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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aushärten von Epoxy


fitzaraldo
12.04.2005, 19:33
Hi in die Runde,

habe eine Frage zu folgendem Sachverhalt:



am Wochendende habe ich das gute Wetter genutzt und Epoxy gestrichen. Mischungsverhältnis genauestens beachtet, Irrtum ausgeschlossen. Das ganze geschah bei angenehmen 15 Grad. Danach ging das gute Stück zum Aushärten in den Keller.

So:

Nun stelle ich fest, dass das gestrichene Epoxy zwar hart wird, die Oberfläche aber immernoch klebt. Wird allerdings von Tag zu Tag besser- auch gut soweit. Habe ja Zeit....

AAAABER: Ich hatte noch einen beachtlichen Rest vom fertigen Gemisch in einem Pappgefäß. Dieses stand die ganze Zeit im Freien auf dem Balkon, und dort ist die Oberfläche des ausgehärteten Epoxys keinesfalls mehr klebrig. Frage: WIESO ???

Braucht das Harz zum Aushärten UV Licht und ist deshlab schneller abgebunden und klebt nicht mehr im Vergleich zum 'Kellerkind' ???



Wer weiß was?



Gruß Fitz

Loeffel
12.04.2005, 19:57
Das Problem habe ich derzeit auch, damit habe ich mir einen ganzen Rumpf versaut. Ich nehme an, im Keller war es schlicht und ergreifend zu kalt.

Leider habe ich bis jetzt noch keine Lösung gefunden. Mittlerweile liegt der Rumpf schon einige Monate, aber ausgehärtet ist es immer noch nicht überall. An manchen Stellen hat das dünne überstreichen mit Härter geholfen.

Teddy
12.04.2005, 20:23
Hai,

ich gehe mal davon aus das dein Becher in der Sonne stand oder? Du musst dir das wie im Backofen vorstellen, die Sonnenstrahlen fügen den Epoxy Wärme zu. Und Epoxy härtet im allgemeinen besser bei höheren Temperaturen.

Ich würde sagen dass du das Stück bei guten Wetter noch mal in die Sonne stellst! :wink: Zum Bräunen! ... Aber nicht die 8) vergessen.

fitzaraldo
12.04.2005, 21:48
Hmm...macht schon Sinn, was Ihr da sagt...



Wobei es im Keller sicherlich unterm Strich (im Mittel quasi) wärmer war als über die ganze Zeit auf dem Balkon (nachts auch mal gerne an die 0 Grad).

Die Sonne war nur ein paar Stunden draußen. Deshalb ja meine Vermutung bzgl. der UV Strahlung (bei Spachtel gibt's ja solche Zusammensetzungen, die UV Strahlung zum Aushärten brauchen- ich hab sowas mal mit einem Gesichtsbräuner beschleunigt ! Junge, war das 'ne Show. Knallhart in Millisekunden!)

Der Keller hat angenehme Raumtemperatur (15 grad).



@ Loeffel: schade mit Deinem Rumpf. Ich denke bei mir ist es etwas anders gelagert. Es wird auf jeden Fall von Tag zu Tag besser, und selbst die Bereiche, die oberflächig noch kleben lassen sich perfekt naß anschleifen und danach ist alles i.O.

Warum streichst Du nicht einfach noch eine Schicht Epoxy on Top ? Sollte das Problem lösen...

Loeffel
12.04.2005, 22:04
Warum streichst Du nicht einfach noch eine Schicht Epoxy on Top ?

Hat nicht funktioniert. :(

JL
12.04.2005, 22:23
Hallo,

die korrekte Aushärtetemperatur sollte in den Verarbeitungshinweisen des Materials stehen, so spontan würde ich sagen, nicht unter 20 C verwenden.

Zum Härten braucht es nicht sehr lange Wärme; wenn das Material einmal hart ist, ist es gut. D.h., wenn es im Sonnenschein fertig gehärtet war, ist es egal, ob es danach kalt wird.

Beim Formenbau werden auch heizbare Formen verwendet, um die Härtung zu beschleunigen. Auf der Webseite von R&G oder Bacuplast gibt es viel Wissenwertes dazu zu lesen.

Boatman
12.04.2005, 22:32
Die Sache ist einfach: Epoxy erzeugt Wärme beim Aushärten. Der kompakte Rest im Becher wurde darum schneller hart. Das hat mit UV und/oder Sonne nichts zu tun. Im Keller wars wahrscheinlich schlicht zu kalt, unter 15 Grad tut sich bei normalem nicht mehr viel. Nachträglich Härter drauf kleistern bringt gar nichts, ausser einer gruseligen, klebrigen Oberfläche. Ich würde den Rumpf bei Zimmertemperatur gut aushärten lassen oder ev. ( wenn's vom Platz her geht) bei 50 Grad im Backofen tempern.

Herzlich

Boatman

Klabautermann
12.04.2005, 22:35
Das Aushärten von Expoxid ist sowohl temperatur- wie auch massenabhängig. Viel Epoxid in einem Behälter härtet schneller aus, als eine dünne Schicht. Hast du das Mischungsverhältnis nicht aufs Gramm eingehalten kann genau das passieren, was Löffel berichtet hat. Es kann passieren, das es nie richtig aushärtet und du noch nach Wochen eine klebrige Oberfläche hast. Dann musst du auch bedenken, das Epoxid aus dem Modellbaufachhandel, wenn du es denn benutzt hast, nicht immer erste Wahl ist, es ist sozusagen Ausschussware und kommt nicht an die Qualität von industriellem Epoxid heran, das was z.B. die Firmen nehmen, die Windräder laminieren.

Ich will jetzt keine Schleichwerbung machen, aber ich "musste" mich gerade mit diesem Thema beschäftigen, weil wir in unserem Shop ein Harzsortiment aufgenommen haben und dies beziehen wir aus der Industrie.

Hast du eigentlich die Außenfläche gestrichen? Nach den öfteren Diskussion über G4 und G8, würde ich diese Material doch einem Epoxidanstrich vorziehen. Lackierung mit Harz sind dagegen nicht so weit verbreitet, wahrscheinlich hat man damit ähnliche Erfahrung gemacht..

Deede
12.04.2005, 22:50
Da wurde ja schon alles gesagt, eine kleine Anmerkung noch: Das Laminat bzw. den Ansrich mit Epoxy nicht über längere Zeit, z.B. zum Aushärten, in die Sonne legen, Epoxydharz ist nicht UV beständig und muss daher auch nach dem vollständigen Aushärten mit einem Lack vor der UV Strahlung geschützt werden. 8)

Loeffel
12.04.2005, 23:29
Hast du das Mischungsverhältnis nicht aufs Gramm eingehalten kann genau das passieren, was Löffel berichtet hatDaran lag es bei mir definitiv nicht, da der Kram in der Tini (dieselbe Mischung) perfekt ausgehärtet ist, es kann nur an der Temperatur gelegen haben.

Günter
12.04.2005, 23:42
Hallo,

bei gleichem Problem :cry: half mir vor Jahren ein alter Heizstrahler :idea:, der in sicherem Abstand postiert den Rumpf auf so ca 50° C erhitzte. (So eben noch anfassbar) Binnen einer halben Stunde war alles hart. :D

Gruß

Günter

Ramsi
13.04.2005, 10:45
Hallo zusammen !!!!

Die Verarbeitungstemperatur ist neben dem exaktren Mischverhältnis ein wichtiger Punkt. Sowohl beim Lackieren als auch beim Laminieren sollte die Temperatur unbedigt größer als 20°C sein. Hab diese Lektion ebenfalls machen müssen !!!! :( Die Idee mit dem Heizstrahler find ich ok...nur muss man da bei einem Holzrumpf nicht aufpassen, da dem Holz die notendige Feuchtigkeit entzogen wird ??? (gut wenns dann Laminiert ist ists eh wurscht...oder ???? :keineIdee: )

Gruss an alle !!!

fitzaraldo
13.04.2005, 15:12
Hallo in die Runde nochmal,

vielen Dank für die rege Beteiligung an diesem Thread.

Hier noch einmal alle wichtigen Eckdaten:

Epoxy Qualität ist auf Industriestandard. Deshalb kein 'Fusel' vom Bastler um die Ecke.

Mischungsverhältnis war auf den Punkt abgewogen.

Temperatur zu keinem Zeitpunkt unter 15 Grad -auch nicht im Keller :D (lt. Hersteller auch kein Problem).

Und um die Verwirrung nun komplett zu machen:



Nachdem die klebrige Oberfläche gestern recht spät fast völlig i.O. sprich klebfrei war habe ich das Teil über Nacht in sicherem Abstand vor einem Heizkörper postiert.

Das Ergebnis heute morgen:



Die der Heizung ABGEWANDTE Seite ist TOP, die der Heizung ZUGEWANDTE Seite klebt wieder oberflächig. HÄ ????

Dieses Phänomen ist auch nur an der Oberfläche.

Sobald ein Schleifgang mit 400 er Naß gemacht ist verhält sich alles normal egal ob an der Heizung oder nicht.

sea-breeze
13.04.2005, 17:52
Wobei es im Keller sicherlich unterm Strich (im Mittel quasi) wärmer war als über die ganze Zeit auf dem Balkon (nachts auch mal gerne an die 0 Grad).

Sollte das Gefäß aber der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt gewesen sein, kannst du davon ausgehen, dass die Temperatur des Gefäßes selber höher war als die Lufttemperatur....da kommen schon ein paar Watt zusammen im Moment...

Das Phänomen mit der Heizung klärt das allerdings nicht :???:

fitzaraldo
13.04.2005, 22:48
Für alle die es interessiert:

habe nun nach 3 Tagen Aushärtung und gescheitertem Heizungstempern einfach mal ein nasses Baumwolltuch genommen und die noch teils leicht klebrige, ungeschliffene Oberfläche mit Druck 'aufpoliert', denn die Basis ist ja hart.

Und siehe da: Es bebbt nicht mehr!!!! geht Rückstandslos ab die Schmiere :that:

....wobei das morgen früh ja schon wieder gaaanz ander s aussehen kann

Frage mich wo diese Schicht herkam?

:dontknow:



gruß,

Fitz

Torsten
14.04.2005, 00:19
Hallo Fitz,

bist Du Dir 100% sicher, dass Du das Mischungsverhältnis richtig getroffen hast?

Die Harz/Härter-Anteile sind entweder als Volumen- oder als Gewichtsanteile angegeben (oder beides...), und das ist NICHT das Gleiche, weil Harz und Härter eine unterschiedliche Dichte haben.

Dein Phänomen hört sich für mich nach etwas zuviel Härter an, den das Harz beim Aushärten an die Oberfläche gedrückt hat.

Wirklich schlimm ist das nicht - wie Du schon festgestellt hast, lässt sich die klebrige Schicht leicht entfernen. Mit Aceton sollte es auch gehen, aber besser vorher mal an unauffälliger Stelle probieren.

Viele Grüße

Torsten

Deede
14.04.2005, 19:21
kann auch am Umrühren liegen...nicht richtig umgerührt vielleicht :|

fitzaraldo
14.04.2005, 20:17
Hi Jungs,

sieht noch alles gut (klebfrei) aus.

Tja, wenn zu viel Härter ein solches Ergebnis hervorbringt, dann kann es ja nur am Mischungsverhältnis liegen (aber besser als zu wenig!)

... In meinem Fall ist die Herstellerempfehlung 100:40 Gewichtsanteile Harz/Härter

Habe es nach bestem Wissen mit einer digitalen Briefwaage (1g Anzeige) abgewogen.

Pro Anstrich waren es allerdings immer nur 16g Härter zu 40g Harz. Sprich wenn es 16,9 g Härter waren und beim Harz 40.0 , dann wirkt sich bestimmt bei so kleinen Dosen selbst ein Gramm aus, ganz unbeachtet der Toleranz der Waage, die ja noch on Top kommt !

Ist ja nochmal gut gegangen...

Ich fange jetzt mal an zu schleifen...

Bis bald,Fitz

Rüdiger Pabst
16.04.2005, 11:42
Ich habe jetzt auch noch meinen Senf dazu zu geben. Aus einem Buch, welches ich sehr empfehlen kann, kann ich folgendes zitieren:

" Einige EP-Harze hinterlassen einen Belag, den man Aminröte nennt, besonders dann, wenn die Härtung bei niedriger Temperatur erfolgte. dieser Belag ist ein Nebenprodukt des Härters und tritt während des Härtens an die Oberfläche aus. Aminröte muss entfernt werden, um einen guten Verbund zwischen Harz und Lackierung zu erzielen. Der Belag lässt sich entfernen, indem die Fläche mit Wasser abgewaschen wird, dem Ammoniak begegeben wurde. Danach spült man mit klarem Wasser nach."

Das Buch: Canuedraft -Die Kunst ,ein Kanu zu bauen- von Ted Moores

Didi
18.04.2005, 18:54
Und noch ein kleiner tip für alle dies noch nicht wissen:

Epoxy lässt sich hervorragend vor dem Aushärten mit Spülmittel oder Seife aus den Arbeitsgeräten auswaschen. :that:

So kann man zb. Pinsel mehrfach verwenden.

Zatzi
18.04.2005, 19:58
Moin, Moin!





Epoxy lässt sich hervorragend vor dem Aushärten mit Spülmittel oder Seife aus den Arbeitsgeräten auswaschen. :that:

So kann man zb. Pinsel mehrfach verwenden.



Gut zu wissen...

Hab' erst letzte Woche zwei weggeschmissen - samt Becher. :ohno:

fitzaraldo
18.04.2005, 23:27
@Rüdiger: Aminröte ! hört hört! Das Kind hat einen Namen! :shock:

sehr interessant Dein Hinweis. Das muß es dann wohl gewesen sein... Jetzt ist alles bestens. Rumpf ist mittlerweile steinhart und perfekt geschliffen und hat einen supergenialen Tiefeneffekt. Fehlt nur noch der Klarlack.

Dummerweise am Schwimmer etwas zu gut geschliffen. Die Flächen stehen dort rechtwinkelig aufeinander und ich hab an einer Kante durchgeschliffen. Also nochmal EP...

Diesmal hoffentlich ohne Aminröte ! :D

Gruß, Fitz

Kaleupeter
20.04.2005, 19:03
Hallo Leute :D :D

Will nun auch nen Komentar abgeben.

Ich habe mir für ein paar Sitze eine Form aus Epoxy gemacht. Also über einen Formkern Matte und Epoxy gepappt, als Unterlage nahm ich ein Stück Plexiglas :wink:

Habe Harz und Härter, von R+G Abfülldatum auf den Pullen: Oktober 2004, bei ca. 17° gemischt und verarbeitet.

Mischungsverhältnis: 100:40 Gramm. Gewogen mit Digitalwaage mit 1Gramm Schritten. Kann also auch nicht sagen, das es exakt 100:40gr waren.

Jedenfalls ließ sich das gut verarbeiten. Anschließend hab ich das Plexi-Brettchen mit inne Wohnung genommen und auf den Heizkörper (ca. 45°)gelegt.

Nach ca.6 Std. war es schon Hart. Danach vom Heizkörper runtergenommen und auf der kalten Fensterbank gelagert. Nach 24Std. Glashart. Keinerlei Ausblühungen oder Schmierfilm (Aminröte) drauf. Einfach nur total Hart und Trocken.

So, wollte nur mal meine Aktuelle Erfahrung Kundtun.

Grüße

Peter

ruezimmermann
19.09.2006, 17:32
Hallo,

in einem Forum für den Yachtbau ist zu lesen: "Aminröte ist eine durchsichtige, leicht klebrige Schicht, die auf der Oberfläche des gehärteten Epoxidharzes entsteht. Für gewöhnlich entsteht die Aminröte bei höherer Luftfeuchtigkeit und führt zum verkleben des Sandpapieres.

Sie ist ungefährlich und kann leicht mit einem harten Schwamm oder Scotch-Brite

entfernt werden. Entfernen Sie die Aminröte gründlich bevor sie das Epoxidharz schleifen oder andere Farbe auftragen ansonst kann es zu Haftungsproblemen kommen.

Aminröte ist ein Nebenprodukt der chemischen Reaktion zwischen Härter und der Luftfeuchtigkeit. Durch warme und trockene Arbeitsbedingungen kann die Aminröte stark reduziert werden. Dadurch ist die erste Reaktion zwischen Harz und Härter schneller als die zweite Reaktion zwischen Luftfeuchtigkeit und dem Härter".

Gruss

Rudolf

Geposted nach 10 Stunden 7 Minuten 33 Sekunden:

Ergänzung: ...........kann leicht mit warmen Wasser und einem harten Schwamm.............

rumpenbach
19.09.2006, 23:43
@ Didi

Der Tip mit dem Auswaschen ist super. Zuletzt habe ich mal 30 Pinsel im Sonderangebot gekauft, weil das Aceton zum Auswaschen sicher teurer gewesen wäre. Zum Anmischen nehme ich immer Gläser mit Schraubverschluß und entsorge die anschließend. Wenn das mit dem Spülmittel gut funktioniert, könnte man ja auch die Mischbehälter damit reinigen.

Gruß

Josef

jürgen
20.09.2006, 14:15
Zum anmischen benutze ich eine billige Feinwaage (0,1 gr. Genauigkeit) von Ebay und (natürlich geleerte) Puddingbecher. Die Schokopuddingbecher vom Lidl haben sich da sehr bewährt :lol:

LG Jürgen

Uwe Werner
20.09.2006, 15:53
VORSICHT !!

Nicht alle Plastikbehälter machen das mit. Ich habe irgendwo gelesen, das jemand mit so einem Anmischbecher auf der Terrasse arbeiten wollte. Jetzt hat er wunderschön beschichtete Bodenplatten!! :lol:

Didi
20.09.2006, 16:08
Das hatte ich auch schon mal dass sich ein Plastik-Gefäß wärend dem anrühren aufgelöst hat.................... :cry:

Also Vorsicht!

Ich nehme jetzt meistens eine Tupper-Schüssel. Wenn der Rest ausgehärtet ist kann man ihn schön rausbröseln.

jürgen
21.09.2006, 10:34
...also beim Anrühren von Epoxi hat sich bei mir noch nie ein Behälter aufgelöst - und ich habe dort schon viele verschiedene Varianten probiert.

Ganz anders bei Polyester-Harzen - die scheinen dort agressiver zu sein.

Gruss Jürgen

Wellen-Brecher
21.09.2006, 10:47
Moin Jürgen

OffTopic:meinst Du die TFT-300?