PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nach dem Vorbild der HMS Leopard - aber in LEGO


treczoks
24.05.2005, 11:22
Moin! :matrose:



Wie im Recherche-Ordner angekündigt, wandere ich nun in den Bereich "Bauberichte"...



Vorwort



Für die, die die Diskussion im Recherche-Ordner nicht mitbekommen haben: Ich bin ein sog. "AFOL" (Adult Fan Of Lego), und baue (größere) Modelle aus Lego-Steinen. Seit langem (eigentlich seit meiner Kindheit) träume ich davon, mal ein "richtiges" Piratenschiff zu bauen. Die Schiffe, die Lego als Bausätze verkauft, sind nett, kindgerecht und spielbar, aber - wenn man sie im korrekten Maßstab zu den Figuren sieht - eher als Beiboote zu sehen (Das größte Schiff aus der Reihe, die "Black Sea Barracuda" oder auf Deutsch "Schwarzhai" ist so ca. 50-60cm lang - bei einem Maßstab von 1:42 also 12-15m - und hat vier Kanonen). Ein Versuch, aus zwei dieser Sets ein größeres Schiff zu bauen, führte zu einem nicht wesentlich größeren, aber deutlich schlechter propotioniertem Schiff.



Einzige Lösung für mich: Pläne organisieren, und das mal "richtig" machen. Als Vorbild kristallisierte sich die "HMS Leopard" heraus, die in dem Buch "The 50-Gun-Ship" wohl im Detail vorgestellt wird. Das Buch ist bestellt, aber noch nicht angekommen. Eine Kopie der Pläne habe ich aber vorab aus dem Internet ziehen können, um mir schonmal ein Bild zu machen, auf was ich mich da eingelassen habe.



Um es nochmal klar zu stellen: Es geht hier nicht um einen kleinen Lego-Bausatz, wie man ihn im Laden finden kann. Bei uns sind Modelle von mehreren zehn- oder gar hunderttausend Steinen durchaus nicht ungewöhnlich - mein momentanes Austellungsmodell ist ein 2m² Fachwerkhaus-Ensamble von ca. 50000 Steinen.



Anfänge



Mein erster Schritt war es, mich mit den Plänen vertraut zu machen. Die Pläne aus dem Internet kamen als großformatige TIF-Datei, und mithilfe eines Zettels und Taschenrechners war schnell ausgerechnet, wie ich die relevanten Teilbilder in der passenden Größe für einen 1:42-Bau ausdrucken muss. Nach ein wenig Schneiden und Kleben lag dann Spantenplan, Seitenriß und "Half Breadth Plan" (Wasserlinienplan?) vor mir.



Erste Zweifel keimten auf - Rumpflänge 1,16m entspricht ca. 145 Noppen, die Breite liegt bei knapp 40 Noppen. Ich beschloß daher, den "Plan B" zu verfolgen: Ein Dioramenmodell von der Wasserlinie an aufwärts, mit der Option, evtl. das "Unterteil" später seperat zu bauen, um das Schiff dann darauf zu stellen. Ein paar andere Detailfragen sich auch noch nicht klar: Die Segel z.B. könnte ich aus Stoff nähen - das wären dann aber "Fremdteile", was nicht so gut ist. Alternativ: Gereffte Segel aus Legoteilen nachempfinden - Schwierig.



Ein genauerer Blick auf die Pläne, und die relativ (für Lego) komplexen Rundungen zeigte mir, dass meine erste Idee, den Rumpf "Studs-Out" zu bauen, also nicht mit den Noppen nach oben, sondern seitwärts (eine nicht unübliche Bautechnik) keine so gute Idee ist. Ein Rumpf in "Studs-Up" Technik (also so wie man das aus der Kindheit gewohnt ist) wäre mir aber zu grob. Ich habe mich also für eine Mischung entschieden - "Normale" Bauweise mit Noppen nach oben, aber mit einigen Konstrukten seitwärts, um die Rundungen besser hin zu bekommen.



Zusätzlich gibt es bei einem solchen Modell aus Lego noch ein paar wichtige Besonderheiten zu beachten: Im Gegensatz zu den Modellbauern im Legoland, die ihre (Schiffs- und anderen) Modelle mit Stahlsklett und Klebstoff bauen, wird hier nur mit Legosteinen und definitiv ohne Klebstoff gearbeitet. Da das Schiff aber eine gewisse Größe und ein nicht unwesentliches Gewicht haben wird, muss ich von Anfang an die Themen Modularisierung und Statik mit einbeziehen - und von beidem soll am Ende natürlich nichts zu sehen sein. Und natürlich die Materialbeschaffung! Wenn ein Legoland-Modellbauer 1000 Stück 3020 in Farbe 5 braucht, muss er schlimmstenfalls einen Bestellschein ausfüllen. Für "unsereiner" kann sowas ein echtes Problem darstellen, besonders wenn es sich um Exotenformen oder -Farben handelt.



Alles in allem unterscheidet sich der Bau eines solchen Modells so weitgehend von den unter "Normalen Modellbauern" üblichen Techniken, dass ich gebeten wurde, einen Baubericht zu verfassen.



Nun gut. Aber nicht zu schnell zu viel erwarten - ich muss noch einen Teil meines alten Modells neubauen, muss damit noch auf Ausstellungen, und wenn ich es dann irgendwann abreiße, um an Material für das Schiff zu kommen, dann gehts erst richtig los. Bis dahin werde ich das Material besorgen, was ich weder habe, noch aus dem alten Modell ausschlachten kann. Und dazwischen gibt es noch die kleinen Probleme des Alltags (Kinder, Haus, Garten, etc) die mich momenatn kaum zum Bauen kommen lassen. :cry:



mfg, Christian



Geposted nach 4 Tage 22 Stunden 25 Minuten 12 Sekunden:



Update



Und weiter gehts



Nein, das Projekt ist nicht gestorben, aber ich habe (leider) noch andere Sachen zu tun als meinem Hobby zu fröhnen...



Nachdem das Buch angekommen war, habe ich mir erstmal die Pläne herausgeholt und mal "live" betrachtet. Die Pläne aus dem Netz sind offensichtlich ein (für diese Größe) recht guter Scan, daher habe ich die Originalpläne an die Seite getan, um in Detailfragen darauf zurückzugreifen, mache aber die meisten Arbeiten mit der digitalen Version.



Ein erster Versuch eines Rumpfes



Ich hatte ja schon eine allererste Idee (den Rumpf "Studs-Out" zu bauen) ad acta gelegt, und dachte, dass die Form mit dem normalen Steinen plus ein paar seitlich hochkant angebauten Plättchen zum "abrunden" der harten Konturen reichen würde. So habe ich mir also die Deckspläne geschnappt, und erstmal probemäßig einen halben Rumpf nach den Decksplänen gebaut. Diesen wollte ich dann mit Hilfe der Spantenpläne ergänzen und korrigieren. Da lag dann nun der 148 Nupsies lange Rumpf und egal was ich tat, um ihn abzurunden, er sah einfach Sch...lecht aus. :ohno:



Aber dafür mache ich ja solche Monster-Projekte. Wäre es keine Herausforderung, könnte das ja jeder :lol:



Ich habe beschlossen, diesen Grob-Entwurf erstmal liegen zu lassen, und mich nach einer anderen Bautechnik umzusehen.



Noch'n Versuch



Dazu muss ich, glaube ich, erstmal erklären, was ein "AZMEP" ist. Ein AZMEP ist ein "Aus Zwei Mach Eins Plättchen", ein Plättchen in der Größe 1x2 Nupsies, aber nur mit einem Nupsie oben http://www.bricklink.com/P/1/3794.gif. Damit kann man Konstruktionen in einer Richtung zumindest mit einem halben Nupsie statt einem ganzen als Rastermaß bauen. Das Dumme dabei ist, dass man dafür eine ganze Menge von dem Zeug braucht.



Als Test habe ich am Wochenende die Bugpartie - zumindest eine Rumpfhälfte - ausgeformt. Dazu habe ich den Spantenplan der Bughälfte auf 1:42 gebracht, mit einem 1:1-Raster für (halbe) Legoplättchen überlagert und ausgedruckt, und habe die vorderen 7 Spanten nachgebaut. Wärend sich vom 6. zum 7. Spant kaum noch was ändert, sieht das vorne, vom 1. Spant bis zum Kiel ("E.P." steht da im Plan als Bezeichnung für den Punkt - was heißt das?) gaaanz anders aus. Und während Ihr da einfach locker eine Planke drumbiegt (OK, ich weiß, dass das nicht ganz so einfach ist :D ), gestaltet sich das Interpolieren der Zwischenschritte in halben Legosteinen als ganz schön schwierig. Zwei Tage habe ich an dem Teil gewerkelt, bis ich zufrieden war. Dabei habe ich auch dieses dreieckige kleine Deck vorne am Bugspriet (Wie nent sich das?) direkt mit eingebaut. An der Stelle sind mir aber einige Sachen auf dem Plan noch nicht ganz klar (Stool of Ease? Roundhouse?), aber das werde ich noch in Erfahrung bringen.



Auf jeden Fall sieht dieser Prototyp deutlich besser aus als der erste Versuch. Der endgültige Rumpf wird dann auch deutlich stabiler sein - der Prototyp ist quasi scheibchenweise aufgebaut, und hier und da mit ein paar Steinen und Plättchen hinterflickt, damit er nicht auseinander fällt.



Dazwischen kommt dann immer wieder das Problem, dass meine Tochter (2 Jahre) sich momentan von ihren Duplo-Steinen löst, und mein Baumaterial zum Spielen missbrauchen will... Papa Legos haben wollen! Turm bauen!



Beschaffungen



Ein leidiges Kapitel beim Bau von großen Lego-Modellen...



Nachdem man mir geraten hat, das Thema "Kanonen" früh anzugehen, habe ich alle deutschen BL-Shops und meinen Bekanntenkreis "gemolken" und dreißig Kanonen zusammen bekommen. Dazu kommen noch mal 10, die ich selber in Modellen verbaut habe. Ich werde also in ein paar Monaten noch eine Runde machen müssen...



Die AZMEPs sind mein momentanes Hauptproblem. Ich werde ein paar tausend in Schwarz und in Beige für den Rumpf brauchen. Schwarze AZMEPs gehen da gerade noch, ich habe gerade gestern eine schöne Quelle gefunden. Ein Problem stellen da eher die AZMEPs in Beige (der zweiten Rumpffarbe) dar. Selbst wenn ich international jeden BL-Shop, der sowas hat, leerkaufe, bekomme ich die nötigen Mengen selbst bei sparsamsten Verbrauch nicht zusammen. Ich habe also mal herumgefragt, wer so in der nächsten Zeit ein Legoland besucht, und mal schauen könnte, ob die zufällig diesen Stein im Kiloverkauf haben. Sonst muss ich in den sauren Apfel beissen und sehen, ob ich die Teile bei Lego bestelle. Die nehmen aber leider bei solchen Bestellungen recht heftige Preise, so dass das Ganze sich im Allgemeinen nicht lohnt.



Bis zum nächsten Update,



Christian

Loeffel
24.05.2005, 12:15
Ein toller interessanter Baubericht, kannst Du den auch noch mit Bilder hinterlegen?

Wenn man es sich vorstellt, ist das schon der Hammer, aber in echt? Wenn Du Webspace brauchst, da findet sich bestimmt eine Lösung.

Schlickrutscher
24.05.2005, 12:21
Der Baubericht liest sich gut, bin jetzt schon auf das Schiff gespannt. Das ganze Projekt ist doch bestimmt mit der Menge Geld verbunden? Wenn ich mir so die Preise für LEGO´s im Geschäft betrachte.

Gruß aus D

Ike
24.05.2005, 20:48
Legoland wird im Juli besucht. Bei bedarf einfach nochmal eine PN an mich.

Super bericht, ich will Bilder :menno:

Seebär Harry
25.05.2005, 00:53
@Christian

jau jau, hoffe auch, das noch Bilder kommen, auch Bauabschnitte sind Interessant.

Auf jeden Fall hab ich den Termin deiner Ausstellung in dem Gartencenter,

werde schon eine Möglichkeit finden, dich da zu besuchen.

treczoks
30.05.2005, 11:11
Eine Runde Rundrum-Sammel-Antworten ;-)



Erstmal danke für die positiven Reaktionen - bei meinem Baumaterial bin ich wahrscheinlich sowas wie ein "Resident Alien" :D



Ein toller interessanter Baubericht, kannst Du den auch noch mit Bilder hinterlegen?

Ja, werde ich noch machen. Das Problem ist, dass der Prototyp sich schlecht fotografieren lässt von der Farbauswahl (ich muss dazu sagen, dass ich auch kein guter Fotograf bin...). Ich werde es am Wochenende mal bei Sonnenlicht probieren.



Wenn man es sich vorstellt, ist das schon der Hammer, aber in echt? Wenn Du Webspace brauchst, da findet sich bestimmt eine Lösung.

Webspace habe ich, danke. Kannste Gucken: http://festum.de/1000steine/myimages/treczoks :)



Der Baubericht liest sich gut, bin jetzt schon auf das Schiff gespannt. Das ganze Projekt ist doch bestimmt mit der Menge Geld verbunden? Wenn ich mir so die Preise für LEGO´s im Geschäft betrachte.

Ja, das stimmt. Lego ist kein Billig-Hobby. Aber: Setpreise nach Katalog im Laden sind für uns AFOLs (Adult Fans Of Lego=Erwachsene Lego-Fans) keine Grundlage. Müsste ich danach gehen, gäb es nur ganz, ganz kleine Modelle. Aber es gibt eine Menge alternativer Quellen für Legosteine: Flohmärkte, Internet, Kiloverkäufe im Legoland, etc, pp. Da kann man dann entweder gezielt oder billig einkaufen. manchmal auch beides. Und natürlich habe ich schon den einen oder anderen Legostein - mein "momentan tourendes" Modell hat so ca. 50000 Teile, und daher werde ich ja mit der eigentlichen Bautätigkeit am Schiff erst anfangen, wenn ich das Modell im Herbst demontiere.



Legoland wird im Juli besucht. Bei bedarf einfach nochmal eine PN an mich.

Komme ich gerne drauf zurück. Welches Legoland?



Auf jeden Fall hab ich den Termin deiner Ausstellung in dem Gartencenter, werde schon eine Möglichkeit finden, dich da zu besuchen.

Aber gerne. Ich werde aber nicht die ganze Woche daneben stehen - aber wir werden sicher einen Weg finden, uns zu treffen. Ist übrigens nicht "meine" Austellung, da kommen definitiv noch mehr von "uns".



mfg, Christian



Geposted nach 4 Tage 18 Stunden 3 Minuten 34 Sekunden:



Die ersten Bilder



Ich habe am Wochenende die ersten Bilder aus der Kamera gezogen und hochgeladen. Mal sehen, wie das mit dem Einbinden in dieses Forum klappt...



Der Erste Versuch



http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_03_25_imgp0051.sized.jpg (http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_03_25_imgp0051.jpg)



Mein erster Versuch. die "Stangen" oder mit den 1x1-Rundsteinen benutze ich typischerweise zum abmessen oder abzählen. Hier habe ich die Stangen rund um den ausgeschnittenen Plan des Hauptdecks gesteckt, um dann nachher den Rumpf bis zum nächsten Deck gerade hochzuziehen. Detail sollte später mit Hilfe der Spantenrisse angebaut werden.



http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_04_10_imgp0002.sized.jpg (http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_04_10_imgp0002.jpg)



Hat aber nicht geklappt. Ich habe zwar noch versucht, mithilfe der Spantenrisse diesen Rohling in Form zu bringen, aber das habe ich dann zimlich schnell abgebrochen. Trotzdem bleibt der Halbrumpf-Prototyp stehen, so als Referenz. Die grünen Steine werde ich beim Bauen eh nicht benötigen (die kommen erst zum Einsatz, wenn ich danach die Küste des Dioramas baue.



Der Zweite Versuch



http://festum.de/1000steine/album/album414/Spanten.sized.png (http://festum.de/1000steine/album/album414/Spanten.png)



Hier habe ich den Plan der Bugspanten ab Wasserlinie mit einem Lego-kompatiblen Raster unterlegt (Dicke Linien entsprechen einem 1x1 Stein, die dünnen Linien unterteilen den in halbe Plättchen). Die Gallerie wollte das Bild nicht in der Originalgröße, deshalb habe ich es auf ein Viertel (75DPI) heruntergerechnet.



http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0029.sized.jpg (http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0029.jpg)



Seine Majestät, der Spant. Hier der Spant H ab Wasserlinie. Schön zu sehen ist die Abstufung in Plättchen und halben Nupsies.



http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0025.sized.jpg (http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0025.jpg)



http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0024.sized.jpg (http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0024.jpg)



Mit den roten Spanten und den grauen Plättchen und Steinen habe ich dann mal den Bug geformt. Ganz vorne habe ich auch noch graue AZMEPs benutzt, aber die waren recht schnell alle, sodass ich dann auf wild und bunt umgestiegen bin. Hat auch noch den Vorteil, dass man es besser sieht. Das ganze war eine echte mentale Knochenarbeit...



Wenn sich jemand über den Kiel wundert: Der ist hier in dem Prototypen nicht ausgeformt. Das kommt noch.



http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0026.sized.jpg (http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0026.jpg)



Das ganze von oben



http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0027.sized.jpg (http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0027.jpg)



und hinten.



http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0031.sized.jpg (http://festum.de/1000steine/album/album414/s_2005_05_26_imgp0031.jpg)



Und hier mal das Teil im Detail.



Das wars erstmal. Mittlerweile habe ich angefangen mit dem Rumpf, und die Umsetzung vom Prototypen zum Modell ist eine dämliche, hirnerweichende Zählarbeit :roll:.



Ich freue mich auf Freitag - da ist Lego-Stammtisch in Köln, und einer meine Kollegen (An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an BricksInLev!) hat mir zwei Tüten schwarze AZMEPs besorgt (1000 Stück). Nach dem, was ich für die paar Ecken am Bug schon gebraucht habe, hilft mir das schon sehr gut weiter.



Auch andere Design-Überlegungen laufen schon - teilweise noch im Kopf, teilweise auf Papier, teilweise in Lego: Die Kanonen für's Deck, Roundhouse, "Seat of Ease" (Jetzt weiß ich, was das ist 8) ), erste Überlegungen für die Fenster achtern und die Stückpforten, oder wie ich das mit der Takelage hinbekommen kann.



Ach ja, und eine Seilmachine habe ich auch gebaut (aus Lego, natürlich) und schon mal testweise ein paar Seile gedreht. Das Erste sah gut aus, die anderen Versuche, na ja... Aber es sind ja noch ein paar tausend Meter Rohmaterial auf der Rolle, die ich für 5Â? auf dem Flohmarkt habe ergattern können :D



Bis demnächst,



Christian

Rüdiger Pabst
30.05.2005, 13:51
Faszinierend!

treczoks
14.06.2005, 10:18
Das war ein Wochenende. Ich habe "Master and Commander" als DVD bekommen, und verinnerliche gerade die Making-Of DVD davon. Mit einem erschreckenden Resultat: Ich habe einige Konstruktionen und Details am Bug vollkommen falsch verstanden nach den Plänen, und werde den angefangenen Bug und Kiel nochmal zur Hälfte abreißen dürfen. Andererseits geben mir die Bilder von der HMS Surprise sehr schöne Hilfestellungen, umd das Modell nach der HMS Leopard zu bauen. Aber das ist ja das schöne an LEGO - wenn man was falsch gemacht hat, baut man es auseinander und korrekt wieder neu. Nur die extra bestellten Teile -- die landen jetzt in der Kiste und werden erst bei der Great Cabin am Achterkastell wieder Verwendung finden...



Witziges Detail am Rande: In er Buchserie von O'Brian ist Captain Aubrey (SP?) wohl auch mal mit der Leopard über die Weltmeere geschippert ;-)

Hartmut Wlodarczyk
18.06.2005, 15:26
@Christian

das ist ein toller Bericht. Jetzt sieht man erst mal,

was man sonst nicht mehr sieht, die viele Arbeit bei der Planung der Teile.

Ich bin stark beeindruckt, weiter so und viel Spass und Erfolg.

Gruß

Hartmut

treczoks
03.03.2006, 10:06
Moin!



Meine letzte Wortmeldung ist schon lange her, da denke ich, ich melde mich mal.



Ich habe eine ziemlich lange Baupause eingelegt, wegen Kind, Haus, Umbauten, Umzug des Bauraums in den Keller, Abriss des alten Modells, Wegsortieren von zehntausenden Steinen, etc.



Aber jetzt kann ich endlich wieder bauen! Wie oben bei dem Formmodell/Prototypen für den Bug beschrieben, habe ich nun entsprechend die Spanten für das Heck (fast) fertig. Danach folgt das Ausmodellieren, und dann endlich die Umsetzung.



An der Materialfront hat sich eine Änderung ergeben - eigentlich wollte ich den Rumpf in Schwarz und Beige bauen, aber ich habe die entsprechnden Teile (diese 'AZMEPs') einfach nicht in der Menge bekommen können. Dafür stolperte ich über eine Preiswerte Quelle für schwarze AZMEPs, kaufte ca 10000 davon, und beschloss, das Farbschema auf Schwarz mit weißen "Ralleystreifen" zu ändern. Die Kanonen habe ich auch (fast) zusammen, und eine Menge anderer Kleinteile. Ich habe nur festgestellt, dass die Besatzung sich etwas rar macht - hier habe ich Nachholbedarf (Es sollen bei dem Diorama ca. 150 Piraten an Deck und rundherum sichtbar sein - ich bin erst bei 60. Bei den Soldaten für das Küstenfort sieht es schlimmer aus, von denen habe ich erst 14...).



Sobald wie möglich werde ich mich an das Ausformulieren des Hecks machen. Ziemliche Nervensache, sowas. Man muss was Rundes aus was Eckigem machen, und das ohne Sägen und Feilen. :D



mfg, Christian



Geposted nach 9 Tage 20 Stunden 34 Minuten 45 Sekunden:



Moin!



Endlich kann ich mal wieder an dem Modell weiterbauen. Ich habe die "Fischgräte" gebastelt, also die erste Reihe der internen Struktur, und angefangen, die Form des Hecks zu erarbeiten.



Letzteres zieht sich jetzt schon einige Tage hin. Zwei Tgae Spanten bauen, und jetzt bin ich schon drei Tage lang dabei, die Zwischenräume aufzufüllen. Und das "Dicke Ende" kommt erst noch, bis jetzt waren die Umsetzung von Rund nach Eckig einfach, aber am Heck hilft der Spantenplan auch nicht mehr sehr viel weiter. Da werde ich zwischen Deckplänen, Ansichtszeichnungen und dem Modell hin- und herspringen dürfen. Bitter.



Update der Galerie (http://festum.de/1000steine/myimages/album616)



mfg, Christian



PS: Hat zufällig einer von Euch noch ein paar Lego-Piraten oder Imperiale Soldaten über?



Geposted nach 24 Tage 14 Stunden 33 Minuten 42 Sekunden:



Fortbildung...



Moin!



Ich habe mich mal ein wenig fortgebildet. "Rigging Period Ship Models" von Lennarth Petersson. Wow. Jetzt weiß ich eine MENGE mehr über das, was sich bisher für ein "seiliges Durcheinander" hielt. OK, mir war klar, dass die Takelage natürlich gewissen Gesetzmäßigkeiten folgt, aber dass da nun wirklich jedes Seil so exact seinen Platz hat - das hat mich dann schon erstaunt. Ich will zwar nicht sagen, dass ich jetzt das Thema Takelage verstanden habe, aber eine Menge Sachen, die mir vorher unklar waren, oder von denen ich sogar total falsche Vorstellungen hatte, sind jetzt ausgeräumt. Und es hat mich auch davor bewahrt, einige Baufehler zu begehen, die ich beinahe gemacht hätte.



Ein Problem (selbst für mich!) ist natürlich, dass das Buch in Englisch ist, und damit auch die ganzen nautischen Fachbegriffe darin. Das wird im Endeffekt wahrscheinlich zu der Situation führen, dass ich für eine Reihe von Worten nur die Englisch Version, aber kleine Deutsche übersetzung kennen werde...



mfg, Christian