichtecht.
Das bietet sich auch immer dann an, wenn der Rumpf Naturholz bleiben soll.
Da kann man dann natürlich kein GFK von aussen draufmachen.
Das mit der Bügelfolie kannst Du vergessen, hält garantiert nicht lange.
Hallo zusammen,
nochmal einen RIESIGEN Dank für Eure lehrreichen Infos
Denke dass die G4 Lackmethode mit einer dünnen Innenlaminerung
die beste Lösung wird. :that:
Gruss
Paul
Nun ja, ich bin da anderer Meinung.
Es geht Dir doch nur um die "scharfen Kanten"? Also würde ich den Rumpf von außen dünn laminieren. Die Kanten bekommen eine zweite oder sogar dritte Schicht Glasfaser. Und das wird dann schön kantig und mit dem Rest bündig geschliffen.
Viele Grüße und viel Erfolg beim Basteln
Harry
Geposted nach 46 Minuten 20 Sekunden:
Ich lese gerade, dass Dein Rumpf relativ schwer werden soll. Das muss nicht sein.
Balsasperrholz als Spanten, 2 mm Balsaleisten als Planken und eine dünne Glasfaserschicht haben bei mir schon mehrere stabile Rümpfe für Bohrinselversorger ergeben.
Viele Grüße
Harry
bleiente
31.05.2006, 16:22
@pmpmpm
Es sieht aus, als wäre es dein erstes Boot! Wie ich in einem anderen Thread von dir gelesen habe, sieht es weiter so aus, als sollte es auch noch schnell werden! Dann vergess´die scharfen Kannten!
Scharfe Kannten brauchst du nur am Heck, eine sogenannte Abrisskante!
Dann kannst du noch 1-3 "Kanten" dran lassen sogenannte Längsstringer (hiessen die so ?). Aber an der Rumpfunterseite! Den Rest schön glatt schmirgeln, Porenfüller drauf, fertig! Bei dem ersten Boot soltest du dir wenigstens mal andere Rümpfe, in der Grösse ansehen z.B. auf einem Powerboottreffen!
Stimme meinem Namensvetter zu,
die hintere Abrisskante bzw. die evtl. vorhandenen Stufen sind am wichtigsten, wobei man das 'scharf' auch nicht übertreiben sollte.
Bei den kleinen E-Booten macht das schon was aus, bei den grossen Brummern ist das nicht ganz so entscheident.
Meine Apache (1,30m ungestufter Knickspanter aus GFK) läuft auch ohne
messerscharfe Kanten recht ordentlich:
http://www.hydroworld.de/vbulletin/attachment.php?attachmentid=7564&stc=1
LG Jürgen
Hallo Jungs,
tippt mal unter GOOGLE das Stichwort "WALLY POWER 118" unter Rubrik "Bilder suchen". Das Boot hat ein einzigartiges Design, möchte es möglichst originalgetreu nachbauen. Es ist mein erster schwimmfähiges Schiff, eigentlich baue ich historische Schiffe nach :wink:
Paul
Diesen Link kennst Du schon ?!?
www.schiffsrumpf.de
LG Jürgen
jepp :that: , danke für den Tipp
möchte das ganze noch Detailgetreuer gestalten :mrgreen:
Geposted nach 6 Tage 6 Stunden 31 Minuten 58 Sekunden:
Hallo zusammen,
habe eben in einem Beitrag gelesen dass bei dünnen GFK-Laminierung temperaturbedingt Haarrisse entstehen könnten. Wenn der Holzrumpf nur mit G4/G8 behandelt wurde soll der Lack eine gewisse Elastizität haben und rissunempfindlicher sein. :dontknow:
Wenn ein Holzrumpf auch ohne Laminierung stabil genug wäre - ist es nun besser dünn zu laminieren oder nicht? Es geht mir in erster Linie darum den Rumpf absolut dicht und langezeitmäßig rissfrei zu haben :???:
LG
bleiente
07.06.2006, 17:08
Wozu, willst du überhaupt unbedingt laminieren?
Wenn dein Holzrumpf fertig ist, keine grossen Löcher hat, kannst du ihn doch einfach mit Porenfüller einstreichen, kleine unebenheiten spachteln, danach Lack drauf und fertig!
Bei meinen Holzrümpfen habe ich es nur so gemacht. Dazu die Hohlräume ausgeschäumt und ich konnte mich locker drauf stellen!
Hi Jürgen,
ich will eigentlich überhaupt nicht laminieren. :mrgreen: Aber ich habe einfach überhaupt keine Erfahrung mit Langzeiteinwirkungen von aussen.
Meine grösste Sorge ist, dass nachdem das Modell fertig ist und z.b 2 Jahre alt einfach risse im Lack entstehen könnten - Holz arbeitet ja mit der Zeit. Wenn die Versiegelung mit G4/G8 dieses Problem lösst, bin ich der glücklichste Mensch der Welt und lainieren ade :that:
LG
Geposted nach 1 Minute 50 Sekunden:
meine natürlich laminieren ade . . .
Hallo pmpmpm,
ich setze mal heute Abend für Dich meine Holzkeule ins Schiffsmelderegister. Warum Holzkeule? Siehst Du dann. Dieses Schiff ist komplett aus Holz gebaut. Versiegelt wurde es erst mit einer Schicht wasserfestem Ponal. Da wasserfester Ponal, wenn er mit Wasser in Berührung kommt etwas weich wird und milchig (dieser Effekt ist weg, sobald er wieder trocken ist), habe ich das gesamte Schiff zusätzlich mit Klarlack gestrichen.
Diese Lackierung wurde bis jetzt erst einmal gemacht, nämlich zu dem Zeitpunkt, als es gebaut wurde und das ist jetzt 25 Jahre her. Das Holz ist immer noch in einem 1A Zustand, der Lack hat keinerlei Risse oder ähnliches. Es sieht aus, wie vor 25 Jahren (von etwas Staub mal abgesehen).
Es ist also totaler Unsinn, wenn jemand behaupten sollte, man muß GFK nutzen.
Ich schreibe hier dann heute Abend noch den Link zu meinem Schiff.
In diesem Sinne.
Hallo Loeffel,
das hört sich sehr beruhigend an freue mich schon auf Deine Bilder. :sonar: Da das Projekt "Renovatio" sehr kostspielig sein wird (zudem ist es mein erstes schwimmfähiges Schiff) möchte ich wirklich auf Nummer sicher gehen und frage lieber zweimal (denn IHR seid die erfahrenen "Hasen" :that: ), als einmal danebenhauen :ohno:
In diesem Sinne werde ich jetzt eines ruhigen Gewissen auf das Laminieren verzichten :that:
Eine letzte Frage: Würde eine Rumpfbeplankung aus 3mm Balsa und 1mm Abachi + G4 für eine stabile Bordwand ausreichen? Welche Holzarten, welche Profildicken der Planken, wieviele Beplankungsschichten sind empfehlenswert / üblich?
Sollte mann erst alle Beplankungsschichten anbringen und dann mit G4 behandeln (das ist wahrscheinlich richtig), oder zuerst die Balsa Schicht + G4 und dann Abachi + G4 drauf? (ist schätze ich übertrieben, aber man kann nie wissen . . . :keineIdee: )
Für Euren Support bisher und für Eure folgenden Beiträge im voraus vielen Dank
LG
Jens Thode
07.06.2006, 21:04
Eine letzte Frage: Würde eine Rumpfbeplankung aus 3mm Balsa und 1mm Abachi + G4 für eine stabile Bordwand ausreichen? Welche Holzarten, welche Profildicken der Planken, wieviele Beplankungsschichten sind empfehlenswert / üblich?
Hallo,
da es sich ja um diese :oops: eckige Rennsemmel :oops: handelt, würde ich wasserfest Verleimtes Flugzeugsperrholz nehmen, 2 mm maximal 3 mm dick.
Bei diesen doch recht Großen geraden Flächen brauchst Du dann nicht so viele Leisten nehmen, denn jeder Stoß (Klebefuge) der nicht da ist, kann auch nicht undicht werden.
@pmpmpm
Ich habe jetzt mein Schiff ins Schiffsmelderegister eingetragen.
Phoenix oder auch Holzkeule (http://www.schiffsmodell.net/showthread.php?t=30535)
Das Deck sieht nicht mehr so gut aus, da es nicht zusätzlich geschützt wurde. Es ist einfach nur wasserfestes Sperrholz.
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